Lebensleistung Älterer anerkennen

Veröffentlicht am von Franz Schmahl

Solidarität leben
Solidarität leben
Bild: Volkssolidarität/T. Gräser

Berlin (kobinet) Lebensleistung der Älteren anerkennen und Altersarmut verhindern - das fordert die Volkssolidarität heute am Tag der älteren Generation. Diese Generation leiste "einen wichtigen und unverzichtbaren Beitrag für das Zusammenleben der Generationen und für eine demokratische und soziale Gesellschaft", erklärte der Präsident der Volkssolidarität, Dr. Wolfram Friedersdorff. „Mit diesem Tag wird eine Generation geehrt, die mit ihrer Lebensleistung Wichtiges für unsere Gesellschaft beigetragen hat und mit ihren Erfahrungen und Fähigkeiten weiterhin unverzichtbar ist." Er dürfe aber nicht über gravierende Probleme hinwegtäuschen. Wer etwas für die ältere Generation tun wolle, müsse sich mit dafür einsetzen, Altersarmut zu verhindern.

Solidarität aller Generationen

Friedersdorff wandte sich zugleich gegen fortgesetzte Behauptungen, die Alten würden die Jungen ausbeuten. „Wer so etwas wider besseren Wissens von sich gibt, zündelt gefährlich am sozialen Frieden in unserem Lande. Dieses Schüren eines Generationenkonfliktes entspricht weder den Realitäten, noch leistet es irgendeinen positiven Beitrag zur Zukunftsgestaltung in unserem Land." Nach Ansicht des Verbandspräsidenten müssen die Herausforderungen einer älter werdenden Gesellschaft in kooperativer Weise gelöst werden. „Nicht Ausgrenzung, sondern die gemeinsame Bewältigung von Problemen ist gefragt", betonte Friedersdorff. „Wir setzen auch in Zukunft auf die Solidarität aller Generationen."

Er verwies darauf, dass die Älteren auch nach dem Erwerbsleben einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft leisten. „Das geschieht zum Beispiel durch das ehrenamtliche Engagement in einem Verband wie unserem. Ohne dieses kann auch die Volkssolidarität nicht für Menschen aller Generationen da sein."

Strukturell armutsfeste Rente

Friedersdorff warnte vor der zunehmenden Altersarmut in Folge der von der Politik in den letzten Jahren durchgeführten „Reformen", die für viele zu Einbußen bei den Alterseinkünften führten. „Dadurch verengen sich für ältere Menschen Spielräume, sich für das Gemeinwohl einzubringen. Das sinkende Leistungsniveau der gesetzlichen Rente und wachsende Belastungen bei Gesundheit und Pflege machen es nicht leichter, sondern schwerer, Eigenverantwortung und Motivation für bürgerschaftliches Engagement der Älteren zu stärken." Zu einer wirksamen Prävention gegen Altersarmut gehöre eine strukturell armutsfeste Rente. „Dazu muss das Leistungsniveau der gesetzlichen Rente mit den Löhnen mitwachsen und wieder auf das Ziel ausgerichtet werden, den Lebensstandard im Alter zu sichern."

Lesermeinungen zu “Lebensleistung Älterer anerkennen” (2)

Von Axisy537

Aufruf zur Beteiligung:
„Politiker, die nichts gegen systematische Altersverarmung unternehmen, sind für uns nicht wählbar!“
Seit 20 Jahren werden sie beschimpft, auf Kosten der jüngeren Generationen zu leben und ein Leben in Saus und Braus zu führen. Es wird auch behauptet, Senioren bestimmen, aufgrund ihrer größer werdenden Anzahl, immer stärker die Politik in diesem Land.
Die Wirklichkeit sieht ganz anders aus und die Lage der allermeisten Senioren verschlechtert sich von Jahr zu Jahr. Der Lebensstandard der Rentner sinkt seit über 20 Jahren. Gesetzlich festgelegt ist, dass dies bis mindestens 2030 mit wachsender Geschwindigkeit so weitergeht.
Allerhöchste Zeit, sich zu wehren!
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Von Axisy537

Die Lebensleistungsrente ist leider der falsche Weg.Statt ständig an irgendwelchen echten, eingebildeten oder erfundenen Symptomen herum zu doktern, sollte endlich der Mut zu einer umfassenden Reform der gesetzlichen Rentenversicherung aufgebracht werden. Riester-Faktor, Nachhaltigkeitsfaktor oder Demografie-Diskussion usw. verfolgen nur das eine Ziel, die öffentlichen Rentenausgaben zu beschränken. ein politisches Umdenken gegen einflussreiche Interessen hin zu einer „Rentenwende“ – zurück zur GRV als wichtigste und sicherste Säule der Altersversorgung, wie sie es nach der großen Rentenreform von 1957 einmal war. Dabei ist egal wie es letztlich genannt wird, Bürgerversicherung, Erwerbstätigen-Versicherung, Deutschland-Rente oder österreichische Rentenkontosystem. Wichtig wäre die Neuordnung des bestehenden Sozialsystems mit dem Ziel, dass sich auch Selbständige, Beamte, Richter, Ärzte und Politiker zu dieser Solidargemeinschaft bekennen und sich an ihr beteiligen.
Es hat sich als sinnvoller erwiesen, öffentliche Mittel nicht als versteckte Subventionierung der Versi-cherungswirtschaft in die kapitalgedeckte Zusatzvorsorge (Riester-/Rürup-Rente) sondern in die Stärkung der Rentenversicherung zu investieren.
Dass dies wirtschaftlich und rechtlich möglich ist, macht uns das Beispiel Österreich vor. Dort zahlen 99,5 % der Bevölkerung in das Rentenkontosystem ein.
Österreich

• Monatlich durchschnittlich 1.560 Euro Alters-rente nach Sozialversicherungsbeiträgen und vor Steuern
• 14 mal jährlich

Deutschland

• Monatlich durchschnittlich 1.050 Euro Altersrente nach Sozialversicherungsbei-trägen und vor Steuern
• 12 mal jährlich