Film des Jahres im Doppelpack
Veröffentlicht am von Franz Schmahl
Bild: Uwe Klees/thalmannverlag
Berlin (kobinet) Meinen Film des Jahres - "Auf den zweiten Blick" von Sheri Hagen - gibt es jetzt als Hörfilm im Doppelpack mit der wundervollen Filmmusik von Jazz-Pianist Reggie Moore. Der New Yorker lebt seit 19 Jahren in Berlin und unterrichtet dort an der Hochschule für Musik "Hanns Eisler" Klavier. Die Schauspielerin hat als Regisseurin, Autorin und Produzentin im November einen schon zuvor mit Preisen ausgezeichneten Film aus Berlin in die Kinos gebracht (siehe Ankündigung bei kobinet). Der steht allerdings viel zu wenig auf dem Spielplan. Und viele Kinos sind nicht barrierefrei. Sheri Hagen, geboren in Lagos/Nigeria, aufgewachsen in Hamburg, lebt nach ihrem Studium in Hamburg und Wien in Berlin. In einem Episodenfilm erzählt sie über Liebesgeschichten in ihrer Stadt. Von den sechs Protagonisten sind zwei blind, zwei sehbehindert und zwei sehend. Und auch mein Lieblingssender Jazzradio Berlin kommt im Film vor.
Es ist der erste deutsche Film mit so vielen schwarzen Darstellern. "Das ist tolle Inklusion", so eine Kritik aus der Szene der sehbehinderten Menschen. "Ein sympathischer Film über sympathische Außenseiter", schrieb ein anderer Kritiker. Sheri Hagen wünscht sich, dass mehr Geschichten von Menschen erzählt werden, "die wir tagtäglich im Straßenbild sehen". Das sind fürwahr keine Außenseiter. Aber Vorbehalte, ja manchmal Furcht vor denen, die anders aussehen, gibt es auch im multikulturellen Berlin noch immer. Im Interview mit inklusiv! sagte Sheri Hagen: "Wenn wir Menschen mit Behinderung oder mit anderer Couleur, ihre Gedanken und Gefühle nicht im Fernsehen oder im Kino zeigen, dann hat Tante Erna von nebenan Angst davor und weiß sich nicht zu verhalten. Aber wenn sie mehr davon sieht, wird sie es nicht ausblenden können und überwindet vielleicht sogar ihre Berührungsängste."
Auf den zweiten Blick
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