Tagung: Ernst Klee - unbeirrbar für Menschenwürde
Veröffentlicht am von Harald Reutershahn
Bild: Evang. Akademie Frankfurt
Frankfurt a.M. (kobinet) Die Evangelische Akademie Frankfurt veranstaltet zusammen mit dem Fritz Bauer Institut am 8. und 9. Mai 2015 im Dominikanerkloster Frankfurt und in der Goethe-Universität eine Tagung, in der das Leben und das Werk des Frankfurter Journalisten, Autors und Filmemachers Ernst Klee gewürdigt wird.
Ernst Klee starb im Alter von 71 Jahren am 8. Mai 2013. Er hat mit seinen Arbeiten viele öffentliche Diskussionen angefacht. Die meisten haben bis heute ihre gesellschaftliche Brisanz nicht verloren: So war er ein Verfechter der Inklusion, lange bevor es den Begriff gab, und seine Bücher zur Medizin und zur "Euthanisie" im NS-Staat haben ein langes Schweigen gebrochen.
"Die Behindertenarbeit ist nur ein Teil, aber ein wichtiger, im Schaffen von Ernst", berichtet Georg Gabler als Teilnehmer an dem legendären Frankfurter Volkshochschulkurs "Bewältigung der Umwelt". Gabler wird bei der Tagung darüber reverieren, "wie Ernst Klee zusammen mit Gusti Steiner 1973 der damals im Entstehen begriffenen Behindertenbewegung entscheidende Impulse für jene Richtung gegeben hat, aus der inzwischen die UN-Behindertenkonvention hervorgegangen ist".
Die Veranstaltung schaut auf die Person Ernst Klee zurück, auf sein vielschichtiges Werk und auf die Impulse, die sich daraus für aktuelle gesellschaftliche Diskurse ergeben. Am 8. Mai stehen sein publizistisches Gesamtwerk und sein aufrüttelndes Wirken in Frankfurt und darüber hinaus im Vordergrund. Der 9. Mai ist seinen wissenschaftlichen Projekten und seinen Dokumentarfilmen gewidmet.
Infos und Anmeldungen unter: www.evangelische-akademie.de/kalender/ernst-klee/.
Bei Anmeldung bis zum 30.04.2015 ist die Teilnahme kostenfrei.

Von lehmä
Den Ansichten von Peter Singer u.a., z.B. Helga Kuhse oder Reinhard Merkel mit seinen Beiträgen in der Zeitschrift „Die Zeit“ hat sich die Behindertenbewegung vor allem in Deutschland von Anbeginn stets entgegengestemmt , wobei dann von Singer die Killerphrase kam, er sei ja als Jude in Deutschland sowieso nicht erwünscht . Es ist aber leider so, dass sich inzwischen in Europa das „Gedankengut“ von Singer mit dem Recht auf den eigenen selbstbestimmten Tod durch zunächst „passive“, allmählich auch „aktive Sterbehilfe“ immer weiter ausbreitet. In Deutschland ist man bislang noch zurückhaltend. Setzen wir weiterhin auf „menschliche Begleitung“ bei Behinderung und im Sterben. Klaus Dörner mit seinen Schriften und viele andere sollten uns hierin Vorbilder sein.
Von harald
Der Vorwurf, der "kobinet-Redaktion gefällt die Ehrung von Singer" übersieht offensichtlich die kritischen Berichte aus den vergangenen Jahren:
Ethik-Preis für Peter Singer
http://www.kobinet-nachrichten.org/de/nachrichten/?oldid=26765
Ethik-Preis für Peter Singer ein falsches Signal
http://www.kobinet-nachrichten.org/de/nachrichten/?oldid=26813
Die mörderische 'Ethik' des Peter Singer
http://www.kobinet-nachrichten.org/de/nachrichten/?oldid=26830
Protest in Frankfurt bei Preisverleihung an Singer
http://www.kobinet-nachrichten.org/de/nachrichten/?oldid=26845
Mord-Philosophen im Casino
http://www.kobinet-nachrichten.org/de/nachrichten/?oldid=26853
Von Gerti
@lehmä
Guten Morgen Lehmä,
die Urania ist ein Verein, der jeden Monat eines Jahres Bildungsveranstaltungen in eigenem Hause organisiert.
Die Veranstaltungen werden für ein disperses Publikum ausgerichtet; jede/r sei willkommen, der / die sich außerhalb von Schulen, Universitäten und jenseits von Abend- und Volkshochschulen (weiter)bilden möchte.
Mehr zur Urania steht hier:
https://de.wikipedia.org/wiki/Urania_%28Berlin%29
Ich bin mir (eben wegen der Ehrung von Singer) nicht mehr so sicher, ob der von der Urania selber probagierte Humanismus noch einer ist, wenn nun Singer geehrt wird.
Offensichtlich gefällt die Ehrung von Singer der kobinet-Redaktion, da die das Thema Singer, das von mir in einem Leserbrief angestoßen wurde, nicht (mehr) auf.
Von lehmä
@gerti
Wer ist diese „Urania“- Gesellschaft in Berlin? Ich habe nur kurz überfliegend finden können, dass Max Frisch, Heinrich Böll von dieser „Gesllschaft“ ausgezeichnet wurden.
Es geschieht diesen Schriftstellern ein großes Unrecht, wenn jetzt Herr Peter Singer ausgezeichnet werden soll. – Sie können ihre Preise leider nicht mehr zurückgeben.
Von Gerti
Zur selben Zeit wird der Behinderten- und Chronisch-Erkrankten-Verächter-Hasser Peter Singer in Berlin von der Urania Berlin mit einem Preis ausgezeichnet:
http://www.urania.de/programm/2015/A520/