Aktionswoche der Arbeitsagentur
Veröffentlicht am von Franz Schmahl
Nürnberg (kobinet) Mit der heute beginnenden bundesweiten „Aktionswoche für Menschen mit Behinderung" will die Bundesagentur für Arbeit ihr Engagement für die gleichberechtigte Teilhabe dieser Männer und Frauen an Gesellschaft und Arbeitswelt unterstreichen. Die Agenturen für Arbeit und Jobcenter wollen vom 1. bis 5. Dezember die Öffentlichkeit dafür sensibilisieren, dass behinderte Menschen ganz selbstverständlich ihren Beitrag zu Gesellschaft und Arbeit leisten können.
Heinrich Alt, Vorstand Arbeitsmarkt, erklärte in einer Presseinformation: „Ich glaube, dass sich im Umgang mit behinderten Menschen die Qualität einer Gesellschaft zeigt. Als moderne und soziale Arbeitsgesellschaft muss es unser Ziel sein, jeden gleichberechtigt teilhaben zu lassen, um ein selbstbestimmtes Leben führen zu können. Das bedeutet auch, nicht die Menschen mit Behinderung passen sich an ihr Umfeld an, sondern wir alle organisieren den Alltag und damit auch die Arbeit so, dass diese Männer und Frauen selbstverständlich mittendrin und dabei sind. Jeder Mensch brennt darauf, sein Leben in die Hand zu nehmen, seine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Das gilt für behinderte Menschen genauso wie für Nichtbehinderte. Dabei sollten wir uns alle auch immer wieder vor Augen führen, dass nicht behindert zu sein ein Zustand ist, der jeden Tag beendet sein kann."

Von Gisela Maubach
Zitat aus dem Beitrag:
" . . . die Öffentlichkeit dafür sensibilisieren, dass behinderte Menschen ganz selbstverständlich ihren Beitrag zu Gesellschaft und Arbeit leisten können . . ."
und
"Jeder Mensch brennt darauf, sein Leben in die Hand zu nehmen, seine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen."
Im Umkehrschluss will man also die Öffentlichkeit dafür "sensibilisieren", dass keine Menschen existieren, die ihr Leben nicht (!) selbst in die Hand nehmen können und ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen können.
Die Formulierung "jeder Mensch" ist ein Schlag in's Gesicht all derer, die ihre arbeitsunfähigen Angehörigen (ohne Honorierung als "Assistenz") bis an die Grenzen der Belastbarkeit pflegen und betreuen.