Weg für inklusive Kinder- und Jugendhilfe ebnen
Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul
Bild: MFFJIV RLP
Düsseldorf (kobinet) Ein klares Bekenntnis zur inklusiven Kinder- und Jugendhilfe und für die Forderung nach einer entsprechenden Reform der Sozialgesetzgebung hat die rheinland-pfälzische Kinder- und Jugendministerin Anne Spiegel gestern beim 16. Knder- und Jugendhilfetag in Düsseldorf abgegeben. "Wenn wir Inklusion in der Kinder- und Jugendhilfe umsetzen wollen, müssen die staatlichen Leistungen für alle Kinder – ganz gleich, ob mit oder ohne Behinderung – im Sozialgesetzbuch VIII zusammengeführt werden. Wir brauchen diese Reform und erwarten, dass der Bund endlich einen Gesetzentwurf hierzu vorlegt", forderte Ministerin Spiegel.
Je nach Art ihrer Behinderung erhalten betroffene Eltern und Kinder Leistungen nach unterschiedlichen Sozialgesetzbüchern. Körperlich und geistig behinderte Kinder erhalten Leistungen nach dem Bundesteilhabegesetz (SGB) IX und damit von den Sozialämtern. Seelisch behinderte Kinder, die etwa unter Autismus oder ADHS leiden, bekommen die Hilfen nach dem Kinder- und Jugendhilferecht (SGB VIII) und damit von den Jugendämtern, stellte Anne Spiegel die Sachlage dar. Dadurch werden Eltern mit ihren Anliegen oft zwischen verschiedenen Behörden einer Kommunalverwaltung hin und her geschickt, bis klar ist, welches Sozialgesetzbuch greift. "Im Interesse der ohnehin bereits belasteten Familien brauchen wir hier eine Vereinfachung des Systems in dem Sinne, dass künftig die Kinder- und Jugendhilfe für alle Kinder zuständig ist", fordert Anne Spiegel.
