Schloss Friedrichsfelde für alle?

Veröffentlicht am von Franz Schmahl

 Rokoko-Fest am Schloss Friedrichsfelde 2014
Rokoko-Fest am Schloss Friedrichsfelde 2014
Bild: Rolf Barthel

Berlin (kobinet) Das Schloss Friedrichsfelde im Berliner Tierpark bleibt nach Auskunft des Senats weiterhin nicht barrierefrei. Ab wann es auch für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen zugänglich sein wird, sei derzeit nicht absehbar, sagte Dr. Klaus Lederer, Senator für Kultur und Europa. Er antwortete auf eine schriftliche Anfrage des Abgeordneten Thomas Seerig (FDP).

Nachdem das frühklassizistische Bauwerk von 1685 in der Zeit von 2009 bis 2011 für 3 694 376 Euro aus öffentlichen Mitteln saniert wurde, ist Schloss Friedrichsfelde wegen seiner alljährlichen Rokoko-Feste, Konzerte und anderen Veranstaltungen zu einer beliebten Attraktion für Berliner und Gäste der Stadt geworden. Für Hochzeiten, Geburtsgesellschaften oder Empfänge kann das Schloss gemietet werden. Aber wer mit dem Rollstuhl kommt, muss draußen bleiben.

Inwieweit hält der Senat aufwändige Sanierungen ohne die Herstellung von umfassender Barrierefreiheit für geeignet, um dem Ziel der Inklusion näher zu kommen, wollte jetzt der Abgeordnete wissen. "Grundsätzlich verfolgt der Senat die barrierefreie Erreichbarkeit öffentlich zugänglicher Anlagen. Die Behörden berücksichtigen bei ihren Entscheidungen die Belange mobilitätsbehinderter Personen. Im Einzelfall kann es allerdings Abweichungen geben", antwortete der Senator.

Die Baumaßnahmen umfassten lediglich die Modernisierung der haustechnischen Anlagen sowie die Instandsetzung beziehungsweise Restaurierung der Innenräume, begründete der Politiker der Linken die Abweichung: "Im Rahmen dieser Maßnahmen war die Schaffung eines barrierefreien Zugangs zum Erdgeschoss und 1. Obergeschoss nicht möglich, da hierfür wesentliche bauliche Änderungen notwendig gewesen wären. Der Einbau eines Aufzuges hätte einen unverhältnismäßigen Mehraufwand bedeutet."