Behinderte Menschen in Entwicklungsländern nicht ausgrenzen

Veröffentlicht am von Hartmut Smikac

Emoji Rollinutzer mit Laptop
Emoji Rollinutzer mit Laptop
Bild: Aktion Mensch e.V.

Bensheim (cbm/kobinet) Behinderte Menschen in Entwicklungsländern werden ausgegrenzt. Sie haben keinen Zugang zu Bildung und damit auch keine Aussicht auf eine Erwerbstätigkeit - auf diesen Missstand weist die Christoffel-Blindenmission (CBM) aus Anlass des Welttag der sozialen Gerechtigkeit am 20. Februar hin.

Untersuchungen der Weltgesundheitsorganisation WHO zufolge sind Menschen mit Behinderungen deutlich häufiger von Arbeitslosigkeit betroffen als Menschen ohne Behinderungen. Die weltweit tätige Entwicklungshilfeorganisation CBM setzt sich dafür ein, dass Menschen mit Behinderungen, wie alle anderen auch, die gleichen Chancen auf ein wirtschaftlich unabhängiges Leben haben.

Hubert Seifert, der seit 25 Jahren als Experte für Existenzsicherungsprogramme für die CBM arbeitet und seit 1982 in Afrika lebt, stellt dazu fest: "Es geht darum, Menschen mit Behinderungen zu einem dauerhaften eigenen Einkommen zu verhelfen. Das geschieht in erster Linie durch Ausbildung, Bewerbungstrainings, Förderung beruflicher Selbstständigkeit und die Vergabe von Kleinkrediten für den Aufbau eines eigenen Geschäfts."

Außerdem sensibilisiert die CBM gemeinsam mit ihren lokalen Projektpartnern Banken und Arbeitgeber dafür, welches Potenzial in Menschen mit Behinderungen steckt. So sollen sich ihre Chancen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt und die Aussicht auf Kreditwürdigkeit verbessern. "Das Vorurteil, dass Menschen mit Behinderungen nicht selbstständig leben können, hält sich hartnäckig", bedauert Seifert.

Der beste Weg, um mit diesem Vorurteil aufzuräumen, sind erfolgreiche Gegenbeispiele. Im Jahr 2015 hat die CBM nach eigenen Angaben fast 92.000 Menschen mit Behinderungen im Rahmen von Existenzsicherungsprogrammen unterstützt. Die meisten von ihnen waren vorher auf andere angewiesen. Mit der Starthilfe der CBM konnten sie sich ein unabhängiges Leben aufbauen. Solche Erfolgsgeschichten freuen auch Hubert Seifert: "Was mich wirklich begeistert ist, wenn Menschen mir zeigen, wie sie erfolgreich ein Geschäft führen, eine Familie gründen und hart arbeiten, um ihren Kindern ein besseres Leben zu ermöglichen." Die CBM unterstützt zurzeit 650 Projekte in 63 Ländern.

Lesermeinungen zu “Behinderte Menschen in Entwicklungsländern nicht ausgrenzen” (3)

Von Tomtom

Genau , schauen wir nach Afrika , und freuen uns , wie gut's uns doch hier geht und rundum bestens versorgt werden ! Schon in den 60-zigern gab's dazu eine treffende Analyse. Danach hieß es , es ist treffend für die Satansjünger , immer das Leid in der Ferne zu thematisieren . Wer immer in die Ferne schaut , kann erhobenen Hauptes durch die Welt gehen , denn daß Leid vor seinen Füßen sieht er nicht und geht ungerührt darüber hinweg ohne einen Finger kmmen zu müssen . Scheint sich nichts geändert zu haben , wenn ich diesen Artikel lese. In Afrika fordern , was Behinderten hier ebenso verweigert wird, erbärmlich . Nein , in diesem Land verhungert keiner (offiziell) , aber es wird genauso ausgegrenzt und zurückgesetzt. Zitat aus eigenem Streit um berufliche Förderung nach9,5 Jahren Gerichtsverfahrer: "...eine Förderung wird abgelehnt , weil keine Aussicht auf wirtschaftlich vertwertbare Leistung auf dm 1. Arbeitsmarkt besteht..." Und das , obwohl ich 3Berufe erlernte , 20 Jahre Berufserfahrung hatte und 2 Einzelunternehmer bereit waren , mich auszubilden und einzustellen. Also " Christ-Kartoffel-Werk" : KEHR DOCH ERSTMAL VOR DER EIGENENHAUSTÜR , BEVOR DU ANDERE HÄUSER SÄUBERN WILLST !!!

Von Ernst

Zitat:

"Hubert Seifert, der seit 25 Jahren als Experte für Existenzsicherungsprogramme für die CBM arbeitet und seit 1982 in Afrika lebt, stellt dazu fest: "Es geht darum, Menschen mit Behinderungen zu einem dauerhaften eigenen Einkommen zu verhelfen. Das geschieht in erster Linie durch Ausbildung, Bewerbungstrainings, Förderung beruflicher Selbstständigkeit und die Vergabe von Kleinkrediten für den Aufbau eines eigenen Geschäfts."

Wenn man so was liest könnte man meinen nicht die anderen, sondern wir sind das Entwicklungsland wen manches so einfach ist und bei uns nur an der Bürokratie scheitert.

Vielleicht sollte ich auswandern.

Von Sven Drebes

Liebe Redaktion,
ob die "inklusiven Emojis" der Aktion Mensch gelungen sind, ist Geschmackssache. Aber bitte achtet doch künftig mehr darauf, dass das Bild zum Text passt. Hier, wo ein Rollifahrer mit Laptop einen Artikel zum Kampf gegen lebensbedrohliche Armut illustriert, ist das leider ziemlich misslungen.