Mobilität ist Deutschen am wichtigsten
Veröffentlicht am von Franz Schmahl
Bild: Aktion Mensch
Bonn (kobinet) Eine inklusive Gesellschaft ist nur möglich, wenn Menschen mit Behinderung uneingeschränkt mobil sein können. Davon gehen rund 28 Prozent der Bundesbürger laut einer Umfrage aus, die die Aktion Mensch anlässlich des Europäischen Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung beauftragt hat. Das Marktforschungsinstitut YouGov hatte Menschen mit und ohne Behinderung befragt, in welchen Bereichen ein inklusives Miteinander am dringendsten vorangetrieben werden müsse. Auf den Rängen zwei und drei folgen das gemeinsame Lernen von Kindern mit und ohne Behinderung (25 Prozent) und gleiche Chancen am Arbeitsmarkt (22 Prozent). "Wir haben in den letzten Jahrzehnten schon viel erreicht beim Thema Inklusion. Die Umfrage zeigt aber, dass bis zu einem selbstverständlichen Zusammenleben aller noch viel zu tun ist", sagte dazu heute Armin v. Buttlar, Vorstand der Aktion Mensch.
So gehört zu einer verbesserten Mobilität nach Meinung der Befragten, dass alle Verkehrsmittel barrierefrei zugänglich sind. Beim Thema Gemeinsamer Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderung wünschen sich die Deutschen mehr Aufklärung bei Eltern und Lehrern. Um mehr Menschen mit Behinderung eine Chance am Arbeitsmarkt zu eröffnen, müssten die Rahmenbedingungen verbessert werden - etwa durch Barrierefreiheit in Unternehmen.
Auf Defizite beim Thema Inklusion soll auch der Europäische Protesttag aufmerksam machen. Unter dem Motto "Schon viel erreicht. Noch viel mehr vor." bringen Aktivisten in diesem Jahr das selbstverständliche Miteinander in allen Lebensbereichen mit neuen Ideen voran. Bundesweit laden rund 750 Cafés der Inklusion zwischen dem 26. April und dem 11. Mai zum Austausch ein. Die Aktion Mensch unterstützt diesen Protesttag finanziell sowie mit Aktionsmaterialien. Höhepunkt ist die zentrale Veranstaltung am 5. Mai in Berlin. Vor dem Brandenburger Tor wird in einem großen Café der Inklusion auch Sänger Andreas Bourani mit dem Jubiläumssong der Aktion Mensch "Auf uns" auftreten.

Von KVollath
Mobilität ist Bundesbürgen am wichtigsten
Die Aktion Mensch hat im März 2014 zusammen mit dem Marktforschungsinstitut YouGov insgesamt 2.104 Personen ab 18 Jahren dazu befragt, was notwendig ist, um eine inklusive Gesellschaft weiter voranzubringen.*
Mit 28% wurde die Mobilität am häufigsten genannt.
Auf Platz zwei kam mit 25% das inklusive Lernen, gefolgt von den gleichen Chancen am Arbeitsmarkt (22%).
Mobil mit Behinderung e.V. ist mit seinen Bestrebungen zur Förderung der individuellen Mobilität aktueller, denn je.
Wichtig ist nun, im Zuge eines neuen Teilhabegesetzes, die Mobilität in die einkommensunabhängige Teilhabe zu bringen. Die Teilnahme am Arbeitsleben kann kein Kriterium mehr sein. Teilhabe an der Gemeinschaft darf keine Wohlfahrt, kein Almosen sein. Sie ist Grundlage einer inklusiven Gesellschaft und ein Grundrecht des Einzelnen.
Dies gilt es, im geplanten Bundesteilhabegesetz zugunsten der Lebensqualität von Menschen mit Behinderung zielorientiert umzusetzen.
Der Verein Mobil mit Behinderung e.V. lädt am 07.06.2014 zu einer Veranstaltung mit dem Thema
„Bundesteilhabegesetz für bessere Mobilität - wir diskutieren!“ ein.
Die Bundesbehindertenbeauftragte Verena Bentele und weitere Experten aus dem sozialen Bereich haben ihr Kommen angesagt. Nähere Informationen zu dieser Veranstaltung sind in Kürze auf der Homepage www.mobil-mit-behinderung.de zu finden.
Seit der Vereinsgründung im Jahr 2001 sorgt Mobil mit Behinderung e.V. eilhabgesetzbundesweit für Informationsaustausch, der Wege findet, individuelle Mobilität zu erhalten oder zu erreichen. Inzwischen rund 3000 Mitglieder helfen sich gegenseitig mit Rat und Tat, auch mal mit moralischer Unterstützung, die niemanden aufgibt.
Weitere Informationen über Mobil mit Behinderung e.V. finden Sie unter: www.mobil-mit-behinderung.de
* Quelle: aktionmensch.de/presse