Tragende Freundschaft kritisch betrachtet

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Kassel (kobinet) Der Bericht, der vor einigen Tagen durch die Medien ging, wonach der chinesische Teenager Zhang Chi von seinem Freund Xie Xu Huckepack zur Schule und nach der Schule wieder nach Hause getragen wird, rief Christiane Link in ihrem Blog "Stufenlos" bei ZEIT ONLINE auf den Plan. Sie ist eine von wenigen JournalistInnen, die die Geschichte unter menschenrechtlichem Blickpunkt kritisch beleuchtet, die es nötig macht, dass die beiden Teenager seit drei Jahren diesen Weg zur Schule wählen müssen, weil Zhang Chi Muskeldystrophie hat und aufgrund dieser fortschreitenden Beeinträchtigung nicht mehr laufen kann.

"Jeden Tag trägt Xie Xu seinen Freund dorthin, wohin andere Menschen zu Fuß gehen: Nicht nur zur Schule, auch ins Wohnheim oder in die Kantine. Er hilft ihm auch beim Essen oder beim Waschen seiner Kleidung. Der stellvertretende Schuldirektor wird begeistert zitiert, wie inspirierend und berührend die Geschichte doch sei. Immerhin seien die beiden Schüler nicht verwandt und dennoch sei der eine bereit, dem anderen seit Jahren zu helfen. Auch auf andere Schüler habe diese Hilfsbereitschaft positiven Einfluss gehabt", berichtet Christiane Link in ihrem Blog und schreibt weiter: "Nun könnte ich mich für diese Geschichte durchaus begeistern, wenn wir in einer Zeit leben würden, in der das Rad noch nicht erfunden wäre und auch der Rollstuhl dementsprechend erst gebaut werden müsste. Wir leben aber in einer Zeit, in der es auch in China Rollstühle gibt – nur eben nicht für jeden. Diese Geschichte ist eigentlich eine über den Mangel an Hilfsmitteln in vielen Ländern der Erde, auch in Schwellenländern."

Link zum vollständigen Bericht von Christiane Link in ihrem Blog bei ZEIT ONLINE

Lesermeinungen zu “Tragende Freundschaft kritisch betrachtet” (1)

Von Gerti

Frau Link, ihres Zeichens Journalistin, die sehr lange NICHT mehr in Deutschland gelebt hat, weiß offensichtlich nicht um die Zustände, die Krankenkassen (KKn) (egal, ob in Körperschaft off. Rechts oder private KKn) ihren Mitgliedern bereiten. Die Hilfsmittelversorgung ist inzwischen völlig unter aller Kanne.
Und was China anbelangt: Frau Link sollte sich erstmal über die Kultur des Sich-Gegenseitig-Helfens informieren. Und über China und chinesische Kultur, wozu auch das Helfen gehört.
Und nicht die Von-oben-herab-Deutsche leben, sondern mehr und BESSER über Lebensverhältnisse in China recherchieren, bevor der Blog(inhalt), bevor sie sich derart äußert.