Tatort & Co für Gehörlose übersetzen

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Uwe Schummer
Uwe Schummer
Bild: Uwe Schummer

Berlin (kobinet) Öffentlich-rechtliche Fernsehsender bieten für gehörlose Menschen immer noch zu wenige Formate in deren Muttersprache, der Deutschen Gebärdensprache. Darauf wies der Beauftragte für Menschen mit Behinderungen der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, Uwe Schummer, in einer Presseinformation hin.

"Seit Einführung der neuen Rundfunkgebührenordnung in 2013 wurde das barrierefreie Sendeangebot deutlich ausgebaut. Seitdem zahlen auch Menschen mit Behinderungen einen ermäßigten Rundfunkbeitrag. Gleichzeitig haben ARD und ZDF zugesichert, ihre Angebote für diese Zuschauergruppe deutlich auszubauen. Vor allem die Untertitelung der Sendungen ist seitdem erfolgreich vorangeschritten: Über 90 Prozent der Sendungen werden damit ausgestrahlt. Das kommt bei vielen Zuschauern gut an. Vor allem Schwerhörige, Spätertaubte oder Menschen mit Migrationshintergrund, profitieren von diesem Angebot", erklärte Uwe Schummer. "Dabei geraten jedoch die rund 100 000 Menschen mit Hörbehinderung, die Sendungen in ihrer Muttersprache, der Deutschen Gebärdensprache, verfolgen möchten, meist in Vergessenheit. Für sie hat nur der Sender Phoenix einige Sendungen mit Gebärdensprachdolmetschung im Programm. Seit 2002 ist die Gebärdensprache als eigenständige Sprache in Deutschland anerkannt."

Andere Länder, wie Großbritannien, machten nach Ansicht von Uwe Schummer vor, dass es geht: Alle Sendungen würden dort mit Untertitelung, Audiodeskription und Gebärdensprache angeboten. "Die öffentlich-rechtlichen Sender in Deutschland können und müssen hier noch besser werden", so Uwe Schummer.