Grüne forcieren Inklusion in Rheinland-Pfalz
Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul
Bingen (kobinet) Mit großer Mehrheit haben die rheinland-pfälzischen Grünen gestern einen Antrag der Landesarbeitsgemeinschaft Bildung an die Landesdelegiertenversammlung in Bingen zum Thema Inklusion angenommen.
Unter dem Titel "Bildungseinrichtungen ebnen den Weg in eine Gesellschaft des Miteinander und der Teilhabe" haben sich die Delegierten für das Elternwahlrecht bei der Schule für ihr Kind, für die Verpflichtung der Kommunen zur Entwicklung regionaler Inklusionspläne sowie für die Fortschreibung der Schulprogramme unter dem Gesichtspunkt der Inklusion ausgesprochen. Sie fordern gleichzeitig die Landesregierung auf, bei der Qualifizierung der Kollegien aller Schularten sowie der Lehramtsstudierenden förderpädagogische Kompetenzen stärker in den Blickpunkt zu rücken und Multiprofessionalität und Teamentwicklung als neue Leitbilder der Arbeit in den Schulen zu etablieren. Unstrittig war ebenfalls, dass mit den Barrieren in den Köpfen auch die realen in den Gebäuden fallen müssen und für Neubauten auch neue Schulbaurichtlinien auf die Belange Behinderte ausgerichtet werden müssen.
Ruth Ratter umreißt das Ziel des Antrags als Mehrgenerationenprojekt, bei dem es nicht auf Quoten und Zahlen ankommt. "Wir werden nicht verhindern können, dass Bildungsbiografien unterschiedlich verlaufen, aber wir wollen nicht länger zuschauen, wie Kinder benachteiligt werden, weil sie ein Handicap haben oder nicht ihren Begabungen und Möglichkeiten gemäß gefördert werden", so Ruth Ratter, Sprecherin für Bildung und Kultur der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen Rheinland-Pfalz.
"Inklusion betrifft die gesamte Gesellschaft. Wir Grüne wollen eine Kultur der gleichberechtigten Teilhabe aller Menschen in der Gesellschaft voran bringen, die jeden Menschen, so wie er ist, mit seinen Vorzügen und Schwächen, seinen Möglichkeiten und Beschränkungen anerkennt und achtet. Unser Ziel ist eine Gesellschaft, in der Verschiedenheit der Menschen als Normalität wahrgenommen und gelebt wird. Verschiedenheit darf nicht zur Ausgrenzung führen", so der Landesvorsitzende der rheinland-pfälzischen Grünen Thomas Petry.
