Tag des Persönlichen Budgets in Arnsberg

Veröffentlicht am von Hartmut Smikac

Beim Tag des Persönlichen Budget
Beim Tag des Persönlichen Budget
Bild: KSL Arnsberg / Ramon Wachholz

Arnsberg (kobinet) Die Unterstützungsleistungen des Staates als Nachteilsausgleich wurden in der Vergangenheit häufig in Form von Sachleistungen abgegolten. Das Persönliche Budget ist eine weitere Leistungsform, bei der behinderte oder von Behinderung bedrohte Menschen eine Geldleistung erhalten, um damit ihren Unterstützungsbedarf selbst zu organisieren. Das kann eine Arbeitsassistenz für wenige Stunden im Monat ebenso sein wie eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung sein.

Gesetzliche Grundlage für das Persönliche Budget ist Paragraf 29 Sozialgesetzbuch, Abschnitt IX. Obwohl alle Menschen mit Behinderungen das Persönliche Budget beantragen können, nutzen es aber nur wenige. Mit dem „Tag des Persönlichen Budgets“ wollte das Kompetenzzentrum Selbstbestimmt Leben für den Regierungsbezirk Arnsberg auf diese Möglichkeit hinweisen. „Für diese Menschen ist das Persönliche Budget ein Erfolgsmodell, das es ihnen ermöglicht, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen“, unterstreich Manuel Salomon vom KSL Arnsberg. Es gebe ihnen ein Mehr an alltäglicher Flexibilität, Selbstverantwortung und an Möglichkeiten, Unterstützungsleistungen individuell zu gestalten.

Besonders interessant für die Teilnehmer waren die Erfahrungen von Budgetnutzerinnen, welche darüber berichteten, wie sie das Persönliche Budget für ihre individuellen Anforderungen einsetzen. „Nur weil ich die Dinge in meinem Leben nicht mehr selbstständig lösen kann, heißt das nicht, dass ich nicht mehr selbstbestimmt und autonom in meinen Entscheidungen sein kann,“ sagte eine der Budgetnutzerinnen. Bei einer Reha-Maßnahme sei sie auf Informationen zum Persönlichen Budget gestoßen, berichtete sie. „Mein Leben ist mit dem Persönlichen Budget planbarer geworden und ich kann zuverlässiger agieren“, unterstreicht die 57-Jährige, die das Persönliche Budget seit 2015 zur Alltagsbegleitung bezieht.

Eindrucksvoll dokumentiert werden die durch die großformatigen Tafeln der Wanderausstellung „Das Persönliche Budget – mehr als Geld“, auf denen unter anderem Budgetnehmer ihre persönlichen Erfahrungen mit dieser gesetzlich begründeten Leistungsform schildern. Die Ausstellung wurde von den Kompetenzzentren Selbstbestimmt Leben NRW, einem Projekt des nordrhein-westfälischen Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales sowie des Europäischen Sozialfonds entwickelt und tourt derzeit durch das gesamte Bundesland. Das für den Regierungsbezirk Arnsberg zuständige Kompetenzzentrum „KSL Arnsberg“ hat seinen Sitz in Dortmund. Weitere Informationen zu dieser Ausstellung gibt es auf dieser Website.

Lesermeinungen zu “Tag des Persönlichen Budgets in Arnsberg” (2)

Von Gisela Maubach

Heute wird nun auch über die Veranstaltung in Köln berichtet, wobei die Leserbrieffunktion wieder deaktiviert ist:

https://www.kobinet-nachrichten.org/de/1/nachrichten/38938/Tag-des-Pers%C3%B6nliche-Budget-in-K%C3%B6ln.htm

Daher hier nochmal mein Dank an die Kölner, dass auch betont wurde, dass es keine (!) Behinderung gibt, die vom Budget ausgeschlossen wäre.
Insbesondere für diejenigen Menschen, für die in allen Angelegenheiten eine gesetzliche Betreuung bestellt ist, bleibt zu hoffen, dass diese bedeutende Chance auf Lebensqualität auch weiterhin thematisiert wird und nicht mehr ständig der öffentliche Eindruck erweckt wird, dass der Gang zu politischen Wahlurnen ihr einziges Problem sei.

Von Gisela Maubach

Am vergangenen Dienstag habe ich an der Auftaktveranstaltung zu der Kampagne "Persönliches Budget - Mehr als Geld" im Regierungsbezirk Köln teilgenommen.

Es war sehr informativ, zumal auch über die LVR-Zuständigkeiten ab 2020 berichtet wurde.

Sehr gefreut hat mich die Tatsache, dass alle Menschen mit allen (!) Behinderungen einbezogen wurden und unter den denjenigen Budgetnutzer(inne)n, die über ihre Erfahrungen berichteten, auch ein Vater dabei war, der als gesetzlicher Betreuer seiner behinderten Tochter über deren Budget berichtet hat.

Dafür bin ich sehr dankbar, und ich hoffe, dass es zukünftig zur Selbstverständlichkeit wird, dass keine Personengruppen mehr auf den behindertenpolitischen Tagesordnungen ausgegrenzt werden.