Dr. Harry Fuchs erhält Kurt-Alphons-Jochheim-Medaille 2017
Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul
Bild: DVfR
Heidelberg (kobinet) Für sein außerordentliches Engagement für die Selbstbestimmung und gleichberechtigte Teilhabe behinderter Menschen in Deutschland wurde Dr. Harry Fuchs mit der Kurt-Alphons-Jochheim-Medaille 2017 geehrt. Mit dieser Auszeichnung würdigt die Deutsche Vereinigung für Rehabilitation (DVfR) das Lebenswerk von Dr. Harry Fuchs, der sich als unabhängiger Sozialrechtsexperte konsequent für die Anwendung und Umsetzung des SGB IX im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention eingesetzt hat.
"Sein Lebenslauf ist ein beeindruckendes Zeugnis von Arbeit für die Rehabilitation behinderter Menschen im Hauptamt und im Ehrenamt, gestaltend, beratend und wissenschaftlich, mit Blick auf Gesetzgebung, Verwaltung und Selbstverwaltung, Leistungserbringung und Interessenvertretung, Forschung und Lehre", führte Prof. Dr. Felix Welti von der Universität Kassel in seiner Laudatio während der Hauptvorstandssitzung der DVfR in Berlin am 18. Mai aus.
Seit den 60er Jahren ist Dr. Harry Fuchs in vielen Gremien für Institutionen und Personen tätig und vertritt als kritischer Geist die Interessen von Rehabilitanden. Als unabhängiger Sachverständiger wirkt Dr. Harry Fuchs seit 1996 u. a. beratend in den Bereichen Gesundheitswesen, Rehabilitation, Pflegeversicherung, aber auch Alterssicherung und Finanzierung von Sozialleistungssystemen an der Vorbereitung von Gesetzesvorhaben mit. Maßgeblich hat er an der Entwicklung und Weiterentwicklung des Neunten Sozialgesetzbuches sowie der Pflegeversicherung mitgewirkt. In den letzten Jahren hat sich Dr. Harry Fuchs aktiv und kritisch an der Diskussion um das Bundesteilhabegesetz beteiligt und engagiert sich nun, wo das Bundesteilhabegesetz beschlossen ist, für dessen Umsetzung. Derzeit begleitet Dr. Harry Fuchs in Nordrhein-Westfalen ein Anwenderforschungsprogramm zur Teilhabeförderung in der Altenpflege. Ziel ist es, zusammen mit der Caritas in Köln Ende 2019 ein Handbuch zur Organisation von Teilhabe in Altenheimen vorzulegen, heißt es in einer Presseinformation der DVfR zur Preisverleihung.
Dr. Harry Fuchs ist Mitglied der DVfR und gehört dem Hauptvorstand seit 2004 an. In den Gremien und bei vielen Tagungen der Vereinigung hat er sich mit Analysen und Vorschlägen für ein modernes System der Rehabilitation und Teilhabe eingebracht, stets mit Blick auf die Menschen, die auf Hilfe und Unterstützung angewiesen sind. Auch im Beirat des Diskussionsforums Rehabilitations- und Teilhaberecht www.reha-recht.de der DVfR arbeitet er aktiv mit.
Seinen umfassenden Sachverstand über das komplexe Sozialrecht, die Praxis des Sozialleistungssystems und die sozialpolitischen Entwicklungsbedarfe in Deutschland stelle Dr. Harry Fuchs konsequent im Rahmen ehrenamtlicher Tätigkeit zur Verfügung. Er gestalte nicht nur den Austausch in fachlichen Gremien engagiert mit, sondern berate ehrenamtlich auch Selbsthilfeverbände und ratsuchende Betroffene, die sich bei Problemen des Zugangs zu Rehabilitationsleistungen an ihn wenden, heißt es weiter vonseiten der DVfR. "Die Deutsche Vereinigung für Rehabilitation ehrt mit Harry Fuchs einen Menschen, der für den notwendigen Anteil von Verwaltung, Recht und Politik am Fortschritt der Rehabilitation steht. Sie ehrt ihn stellvertretend für viele, die sich in Verwaltung, Selbstverwaltung und Verbänden dafür einsetzen, die Rehabilitation zu verbessern. Und sie ehrt einen einzigartigen Menschen, der sich um die Rehabilitation besonders verdient gemacht hat", schloß Prof. Dr. Welti seine Laudatio.
Über die DVfR
Die DVfR ist in Deutschland die einzige Vereinigung, in der Vertreterinnen und Vertreter aller Akteure im Bereich Rehabilitation und Teilhabe gleichberechtigt zusammenwirken: Selbsthilfe- und Sozialverbände, Sozialleistungsträger, Rehabilitationseinrichtungen und -dienste, Reha-Experten sowie Berufs- und Fachverbände. Die Mitglieder der DVfR und ihre Partner in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft engagieren sich gemeinsam in einem interdisziplinären und sektorenübergreifenden, konsensorientierten Diskurs zur Weiterentwicklung von Rehabilitation, Teilhabe und Selbstbestimmung. Grundsätzlich befasst sich die DVfR dabei mit allen Bereichen der Rehabilitation, also der medizinischen, schulischen, beruflichen und sozialen Rehabilitation, sowie auch Fragen der gezielten Prävention im Sinne ihres Leitbildes und ihrer Satzung. So beschreibt sich die Vereinigung selbst.
