Ehrung für Heinrich Buschmann
Veröffentlicht am von Franz Schmahl
Bild: Verein Mobil mit Behinderung
Jockgrim (kobinet) Der Vorsitzende des Vereins Mobil mit Behinderung erhält heute das Bundesverdienstkreuz am Bande, teilte der Verein mit. Seit fünfzehn Jahren engagiert sich Heinrich Buschmann (Jahrgang 1954) dafür, dass Menschen mit Handicap und ihre Familien mobil sind. Er gründete den Verein in der Verbandsgemeinde Jockgrim im Landkreis Germersheim, in der er seit fünf Jahren auch als Behindertenbeauftragter tätig ist.
Als Rollstuhlnutzer stand Heinrich Buschmann vor fünfzehn Jahren wie tausende Betroffene bis heute vor der Frage, wie ein aktives Leben für ihn möglich ist. Der Schlüssel: Mobilität. Der Computerentwickler eines großen deutschen Elektronikunternehmens benötigte ein neues, auf seinen aktuellen Bedarf zugeschnittenes Auto, um sein berufliches, ehrenamtliches und privates Leben gestalten zu können, so die Presseinformation des Vereins:
Nicht immer können öffentliche Transportmittel, beispielsweise in ländlichen Regionen, behinderungsbedingte Mobilitätsnachteile ausgleichen. Die Kosten für einen speziell umgebauten PKW, insbesondere bei hohen Lähmungen und Elektrorollstuhlnutzung, liegen hingegen schnell in einem hohen fünfstelligen Euro-Bereich. Gar nicht so selten geht es sogar ins Sechsstellige hinauf. Kaum ein Mensch mit Handicap kann das finanziell aus eigener Tasche stemmen. Wer keiner Erwerbsarbeit, ehrenamtlichen Tätigkeit oder Ausbildung nachgeht, hat gegenwärtig jedoch kaum eine Chance, finanzielle PKW-Hilfen vom Staat zu bekommen. Das betrifft beispielsweise auch Familien mit einem behinderten Kind.
Der Verein Mobil mit Behinderung, den Heinrich Buschmann gründete, kümmert sich um genau dieses Problem. Ganz praktisch leisten ehrenamtliche Beraterinnen und Berater wertvolle Hilfe zur Selbsthilfe, wenn es für Einzelpersonen oder Familien darum geht, ein behindertengerechtes Auto finanzieren zu müssen. Insbesondere Stiftungen springen häufig bei der Finanzierung mit ein.
Heinrich Buschmann interessiert nach Kräften aber auch Politikerinnen und Politikern für das Thema Nachteilsausgleich. „Es gibt keine Garantie auf ein gesundes, unbeschwertes, nicht behindertes Leben. Keiner ist vor einer Behinderung sicher. Die Gesellschaft sollte sich im Klaren darüber sein, dass es morgen jeden treffen kann und aus dieser Erkenntnis heraus den Willen, die Kraft und Motivation entwickeln, die Nachteile jedes Einzelnen auszugleichen", sagt Heinrich Buschmann. Deshalb seien auch die Ausgestaltung des Bundesteilhabegesetzes, das aktuell im Bundesarbeitsministerium entworfen wird, und eine ausreichende Mittelausstattung Themen für alle Menschen, nicht nur für die Politik und Behindertenverbände.

Von Gisela
Ohne den MMB und all den Beratern wäre ich nie dazu gestossen. Auch ich gehöre zu den Glücklichen, denen Hilfe wiederfuhr. Deshalb wurde ich Regionlleiterin.
Von Gisela
Bundesverdienstkreuz am Band
Auch wenn er sich nicht mehr so gut bewegt
Er schafft es, dass eine stetig wachsende Gruppe hinter ihm steht
Diese Arbeit bleibt nicht lange unerkannt
Auf seiner Brust das Ehrenkreuz nun prangt
In die Familie, die Arbeit er seine Energie rein presst
Als ihn ganz plötzlich die Gesundheit verlässt
Im Moment ist er ganz paff
Doch! Er nimmt's nicht hin, er sich aufrafft
Angangs fand er es gemein
Bald stellt er fest, dass er ist nicht allein
Das Leben geht weiter, wie soll man's nennen
Bald lernt er auch noch andre betroffene Menschen kennen
Trotz allem leben sie autark
Sie erkennen, nur gemeinsam sind wir stark
Er ist stark sondergleichen
Im Leben will er noch so viel erreichen
Was hier geschieht, er glaubt, das ist nicht wahr
Wie sich die Gesellschaft den Behinderten offenbar
Es entfaltet sich ein verbales Gerangel
In der Gesellschaft herrscht ein massiver Mangel
Kaum ein Amt wirklich die Gesetze befolge
Sie wird dunkler der Gesellschaft Armenwolke
Setzt man sich mit dem Leben auseinander, tuts nicht mehr so weh
Sich austauschen, nicht verkriechen, darum gründet er den MMB
All' seine Arbeit, sie ist viel wert
Deshalb hat man ihn nun geehrt
Diese gute Idee, so Manchem gefiele
Denn der Verein ist wie eine große Fami
Von Brigitte Betzel Haarnagel
Mit dieser wohlverdienten Auszeichnung müsste ja nun auch endlich bei allen Behörden angekommen sein, die Anträge auf KFZ Förderung positiv zu bescheiden und nicht gegen die Antragsteller --und gesetzlichen Vorgaben-- zu arbeiten, die sich ihr Schicksal, ein Mensch mit Behinderung zu sein, sicher nicht freiwillig ausgesucht haben.
Lieber Heinrich und Dir und allen Aktiven des MMB weiterhin Erfolg und Kraft dieses Ziel zu erreichen und Menschen zu helfen, mobil mit Behinderung werden zu können.
Liebe Grüssle und Danke für Deinen/Euren Einsatz
Brigitte Be.-Ha.