Karneval für alle in Köln
Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul
Bild: Dirk "Rollo" Jochmann
Köln (kobinet) In Zusammenarbeit mit dem Landschaftsverband Rheinland (LVR) und dank einer Spende an das Festkomitee Kölner Karneval baut das Festkomitee in dieser Session erstmalig die LVR-Tribüne auf dem Heumarkt – eine neuartige Zuschauertribüne für Menschen mit Behinderung in Köln. Hier können Jecke auf einer Fläche für 28 RollstuhlnutzerInnen und auf 64 Sitzplätzen gemeinsam die Schull- un Veedelzöch am Karnevalssonntag und den Rosenmontagszug auf der Tribüne erleben. Einige Plätze können noch gebucht werden.
Der Stellbereich für die RollstühlnutzerInnen ist über eine Rampe erreichbar. Zu den zusätzlichen Sitzplätzen führen Treppen. Unmittelbar hinter der LVR-Tribüne gibt es barrierefreie Toiletten. Das neuartige Angebot entsteht zusätzlich zu dem barrierefreien Tribünenangebot des Festkomitees auf dem Hohenzollernring, heißt es in einer Presseinformation des LVR.
Zudem haben LVR und Festkomitee eine neue Marke für den inklusiven Karneval initiiert. Unter dem Motto "Karneval für alle" zeigt die Marke, entwickelt vom Künstler Dirk "Rollo" Jochmann, einen Piratenhut mit einem typisch kölschen Hänneschen-Mützchen in Form des Kölner Doms. Die Piktogramme, die verschiedene Behinderungen darstellen, runden das Logo ab, das auch in zukünftigen Sessionen vom Festkomitee und vom LVR eingesetzt wird.
Der Piratenhut mit dem Hänneschen-Mützchen war das Markenzeichen von Frank Hoßbach, eines großen Karnevalsfreundes aus Köln, der im April 2014 an den Folgen von ALS, einer degenerativen Erkrankung des motorischen Nervensystems, starb. Sein großer Wunsch war es, mehr Möglichkeiten für Menschen, die einen Rollstuhl benötigen, im Kölner Karneval zu schaffen. Im Juni 2014 stellte seine Verlobte Anne Meyer eine zweckgebundene Spendenanfrage an das Festkomitee. Diese Spende hat nun dazu beigetragen, dass das Festkomitee die barrierefreie LVR-Tribüne bauen und das Motto "Karneval für alle" entwickeln konnte.
"Wir sind sehr froh, dass uns dieses wichtige und zusätzliche Angebot mit dem LVR und durch die tolle Spende gelungen ist. Hier entsteht eine völlig neue Qualität für den Besuch des Rosenmontagszuges", freut sich Christoph Kuckelkorn, Zugleiter des Kölner Rosenmontagszuges. Mit dem Bau der Tribüne am Standort Heumarkt entstehe erstmals auch ein Zugang zu den Schull- und Veedelszöch für Menschen mit Behinderung, so Kuckelkorn weiter.
"Inklusion ist ein zentrales Ziel des LVR. Das bezieht sich selbstverständlich auch auf die fünfte Jahreszeit. Wir freuen uns darauf, dass auf der LVR-Tribüne Menschen mit und ohne Behinderung zusammen Karneval feiern können. Gemeinsam mit dem Festkomitee machen wir den Fastelovend damit ein Stück inklusiver", freut sich LVR-Direktorin Ulrike Lubek.
Für die LVR-Tribüne gibt es sowohl für den Karnevalssonntag als auch für den Rosenmontag noch einige wenige Plätze für Menschen, die einen Rollstuhl nutzen und je eine Begleitperson. Die kostenfreie Zutrittskarten vergibt der LVR – solange der Vorrat reicht. Interessierte schreiben bitte eine E-Mail an [email protected].

Von Gisela Maubach
Also unser LVR-Geld (eine halbe Stunde von Köln entfernt) fließt auch während Karneval in die Werkstatt, denn der Mehrbedarf für die "Teilhabe am Arbeitsleben" wird kalendertäglich gezahlt - egal ob der behinderte Mensch in der Werkstatt anwesend ist oder nicht.
Für diese Woche ist heute allerdings der letzte "Arbeitstag", weil unsere Werkstatt für den Rest der Woche schließt . . . und Rosenmontag auch noch - Betriebsferien sozusagen, in denen die Betreuung selbst zu organisieren ist . . .
Von Gerti
Die Hurra-Fraktion hat sich bei kobinet wieder gemeldet ...
Aber was ist mit den Behinderten, die selbst beim Karneval noch in der Anstalt schmoren?
Und überhaupt: Hat schon jemand mal über Fremdverwendung von Steuergeldern nachgedacht? Weshalb soll nun der LVR auch noch Geld für 'nen Karneval zum Fenster rauswerfen? Unglaublich! Hoffentlich gibt es im Rheinland genug Leute, die diesem Unsinn, diesem quasi Geldverbrennen Einhalt gebieten.