Mahnwache am Berliner Fernsehturm

Veröffentlicht am von Franz Schmahl

Ilja Seifert
Ilja Seifert
Bild: Rolf Barthel

Berlin (kobinet) Zum Mai-Empfang des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) morgen auf dem Berliner Fernsehturm wird eine Mahnwache vor dem höchsten Bauwerk in Deutschland aufziehen. Der Berliner Behindertenverband protestiert dagegen, dass sein Mitglied Ilja Seifert wie andere Bundestagsabgeordnete eingeladen, doch telefonisch wieder ausgeladen wurde, weil der Zugang zu Restaurant und Aussichtsdeck nicht barrierefrei ist.

Der behinderten- und tourismuspolitische Sprecher der Linksfraktion hatte schon 2011 und 2012 in Briefen an DGB-Chef Michael Sommer darauf aufmerksam gemacht, er als Rollstuhlfahrer und andere Menschen mit Mobilitätsbeeinträchtigungen dürften aus Sicherheitsgründen nicht hinauf. Der DGB möge mit Blick auf die UN-Behindertenrechtskonvention einen barrierefreien Ort auswählen. Jetzt wurde Seifert zum dritten Mal wieder ausgeladen.

Die Mahnwache, zu der der Berliner Behindertenverband aufgerufen hat, postiert sich am Donnerstag Abend von 18:30 bis 19:30 Uhr vor dem Eingang zum Fernsehturm. "Wir fordern den Deutschen Gewerkschaftsbund auf, Menschen mit Behinderungen nicht länger von seinen Veranstaltungen auszugrenzen", heißt es im Aufruf des Verbandes. Barrierefreiheit sei eine Voraussetzung für politische Teilhabe. Orte, die nicht barrierefrei sind, müssten für öffentliche Veranstaltungen tabu sein. Der DGB sollte hier vorbildlich und solidarisch voran gehen.

Lesermeinungen zu “Mahnwache am Berliner Fernsehturm” (3)

Von Arnd Hellinger

Irgendwie gar nicht schön, dass sich hinsichtlich der Barrierefreiheit des Berliner Fernsehturms trotz diverser Aktionen u. a, des BBV seit 2007, an denen ich nicht ganz "unschuldig" war, noch immer nichts Wesentliches getan hat. Hier sollten wir der Eigentümerin (Deutsche Telekom AG) wohl nochmal auf die Finger klopfen. Inklusion gilt auch für Touristenmagnete!

Noch beschämender ist allerdings, dass es der DGB nicht für nötig zu halten scheint, seine Empfänge etc. grundsätzlich in barrierefreie Lokalitäten - derer gibt es ausreichend in Berlin - zu verlagern. Bei den Gewerkschaften scheint die Bewusstseinsbildung im Sinne der UN-BRK also auch noch nicht angekommen zu sein. :-(

Die zu bohrenden Bretter werden wohl vorerst nicht wirklich dünner - leider...

Von Lina

Das schlägt dem Fass den Boden aus! Der DGB lädt zum MAI-EMPFANG ein. Da war doch was... ach ja richtig - das Wort "Solidarität" kommt da auch vor.
Und ausgerechnet bei einer solchen Veranstaltung werden Menschen ausgegrenzt. Und noch viel schlimmer: die Veranstalter haben nichts aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt. Das ist eine unglaubliche Ignoranz gegenüber den Schwachen in dieser Gesellschaft. WEHRT EUCH!!!

Von Norbert Voigt

Ich / wir sind nicht behindert, wir werden von anderen behindert gemacht. Sonst würden die Verantwortliche Personen sich einsetzen, damit z. B. Berliner Fernsehturm Barrierefreiheit gestalten wird, damit Rollstuhlfahrer, Menschen mit Rollator sowie Mütter mit Kinderwagen auf den Fernsehn kommen.