Forderung an G7-Gipfel

Veröffentlicht am von Franz Schmahl

Die Medizin kann den jungen Afrikaner davor retten zu erblinden
Die Medizin kann den jungen Afrikaner davor retten zu erblinden
Bild: Tobias Pflanz/cbm

Berlin (kobinet) Auf dem gegen Protestler weiträumig abgeschirmten Schloss Elmau bei Garmisch-Partenkirchen nehmen heute die Staats- und Regierungschefs von sieben wichtigen Industrienationen (G7) ihre Gespräche auf. Die Christoffel-Blindenmission hat die G7-Staaten aufgefordert, Menschen mit Behinderungen explizit in den Verhandlungen zu berücksichtigen. „Denn nur wenn auch die eine Milliarde Menschen mit Behinderungen weltweit berücksichtigt werden, ist eine positive Veränderung möglich", sagte Dr. Rainer Brockhaus und bezog sich in einer Pressemitteilung auf die Gipfelthemen Entwicklungsziele, vernachlässigte Tropenkrankheiten (NTDs) und Geschlechtergerechtigkeit. Auf dem Foto sind ein Kind mit Trachom und die notwendige Medizin zu sehen. Die Augenkrankheit zählt zu den NTDs und kann ohne Behandlung zu Erblindung führen.

Lesermeinungen zu “Forderung an G7-Gipfel” (6)

Von Wolfgang Ritter__deleted__033916



Zitat:
„Von Franz Schmahl
Montag, 8. Juni 2015 19:11
@ Wolfgang Ritter: Als Reaktion auf die Nachricht zum G7-Gipfel und einer Forderung der Christoffel-Blindenmission führen Sie ein wenig polemisch die Begriffe "Heuchler der Öffentlichkeit" und "Halbgötter" ein. Wer ist damit gemeint?“

Sehr geehrter Herr Schmahl,
als alter Fuchs und Kenner der Materie in Ihrer Tätigkeit als Journalist des ND wissen Sie doch genau, wie man den Gegner auf die Bühne zitiert?

Da Sie aber anscheinend die Blindenmission zum Anlass nehmen, zu welcher ich weder im Krankheitsbild noch sonstiger Art und weise gehöre, auf meine Polemik anzuspielen, muss ich Ihnen erklären, dass ich mir für meine Gruppe, der geistig behinderten Menschen, genau so eine Beachtung beim G 7 gewünscht hätte, von den Leuten, die seit Jahrzehnten unser Schicksal zum Selbstzweck benutzen, solange es der eigenen Sache dient.

Diese beiden Beiträge veranlassten mich zu meiner Einschätzung, da sie den Nagel auf den Kopf treffen.

Zitat:
„@ Krümel06
Stimmt. Und genau so werden die Veranstaltungen zum Teilhabegesetz zur Show-Veranstaltung, wenn nicht alle Betroffenen vertreten sind.
Durch den Ausschluß von schwerstmehrfachbehinderten Menschen mit massiven kognitiven Einschränkungen ist jede dieser Veranstaltungen nur Show.
Der Grundsatz "Nichts über uns - ohne uns!" wird damit widersinnig!“

2. Zitat:

„Von Gisela Maubach
Montag, 8. Juni 2015 11:22
@ Rosi Nante

Genau das ist die Farce DER Behindertenpolitik!

Diejenigen, die am lautesten fordern, "Menschen mit Behinderungen explizit in den Verhandlungen zu berücksichtigen" (Zitat aus dem Text), haben ihrerseits bisher noch nicht erkennen lassen, dass sie diesen Anspruch selbst erfüllen.

Menschen, die zu behindert sind, um sich selbst zu vertreten, werden nach wie vor ausgeschlossen, indem ihr Ausgeschlossensein gar nicht erst auf die Tagesordnungen aufgenommen wird und der "beschützte Rahmen" für sie als "beste Lösung" akzeptiert wird.
Und wenn als Interessenvertretung für diesen Personenkreis nur Verbände einbezogen werden, die gleichzeitig Träger der Sondereinrichtungen sind, ist die Show mit der Überschrift "Nichts über uns ohne uns" perfekt.“

Heuchler sind für mich die Menschen, welche sich unserer Schicksale bedienen, aber den Dreck vor der eigenen Haustür übersehen, indem sie so tun als würden sie nicht erkennen können, wo auch für uns, ohne sie an den Rand des Ruin treiben zu wollen, das Wort Würde und Menschenrecht so wichtig erscheint.
Halbgötter sind die Menschen, welche von ihren Ideen so überzeugt sind, dass anscheinend der rote Teppich nicht mehr eingerollt wird wenn sie erscheinen. Man könnte auch meinen, nichts zählt außer ihrer Meinung.
Doch ein Teppich ist nicht alles, es gehört mehr dazu. Nicht die bunte Socke von Herrn Hüppe zum Beispiel ist überzeugend, sondern eher die standhafte Meinung und endlich der Erfolg, ohne wenn und aber.
Wenn Sie über behinderten Politik berichten, dann berichten Sie auch über die Menschen, welche sich nicht mit ihrem Schicksal hier äußern können.
Dann wird niemand beim erkennen, alle gehören in die Gemeinschaft, an der Ernsthaftigkeit vereinzelter Aussagen, diese auch anzweifeln.

