ALBA-Rollis vor riesiger Kulisse

Veröffentlicht am von Franz Schmahl

ALBA-Rollis vor fast 11 000 Zuschauern
ALBA-Rollis vor fast 11 000 Zuschauern
Bild: Eberhard Thonfeld/Camera 4

Berlin (kobinet) ALBA-Fans schnupperten Paralympics-Luft, berichtet der Behinderten-Sportverband Berlin. Nahezu 11.000 Besucher hatten Gelegenheit, Rollstuhlbasketball live zu erleben. Beim Heimspiel von ALBA Berlin in der Euroleague gegen Panathinaikos Athen zeigten die Rollstuhlbasketballer von den ALBA-Rollis in einer Pauseneinlage, wie attraktiv ihre Sportart ist. Klaas Brose, Geschäftsführer des Behinderten-Sportverbandes Berlin, betonte in einer Presseinformation: „Es war für unsere Basketballer grandios, vor so einer riesigen Kulisse ihre Sportart zu zeigen. So eine Kulisse könnte nur noch bei den Paralympics in Berlin getoppt werden. Das würde auch zu mehr Barrierefreiheit in den Sportstätten führen, und das genau brauchen wir."

Nach Sledge-Eishockey bei den Eisbären und Sitzvolleyball bei den Berlin Recycling Volleys war das die dritte Station des Behindertensports innerhalb einer Woche bei Berliner Profivereinen. Eingefädelt hatte das Ganze Red Frister von den ALBA-Rollis, der mit seinen Schützlingen das Projekt „Rollstuhlbasketball macht Schule" vorstellte. Rollstuhlbasketball ist neben Sitzvolleyball und Sledge-Eishockey nicht nur eine der wenigen inklusiven Mannschaftssportarten, sondern auch mindestens so schnell und kampfbetont wie der Basketball der „Fußgänger". Am 17. Februar werden die Spieler von Union Berlin die Blindenfußballer vom „FC Viktoria 1889 Berlin Lichterfelde-Tempelhof e.V." beim Training besuchen.

Lesermeinungen zu “ALBA-Rollis vor riesiger Kulisse” (1)

Von Sven Drebes

Ich halte die Hoffnung, Olympische und Paralympische Spiele in Berlin würden für mehr Barrierefreiheit allgemein und mehr allgemein nutzbare barrierefreie Sportstätten im Besonderen sorgen, für völlig unbegründet.
- Der Berliner ÖPNV soll bereits nach jetzigen Plänen ab 2020 vollständig barrierfrei sein. Hier könnte es sogar eine Verzögerung geben, wenn beschlossen wird, irgendwelche U-, S-, Regional- oder Straßenbahnstrecken zu verlängern, um irgendwelche Sportstätten anzubinden, die diese Anbindunng nur während der Spiele brauchen.
- Für die Durchführung der Paralympics reichen wahrscheinlich die schon jetzt (einigermaßen) barrierefreien Sportanlagen wie Olympiastadion, Jahn-Sportpark, Max-Schmeling-Halle, O2-World, Velodrom, Sportforum etc. Warum soll man da mehr barrierefreie Sportstätten erwarten? Die, die neu gebaut oder umgebaut werden und danach stehen bleiben, sind so groß, dass kein Behindertensportverein ernsthaft glauben kann, sie nutzen oder gar "bespielen" zu können.
- Im Olynpischen Dorf wird es einige barrierefreie und rollstuhlgerechte Apartments geben. Die Frage ist aber, ob die nach den Spielen zu "richtigen" Wohnungen oder Studentenwohnheimen (sind auch wichtig) werden. Die für das Dorf diskutierten Standorte sind zudem ziemlich abgelegen.

Sollte der Senat dann nicht lieber ein paar Prozent der bisher veranschlagten Kosten von rund 2,5 Milliarden Euro direkt in Maßnahmen zur Herstellung von Barrierefreiheit investieren?!