Chef der deutschen Lokführer-Gewerkschaft GDL wiederholt empörenden Ausspruch
Veröffentlicht am von Martin Ladstätter
Bild: Rolf Barthel
Berlin (kobinet) Der 54 jährige Gewerkschaftler Claus Weselsky empört mit dem Vergleich "Wenn sich zwei Kranke miteinander ins Bett legen und ein Kind zeugen, da kommt von Beginn an was Behindertes raus!" am 27. August 2014 bei einer Rede in Fulda. Wie einige Medien - darunter auch BILD - berichteten handelt es sich bei Claus Weselsky um einen Wiederholungstäter, wie er selbst unumwunden in der Rede zugab.
Ihm ist sehr wohl bewusst was er sagt und er erwähnte vor seinem Sager sogar noch, dass er dieses Zitat schon mal in der "Süddeutschen Zeitung" geäußert hatte.
Reaktionen auf die menschenverachtende Haltung des Gewerkschafters
"Es geht nicht primär darum, jemanden zu verletzen oder nicht, sondern um die menschenverachtende Haltung, die zu dieser Äußerung führt: Krankes und behindertes Leben wird als minderwertig abqualifiziert", zeigt sich Dr. Sigrid Arnade, Geschäftsführerin der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland e.V. (ISL), entsetzt und führt gegenüber BIZEPS-INFO weiters aus: "Eine Person mit solch einer Haltung darf keine wichtige gesellschaftliche Position bekleiden, wenn sie sich mit derartigen Verlautbarungen gegen die UN-Menschenrechtskonventionen stellt, die Deutschland ratifiziert hat."
"Herr Weselsky sollte sich künftig genauer überlegen, was er in der Öffentlichkeit sagt", rät auch Prof. Jeanne Nicklas-Faust, Bundesgeschäftsführerin der Lebenshilfe. "Durch solche Äußerungen werden kranke und behinderte Menschen diskriminiert. Außerdem verbreitet er falsche Vorurteile, um damit Stimmung zu machen."
"Das ist eine nicht hinnehmbare Verunglimpfung behinderter Menschen und erinnert an die dunklen Zeiten der deutschen Geschichte", meint Alexander Kirchner (Vorsitzende der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft). In einem Brief an Weselsky fordert er eine Entschuldigung bei den betroffenen Menschen, berichtete die BILD.

Von Susanne v.E
@ Beamtenschreck
Ich bewerte den Sachverhalt ganz anders, Auch unseren Sohn hat Herr Weselsky nicht persönlich beleidigt. Aber der Satz ".... kann nur was Behindertes rauskommen" impliziert ,dass behindert gleichzusetzen ist mit negativ, minderwertig. Und das ist genau der Punkt, an dem ich sehr wohl eine öffentlich geäußerte Abwertung und Beleidigung sehe. Außerdem fiel der Spruch nicht an irgendeinem Stammtisch ( das wäre schon schlimm genug), sondern war Teil einer öffentlich gehaltenen Rede, der große Aufmerksamkeit zuteil wurde. Da kann man durchaus empört auf solche Verbalentgleisungen reagieren.
Von Uwe Heineker
Dass auch heute noch solche Äußerungen (öffentlich) kund getan werden (können), belegt wieder einmal mehr, dass nach wie vor wirksame Bewusstseinsbildung im Sinne des Artikel 8 der UN-Behindertenrechtskonvention von Nöten ist.
Von Beamtenschreck
Sehr geehrte Frau Dr. Arnade,
trotz mehrmaliger Wiederholung des Video - Beitrages, konnte ich zumindest für mich persönlich nicht feststellen, dass Herr Wesselsky mich als Behinderten Menschen persönlich angegriffen hat. Die gemachten Aussagen sind vielleicht in der Wortwahl etwas daneben, aber was habe ich mit Trans Net oder der GDL zu tun, ging es doch hier darum, beide Gewerkschaften zu vereinen.
Wenn wir alles auf die Goldwaage legen und uns von den Medien instrumentalisieren lassen, dann muss ich wirklich sagen, dann bin ich hier fehl am Platz und ich würde darum bitten, meinen Account zu löschen.
Von peterle3107
diesen Mensch sollte man dahin zurückschicken, wo er hingehört. 1933-1945.
Meine Frau und ich haben drei gesunde Töchter in die Welt gesetzt und sitzen beide im Rollstuhl. Alle fünfe haben wir studiert mit Abschluss. ... Deutlicher konnte er nicht auf seine NPD Mitgliedschaft hinweisen. Weg mit diesem braunen Gesindel.
Von RTripp
Auf der Seite http://www.gdl.de/Service/Kontaktseite kann man Herrn Weselsky schreiben.
Von Gerti
Claus Weselsky: Geboren im 'Tal der Ahnungslosen' (in der DDR Kosename für die Stadt Dresden), nichts Lebensbejahendes dazugelernt und offensichtlich zu den rechtslastigen Einwohnern Sachsens gehörend.
Die Gewerkschaft der Lokführer trägt diese Gesinnung mit und bei den Behinderten wird nur "Du-Du" gesagt, und das war's offensichtlich.
Dass hier nur ein Vertreter der öffentlichen Meinung mal nicht geschwiegen, sondern in einem Augenblick des Verlustes an Contenance und an Pokerface zur Plaudertasche mutiert ist und die Behindertenaktionisten Empörung öffentlich verbreiten, zeigt, wie weit in der Defensive 'die' Behinderten sind.
Wenn ein Gewerkschafter von Eisenbahnern für die rechtslastigen Worte nicht geächtet wird, so zeigt es das, dass offensichtlich bei der Bahn noch mehr rechter Schmutz in den Personenzügen ist.