Wolfgang Ritter

Von Franz Schmahl

@ Wolfgang Ritter: Als Reaktion auf die Nachricht zum G7-Gipfel und einer Forderung der Christoffel-Blindenmission führen Sie ein wenig polemisch die Begriffe "Heuchler der Öffentlichkeit" und "Halbgötter" ein. Wer ist damit gemeint?

Von Wolfgang Ritter__deleted__033916

Liebe Freunde und Leidensgefährten,

wir die Gruppe von behinderten Menschen welche erwarten oder zumindest hoffen, mit etwas Achtung unseres eigenen Schicksal oder dem Kampf vereinzelter Angehöriger den Menschen, welche sich nicht selbst vertreten können, eine Stimme zu verleihen, beklagen uns immer, dass wir kein Gehör finden und uns vergeblich in der Masse zu erkennen geben.

Bei allen Recherchen der letzten Jahre war immer wieder zu erkennen, dass die Theorie sehr von der Praxis abweicht und die Kritik stets bei den Gegnern eine zumindest für sie plausible Erklärung zur Rechtfertigung fand.

Hierbei sei nicht nur die Politik, oder dass was man gelegentlich gut als Helfershelfer bezeichnen könnte gemeint, sondern auch alle Heuchler der Öffentlichkeit, welche mit gespaltener Zunge immer so tun, als wären sie die Guten im System, aber nur das eigene Sahne Töpfchen im Blick haben.

Hinter den Kulissen, war wegen der Schließung der Lesermeinung

„Menschenrechte nicht verhandelbar“

zur Redaktion der Kontakt aufgenommen worden, welcher anscheinend für vereinzelte inhaltlich, etwas zu deutlich gewesen war.

Zitat aus einer der Antworten;

„Ich und wir kobinet'ler brauchen uns für unser Tun nicht zu
entschuldigen. Wir tun. Unsere aktive Tat ist die Verbreitung von
Nachrichten. Alle sollen Wissen haben über die Zustände. Alle sollen mit
Hilfe der Nachrichten denken und tun. Wir freuen uns, wenn andere, auch
Sie, mit Ihrer Tat einen Beitrag leisten“

Für wie doof man hier eigentlich gehalten wird zeigt doch schon der Hinweis in dem Zitat,

„Wir freuen uns, wenn andere, auch
Sie, mit Ihrer Tat einen Beitrag leisten“ , als wenn hier jemals etwas anderes als die Stimmen mancher Halbgötter interessiert hätte. In der Politik nennt man es Opposition, hier in den Kreisen unserer Halbgötter sind wir Querulanten, Störenfriede und undankbare Wesen, die nicht erkennen wollen, alles dient der Wohlfahrt uns behinderter Menschen, nur die einzelnen Wegstrecken müssen erst noch erarbeitet werden.

Wenn die Lobby immer mehr an Boden gewonnen hat in den letzten Jahrzehnten, dann hatte sie gute Wurzeln in der Politik und in den Verbänden.

Liebe Redaktion,

wenn dieses Forum mit der Absicht geschaffen wurde, dass eine Diskussion zu heiklen Themen in den Lesermeinungen nicht mehr erwünscht ist, dann sollte man es aussprechen.
Die Ehrlichkeit sollte für uns der Grundstein für die Würde des Menschen sein.



Wolfgang Ritter




Von Gisela Maubach

@ Rosi Nante

Genau das ist die Farce DER Behindertenpolitik!

Diejenigen, die am lautesten fordern, "Menschen mit Behinderungen explizit in den Verhandlungen zu berücksichtigen" (Zitat aus dem Text), haben ihrerseits bisher noch nicht erkennen lassen, dass sie diesen Anspruch selbst erfüllen.

Menschen, die zu behindert sind, um sich selbst zu vertreten, werden nach wie vor ausgeschlossen, indem ihr Ausgeschlossensein gar nicht erst auf die Tagesordnungen aufgenommen wird und der "beschützte Rahmen" für sie als "beste Lösung" akzeptiert wird.
Und wenn als Interessenvertretung für diesen Personenkreis nur Verbände einbezogen werden, die gleichzeitig Träger der Sondereinrichtungen sind, ist die Show mit der Überschrift "Nichts über uns ohne uns" perfekt.

Von Rosi Nante

@ Krümel06
Stimmt. Und genau so werden die Veranstaltungen zum Teilhabegesetz zur Show-Veranstaltung, wenn nicht alle Betroffenen vertreten sind.
Durch den Ausschluß von schwerstmehrfachbehinderten Menschen mit massiven kognitiven Einschränkungen ist jede dieser Veranstaltungen nur Show.
Der Grundsatz "Nichts über uns - ohne uns!" wird damit widersinnig!

Von Krümel06

Ohne Russland wird der G7 Gipfel zur Show Veranstalltung.