Gehörlose fordern gleichberechtigte Kommunikation
Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul
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Köln (kobinet) Laut Daten des Statistischen Bundesamts kommuniziert ein deutscher "Otto-Normalverbraucher" ohne Behinderung zwei Stunden pro Tag. Da Taube/Schwerhörige wegen ihrer Hörbehinderung und Kommunikationsbehinderung im Kontakt mit Normalhörenden die Deutsche Gebärdensprache als Erstsprache im Alltag verwenden, benötigt man nach Angaben des Arbeitskreises Sign-Teilhabe aus Köln theoretisch täglich für zwei Stunden eine Gebärdensprach-Dolmetscherin.
Diese Unterstützung sei für eine tatsächliche Teilhabe im sozialen, kulturellen, politischen und bürgerlichen Bereiche in der Gesellschaft nötig, wie beispielsweise beim Notar, bei Baufirmen, für die Erfüllung der Lebensgrundlagen, zum pflegen der sozialen Kontakte, zum Ausgehen ins Theater und Museen, zum telefonieren, zum Besuch von Volkshochschul-Kursen, etc. Jedoch herrscht in Deutschland nach den Erfahrungen des Arbeitskreises Sign-Teilhabe noch chronischer Versorgungsmangel bei Gebärdensprach-Dolmetschenden und die Einsätze der Dolmetscher (inkl. Fahrkosten, Wartezeit, Kilometergeld und Steuer) sind kostspielig. Dadurch ist eine Ermittlung zur angemessenen Höhe des derzeit diskutierten Teilhabegeldes schwierig. "Diese Auskünfte des Statistischen Bundesamts haben uns gezeigt, dass für das Thema zu den gesetzlichen Ansprüchen auf Soziale Teilhabe und Teilhabegeld immer noch ein Klärungsbedarf besteht und ein Paradigmenwechsel in der Gesellschaft nicht mehr wegzudenken ist", heißt es in einer Presseinformation des Arbeitskreises.
Zum Beispiel sollte die Deutsche Gebärdensprache als 2. Amtssprache anerkannt werden, um so das Bewusstsein und die Implementierung der Deutschen Gebärdensprache in das gesamtgesellschaftliche und soziale Leben zu sichern und um das soziale Miteinander zwischen nichtbehinderten Menschen und hörbehinderten Menschen zu ermöglichen. Grundsätzlich sollte sich das Bewusstsein über Teilhabe und Barrierefreiheit in Deutschland ändern, so dass schon alleine dadurch, dass die Bevölkerung sich dem Thema Hörbehinderung und Gebärdensprache öffnet, geringere Kosten für den Einsatz von Gebärdensprachdolmetschenden entstehen, fordert der Arbeitskreis Sign-Teilhabe.
