Trauer um Dr. Hans-Eugen Schulze

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Dr. Hans-Eugen Schulze
Dr. Hans-Eugen Schulze
Bild: Dr. Hans-Eugen Schulze

Marburg (kobinet) Die Deutsche Blindenstudienanstalt (blista) und der Deutsche Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf (DVBS) trauern um Dr. Hans-Eugen Schulze. Der blinde Richter am Bundesgerichtshof a.D. verstarb vergangenen Dienstag in Karlsruhe.

"Wir verlieren einen lieben Freund und werden ihn als klugen Strategen vermissen ...", bekräftigt Claus Duncker, Direktor der blista: "Dr. Hans-Eugen Schulze war ein Wegbereiter für viele blinde Menschen, die ihren Lebensweg selbstständig und selbstbewusst gestalten wollten. Er ist unseren Schülerinnen und Schülern bis heute und sicher auch künftig ein großes Vorbild. Dafür ist die blista ihm unendlich dankbar."

Die Carl-Strehl-Schule der blista besuchte Dr. Hans-Eugen Schulze von Ostern 1944 bis Ostern 1945, um die Allgemeine Hochschulreife zu erwerben. Er blieb der blista als Mitglied des Vereins auf das Engste verbunden und wurde im Jahr 2002 "In Würdigung seines Herausragenden Wirkens für die Rehabilitation und Integration blinder und sehbehinderter Menschen in Deutschland und in den Entwicklungsländern" durch die blista und den DVBS mit der Carl-Strehl-Plakette ausgezeichnet.

Dem DVBS gehörte er seit 1945 an und er bekleidete in unserer Selbsthilfeorganisation über all diese Jahre verschiedene Ämter. Der DVBS-Vorsitzende Uwe Boysen hatte Dr. Schulze in der Vereinszeitschrift "horus" vergangenes Jahr noch zum 90sten Geburtstag gewürdigt (http://www.dvbs-online.de/horus/2012-2-5069.htm). Zu seinem Tode meint Uwe Boysen: "Er war ein Kämpfer, der mit präzisen Argumenten beharrlich für die Dinge stritt, von denen er überzeugt war. Die Selbsthilfe verdankt diesem Mann viele herausragende Anstöße sowohl im juristischen Bereich wie auf dem Feld der Seniorenarbeit und der Entwicklungshilfe."