Keine inklusive Wahl
Veröffentlicht am von Franz Schmahl
Bild: Irina Tischer
Berlin (kobinet) Keine inklusive Wahl erwartet der Berliner Behindertenverband am 24. September. Barrierefreie Wahllokale sind in Berlin Mangelware, stellt Verbandsvorsitzender Dominik Peter in der September-Ausgabe der Berliner Behindertenzeitung fest. Viele behinderte Menschen könnten nicht zur Wahlurne gehen - selbst wenn sie über den neuen Bundestag abstimmen wollten. Es verwundert den Behindertenverband nicht, dass trotz großer Mühe und Suche nach passenden Wahllokalen derartig viele nicht oder nur bedingt barrierefrei sind.
"Die Wahllokale zeigen sinnbildlich auf, wie gedankenlos in Berlin seit vielen Jahren gebaut wird", meint Peter in seinem Artikel auf der Titelseite. "Solange Politiker alte Vorurteile raushauen, man könne sich barrierefreies Bauen nicht leisten, weil zu teuer - solange wird sich wenig ändern."
Dabei haben Studien - zuletzt durch die Terragon Investment GmbH aus Berlin - längst bewiesen, dass barrierefreies Bauen bei guter Konzeption und Planung nicht teurer sein muss.
Im Leitartikel der Zeitung kritisiert Christian Grothaus den im August vorgelegten Entwurf für ein bundesweit einzigartiges Mobilitätsgesetz, nachdem zum Beispiel jede Hauptstraße einen Radweg bekommen soll (löblich). Doch was ist mit der (eingeschränkten) Mobilität von Menschen mit Behinderungen, fragt Grothaus, der konkrete Vorschläge vermißt: "Was soll ich nun mit einem Gesetz, welches nur aus leeren Worthülsen besteht und derartig eindimensional gedacht ist?"

Von DanielM
Und hier noch ein interessanter Artikel über den Wahlrechts-Ausschluss von MmB auf ZEIT.de : http://www.zeit.de/politik/deutschland/2017-08/menschen-behinderung-wahlrecht-bundestagswahl