Gute Adresse für Meeresfreunde
Veröffentlicht am von Franz Schmahl
Bild: Hartmut Smikac
Von kobinet-Korrespondent Hartmut Smikac
Stralsund (kobinet) Wenn es Sommer wird, dann bereiten sich viele auf den Urlaub vor und nicht wenige blicken dann in Richtung Meer. Bei der Auswahl des Reiseziels kann auch Stralsund als möglicher Urlaubsort eine Rolle spielen. Die Stadt am Strelasund ist für alle, die sich für das Meer interessieren, eine gute Adresse. Stralsund ist ein traditionsreiche Hanse-Stadt mit einer langen und interessanten Geschichte, zu der auch die Tatsache gehört, dass diese Stadt nach dem 30jährigen Krieg einst fast 200 Jahre lang zum Königreich Schweden gehörte.
Bei der Tourismusinformation gibt es zwei Heftchen mit Infos für mobiltätseingeschränkte Reisende. Die eigentliche Altstadt ist ein relativ kleiner Teil der Stadt, der durch den Strelasund sowie Frankenteich und Knieperteich umrahmt wird. Hier steht das allgemein bekannte Rathaus der Stadt und hier sind ebenso das Meeresmuseum, das Kulturhistorische Museum sowie das Ozeaneum zu finden. Wer hier mit dem Rollstuhl unterwegs ist, muss sich auf einen "holprigen Spaziergang" einstellen, denn die Altstadt ist auch das Terrain des historischen Kopfsteinpflasters. Zwar wurde hier bereits versucht, die Bürgersteige durch das Verlegen größerer Steinplatten etwas "zu glätten", doch inzwischen sind auch die Spalten zwischen diesen Platten im Rollstuhl deutlich zu spüren. Wer als Rollstuhlnutzer besonders stoßempfindlich reagiert, muss sich also jene Wege suchen, die ohne Schmerzen befahrbar sind. Dazu gehören der Weg vom Markt zum Hafen durch die Semlowerstraße oder entlang des Knieperwall auf der Seite der Stadtmauer und vor allem ein Spaziergang von der Nordmole die Sundpromenade entlang.
Die bekanntesten Museen der Stadt sind jedoch auch für Besucher mit Rollstuhl ohne Schwierigkeiten zu besichtigen. Zwar führt der Weg zum Meeresmuseum noch über eine holprige Wegstrecke, das Museum selbst ist jedoch mittels Lift auf allen Ebenen stufenfrei zu befahren. Das trifft ebenso auf das im Juli 2008 eröffnete Ozeaneum am Stadthafen zu. Es zeigt die Meereswelten von Ostsee, Nordsee und Nordatlantik und ist auch für mobilitätseingeschränkte Besucher ohne Barrieren zugänglich.
Wer Stralsund besucht, sollte sich unbedingt Zeit für den Besuch des Zoos reservieren. Er bietet für alle Besucher Erholung und viel Wissen. Neben einem Polarwolfrudel, Löwen, Bären und Schimpansen gibt es, unmittelbar bei einem großen Spielplatz, auch einen Schaubauernhof mit einem historischen Ackerbürgerhaus und vielen Haustieren. Im Park fällt auf: Auch über Baumarten kann man etwas lernen, denn viele von ihnen tragen Schilder auf denen ihre Art steht. Es gibt einen Tastpfad und einen geologischen Lehrpfad, die allerding naturbelassen oder mit Rindenmulch bestreut sind. Das Gelände ist, wenn man der empfohlenen Besucherroute folgt, insgesamt ebenerdig und mit nur geringen Steigungsabschnitten.
Mit den Schiffen der "Weißen Flotte" ist es vom Stadthafen aus möglich, eine zirka eine Stunde dauernden Hafenundfahrt zu machen. Auf allem Schiffen können auch Reisende mit Rollstuhl mitfahren, die Toiletten an Bord sind jedoch nur über fünf Stufen zugänglich. Die "Reederei Hiddensee" bietet die Möglichkeit, einmal zur autofreien Insel Hiddensee zu reisen und das Eiland persönlich kennen zu lernen, das die in Barth geborene Heimatdichterin Marta Müller-Grählert mit dem Gedicht "Mine Heimat" ein inzwischen weithin bekanntes Denkmal setzte. Dies wäre mit allen Schiffen dieser Reederei möglich.
Wer mit Rollstuhl in Stralsund Urlaub machen möchten, ist mit dem Problem konfrontiert, dass die Zahl der für sie passenden Unterkünfte nicht sehr groß ist. Deshalb sollten man sich in Vorbereitung dieses Besuches rechtzeitig mit der Tourismuszentrale der Hansestadt Stralsund per Telefon (03831 246 969) E-Mail in Verbindung setzen. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen haben einen guten Einblick über die Möglichkeiten und können helfen, eine passende Unterkunft zu finden.

Von nurhessen
@ Gerti
Danke für den guten Tipp! Stralsund ist ne Reise wert; werd’s mal besuchen. Hoffentlich ist nicht alles ausgebucht. Soll ja ziemlich knapp sein mit barrierefreien Wohnungen. Aber soo schön: vor allem das Kopfsteinpflaster. Ach so: Toiletten auf Schiffen! Brauchen wir nicht; wir sind doch autark.
Von Gerti
zu meiner Ergänzung vom 25. Mai 2015:
Grob bepflastert sind sowohl Fußwege, als auch die Straßen. Hier kann man(n) es sich nicht aussuchen, ob nun mit dem Rollstuhl auf die Straße oder den Fußweg ausgewichen werden kann. Beides (in der Endkonsequenz) qualitativ einen Rollstuhl kapputt machend.
Von Gerti
Ergänzung:
Die Fußwege (wenigstens die in der Altstadt Stralsunds) sind eher dazu geeignet, einem Rollstuhl den Garaus zu machen. Man wähnt sich eher im Mittelalter (beim Befahren von vielen Fußwegen in der Altstadt Stralsunds) denn im 21. Jahrhundert.
Von Gerti
@ H. Smikac:
Meinen Sie mit 'rollstuhlgerecht' die meisten Geschäfte (in der Altstadt, rund um das Rathaus herum)? Die sind nicht barrierefrei (also nicht rollstuhlzugänglich).
Meinen Sie mit 'rollstuhlgerecht' das Kopfsteinpflaster in der Altstadt von Stralsund? Auf dem Kopfsteinpflaster überlebt kein Rollstuhl lange unkapputt.
Meinen Sie mit 'rollstuhlgerecht' die vielen barrierebelasteten Cafés und Restaurants in der Altstadt von Stralsund? Die sind allesamt NICHT (auch nur im entferntesten Sinne) barrierefrei.
Meinten Sie den Bahnhof von Stralsund? Da kommen Sie nicht selber aus dem Zug heraus und in den Zug auch nicht selber hinein. Also ebenso barriere-belastet.
Wenn Sie allerdings die Stadtbibliothek in der Altstadt von Stralsund besuchen wollen, diese ist barrierefrei. ABER: Um zu der Stadtbibliothek in der Altstadt von Stralsund zu gelangen, müssen Sie auf dem Kopfsteinpflaster dahin gelangen.
Welches Stralsund meinen Sie, Herr Smikac?