ForseA-Seminare für 2015 abgeschlossen
Veröffentlicht am von Gerhard Bartz
Bild: Schlosshotel Behringen
Behringen (kobinet) In dieser Woche veranstaltete der Bundesverband Forum selbstbestimmter Assistenz behinderter Menschen seinen zweiten Seminarblock zum Arbeitgebermodell und Persönlichen Budget. Zusammen wurden im Schlosshotel Behringen 30 Personen an dieses Thema herangeführt. Für die teilnehmenden Neulinge war es zunächst eine unüberschaubare Fülle an Informationen, die jedoch im Laufe des jeweiligen Seminares mehr und mehr Transparenz zeigten. Durch viele Beispiele der beiden Referenten, aber auch aus den Reihen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurde das Seminar aufgelockert. Ein Highlight stellte die Schilderung einer Teilnehmerin dar. Als behinderte Arbeitgeberin wurde sie von ihrem Sozialamt mit der Forderung konfrontiert, dass ihre Assistentinnen eine Erklärung unterschreiben sollen, zukünftig nicht mehr als zwei Tage im Kalenderjahr krank zu sein. Als wäre das noch nicht genug, so ForseA, sollten diese beiden Kranktage noch vorher angemeldet werden. ForseA wird diese Forderung, sobald die Unterlagen vorliegen, in seine Sammlung "Geschichten aus Absurdistan" aufnehmen.
Ein Seminarblock befasste sich auch mit der Umsetzung der Behindertenrechtskonvention und der Ansicht des Bundesverfassungsgerichts zum Artikel 3 des Grundgesetzes. Es wurde deutlich, dass sehr viele Entscheidungen, die Menschen mit Behinderungen heute das Leben erschweren, nicht mehr rechtmäßig sein können. Dies ist jedoch nur durch langwierige und teure Gerichtsverfahren festzustellen, da die Bundesregierung trotz Verfassung und Behindertenrechtskonvention behinderte Bürgerinnen und Bürgerweiterhin einer oft sich auf die veraltende Sozialgesetze berufende Bürokratie ausliefert.
Für das kommende Jahr wurden in Behringen bereits zwei Termine reserviert: Vom 20.05. bis 22.05.2016 und vom 09.09. bis 11.09.2016
Die beiden Vereine MMB e.V. und ForseA e.V. haben eine Initiative gestartet, um den Beschluss des Bundesverfassungsgerichtes in die Gesellschaft zu tragen. Denn nach wie vor ist dieser Beschluss weitgehend unbekannt und wird auch von vielen einschlägigen Vereinen kaum registriert.
Internetseiten der Initiative beim MMB e.V. und bei ForseA e.V.
