Heute vor einem Jahr starb Maria-Elisabeth Bolsinger
Veröffentlicht am von Gerhard Bartz
Bild: Gerda Mahmens
Magstadt (kobinet) Frau Bolsinger lebte zwanzig Jahre in verschiedenen Pflegeheimen, Seit Dezember 2009 gegen ihren Willen. Am 1. März 2012 gelang endlich der Auszug aus einem "Heim", in dem sie in einer schrecklichen Umgebung leben musste. Dies alles ist auf ihrer Gedenk-Internetseite dokumentiert. Die kobinet-nachrichten berichteten darüber. Auf Anfrage teilte der stellvertretende ForseA-Vorsitzender Jens Merkel mit: "Keiner, nicht einer der beteiligten Kostenträger (AOK Baden-Württemberg und Bayern und diverse Sozialämter im süddeutschen Raum) haben sich hier mit Ruhm bekleckert. Einschlägige Gesetze wurden ignoriert. Durch endlose Debatten wurde der Auszug aus den Heimen stets im vollen Wissen um die Missstände verzögert. Durch ihr vehementes Streiten für ein selbstbestimmtes Leben wurde Frau Bolsinger in den Heimen isoliert und von Heim zu Heim weiterverschoben. Erst durch das beherzte Auftreten von Gerda Mahmens, damals noch für den Ambulanten Pflegedienst 'Pour la vie Pflege' tätig, konnte dieser Teufelskreis aus Assistenz- und Wohnungssuche unterbrochen werden."
Das selbstbestimmte Leben konnte Frau Bolsinger nur kurze Zeit kennen lernen. Nach nur 52 Tage starb sie im Alter von 60 Jahren in einer Klinik. Auch nach einem Jahr weigert sich das Landratsamt Böblingen, die Assistenzkosten für diese Zeit zu übernehmen, ist auf der Internetseite von Frau Bolsinger zu lesen. Jens Merkel schließt daraus, dass der Kostenträger ein Exempel statuieren will: "Wo kämen wir da hin, wenn dieses Verhalten Schule macht und Heiminsassen so einfach rausgeholt werden?" Gerda Mahmens hat unter dem Eindruck dieser Ereignisse einen Verein gegründet: Zuhause leben e.V. mit Sitz in Stuttgart.
