Diskussionspapier "Teilhabe am Arbeitsleben"
Veröffentlicht am von Harald Reutershahn
Bild: DPWV Hessen
Frankfurt a.M. (kobinet) Der PARITÄTISCHE Wohlfahrtsverband Hessen hat das Thema Barrieren auf dem Arbeitsmarkt aufgegriffen und ein Diskussionspapier veröffentlicht. In der Publikation kommen Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Sozialwirtschaft ebenso zu Wort wie aus Einrichtungen der Behindertenhilfe und Betroffenen-Vertretungen.
Wo finden Menschen mit Behinderung ihren Platz in der Arbeitswelt? Die Forderung nach Inklusion stellt bisherige Konzepte in Frage. Die UN-Behindertenrechtskonvention fordert einen inklusiven Arbeitsmarkt, der für alle Menschen offen und zugänglich ist. Exklusive Sondereinrichtungen wie Werkstätten für Menschen mit Behinderungen werden vor diesem Hintergrund zunehmend auf den Prüfstand gestellt.
In diesem Spektrum widersprechen sich die Positionen zum Teil scharf: Sie reichen von der Forderung, Werkstätten für Menschen mit Behinderungen als "eine der großen und wichtigen sozialpolitischen Errungenschaften der Nachkriegszeit" zu würdigen und weiterzuentwickeln bis zu der Ansicht, dass über eine "Laufzeitbegrenzung" für solche Sondereinrichtungen nachgedacht werden müsse.
Aus Sicht des PARITÄTISCHEN Hessen müssen für Menschen mit Behinderungen verstärkt Beschäftigungsmöglichkeiten auf dem Ersten Arbeitsmarkt geschaffen werden. Er fordert Hindernisse, die den gleichberechtigten Zugang verhindern oder erschweren, zügig abzubauen. Auf dem Weg zum inklusiven Arbeitsmarkt leisten erste Ansätze wie zum Beispiel Integrationsfirmen einen wichtigen Beitrag.
Das 25-seitige Diskussionspapier "Teilhabe am Arbeitsleben" ist im Rahmen des Schwerpunktthemas Inklusion entstanden, das sich der PARITÄTISCHE Hessen für dieses Jahr gesetzt hat. Es möchte einladen, sich eine Meinung zu diesem gesellschaftlich wichtigen Thema zu bilden. Kostenlos rhältlich ist die Broschüre in der Landesgeschäftsstelle des PARITÄTISCHEN, über email: [email protected] oder Telefon 069 - 955262-57. Außerdem steht das Diskussionspapier als barrierefreie pdf-Datei zum Download unter www.paritaet-hessen.org/fileadmin/dokumente/veroeffentlichungen/inklusion-teilhabe_am_arbeitsleben_barrierefrei.pdf bereit.

Von Inge Rosenberger
Wo finden Menschen mit schwerer und mehrfacher Behinderung in Bezug auf Teilhabe am Arbeitsleben (_auch_ in Werkstätten und Förderstätten) überhaupt eine Erwähnung???
Meine Befürchtungen gehen dahin, dass Menschen, die nicht "kostenneutral" und/oder öffentlichkeitswirksam inkludiert werden können, aus der Eingliederungshilfe herausgenommen und in die Pflege abgedrängt werden sollen.
Von Lina
Die gestellten Fragen sind überfällig. Die Unternehmen auf dem ersten Arbeitsmarkt können sich ausruhen. "Behinderte" gehören in die Werkstätten als Menschen zweiter Klasse ( Menschen definieren sich ( leider oft ) über ihre Arbeit) .
Die übrigen ArbeitnehmerInnen muss man nicht beschäftigen, man "kauft sich frei" .
Und so muss auch kein barrierefreier erster Arbeitsmarkt geschaffen werden. Ist das "erstrebenswert"?
Von Gisela Maubach
"Exklusive Sondereinrichtungen wie Werkstätten für Menschen mit Behinderungen werden vor diesem Hintergrund zunehmend auf den Prüfstand gestellt"???
Wer derartige Aussagen macht und die erstrebenswerten Tagesstrukturen von Menschen mit Behinderungen grundsätzlich nur auf Arbeit reduziert, kann das nicht inklusiv nennen, denn tatsächliche Inklusion würde bedeuten, dass auch (!) die Tagesstrukturen nicht-arbeitsfähiger Menschen thematisiert würde.