Heute Protest gegen Verweigerung nötiger Assistenz

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

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Bild: ht

Berlin (kobinet) Am Rathaus Kreuzberg, Yorckstraße 4-11, findet heute am 4. April ab 14:00 Uhr eine Protestaktion wegen der Verweigerung der Bezahlung der persönlichen Assistenz für Menschen mit Behinderung bei einem Krankenhausaufenthalt statt. "Kein Geld für lebensnotwendige Hilfe", so lautet das Motto des Protestes gegen die Praxis des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg, der eine Vereinbarung mit der Senatsverwaltung boykottiert.

"Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg hält sich nicht an die gültige Vergütungsvereinbarung für Hilfsleistungen für Menschen mit Behinderung. Aus diesem Grund besetzen Betroffene heute, am 4. April 2017, ab 14.00 Uhr das Rathaus Kreuzberg. Sie verlassen das Gebäude erst, wenn der zuständige Sozialstadtrat Knut Mildner-Spindler (DIE LINKE) eine Kostenzusage zur Bezahlung offener Forderungen gegeben hat", heißt es im Aufruf für die Aktion.

Wegen nicht beglichener Rechnungen für bereits erbrachte Unterstützungsleistungen im Krankenhaus sei der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg mitverantwortlich für die derzeitig sehr angespannte wirtschaftliche Situation des Assistenzdienstes ambulante dienste, heißt es im Aufruf. Der Bezirk verstoße mit der Verweigerung der Zahlungen gegen die Vergütungsvereinbarung, welche die Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales im Frühjahr 2016 mit den drei Berliner Anbietern von Persönlicher Assistenz abgeschlossen hat. Sie besage, dass die Kosten für Assistenz im Krankenhaus durch die Bezirke anteilig refinanziert werden.

"Für viele Menschen mit Körperbehinderung ist es geradezu überlebensnotwendig, dass sie eine vertraute Person bei einem Krankenhausaufenthalt begleitet. Abgesehen von der generellen Überlastung des Pflegepersonals kennt nur eine eingearbeitete Person die besonderen Bedürfnisse und körperlichen Empfindlichkeiten eines speziellen behinderten Menschen. Besonders notwendig ist die Anwesenheit einer Assistenz im Krankenhaus auch bei Menschen mit einer eingeschränkten Kommunikationsfähigkeit", heißt es im Aufruf. Der Assistenzdienst ambulante dienste wurde vor über 35 Jahren vom gleichnamigen Trägerverein gegründet. Mit seinen über 600 Mitarbeiter*innen unterstützt er über 100 Menschen in allen Bereichen des täglichen Lebens.

Lesermeinungen zu “Heute Protest gegen Verweigerung nötiger Assistenz” (3)

Von Behindert_im_System

Hallo mheidelberg,

ich denke mal dass es auch Menschen gibt welche noch etwas beweglicher sind in unseren Kreisen und die dann die Vorhut übernehmen könnten, bis dann die Streitmacht generell eintrifft.
Es sei Ihnen versichert, das mit der richtigen Strategie durchaus stufenweise so mancher Amtsstube mit Insasse sehr schnell das Lachen vergehen kann, man muss nur die Suppe richtig würzen bis der Rest der Gäste eintrifft. Da ist Kommunikation, alles was man braucht in der richtigen Strategie.

Von mheidelberg

@Behindert_im_System:
Können Sie mal schreiben, wieviel Zeit Sie benötigen, (vom Aufstehen) bis Sie aus dem Haus gehen können?
- Es gibt Menschen mit Behinderung, die dafür 3 Stunden und mehr brauchen.
Rechne ich eine Stunde Fahrzeit (was in Berlin üblich ist), müssten sie um 4.00 Uhr aufstehen, damit sie um 8.00 Uhr an einer Aktion teilnehmen zu können ...

Von Behindert_im_System

Warum werden derartige Aktionen immer Nachmittags durchgeführt? Wenn man etwas erreichen will, muss man den gesamten Verwaltungsapparat lahmlegen und dass beginnt morgens um 08.00 Uhr mit allem was Krach macht. Verlangt man ernst genommen zu werden, muss man dem Gegner zeigen dass man bereit ist ernst zu machen.