Gute Beispiele für Inklusionsmesse gesucht

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Inklusionskreis
Inklusionskreis
Bild: Aktion Mensch

Mainz (kobinet) Am 8. April 2016 veranstalten das Zentrum für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen (ZsL) Mainz und die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Selbsthilfe Behinderter Rheinland-Pfalz eine Inklusionsmesse im Mainzer Rathaus. Unter dem Motto "Inklusion - Gewusst wie!" sollen Engagierte und an Inklusion Interessierte darin bestärkt werden, ihr Engagement für die gleichberechtigte Teilhabe und die Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen weiter auszubauen bzw. zu entwickeln und den Gedanken der Inklusion weiterzutragen. Dies soll über die Darstellung von gelungenen Beispielen und Mitmach-Aktionen erfolgen (Markt der Möglichkeiten, Workshops und Selbsterfahrungsangebote etc.).

"Es soll eine bunte und vielfältige Veranstaltung werden", heißt es in einer Presseinformation der beiden Organisationen. Man kann sich direkt auf der Messe auch zu verschiedenen Themen der Eingliederungshilfe oder der Barrierefreiheit beraten lassen, es können genauso gut kurze Einführungsschulungen in Leichter Sprache, Unterstützter Kommunikation oder auch Gebärdensprache besucht werden. "Für ganz Mutige gibt es eine Dunkelbar, hier können Sie erleben wie es ist, was zu essen oder zu trinken und dabei gar nichts zu sehen. Auch sportlich aktive Menschen kommen auf ihre Kosten -  es wird ein inklusives Kletterangebot durch den Deutschen Alpenverein Wiesbaden angeboten", heißt es in der Vorankündigung für die Messe.

"Raul Krauthausen und andere konnten wir bereits als Botschafter des Inklusionsgedankens gewinnen. Derzeit sind wir auf der Suche nach guten Beispielen der Inklusion im Land Rheinland-Pfalz. Falls Sie eine Schule, eine Kita, eine Volkshochschule, einen Sportverein, ein Museum, eine Wohnform, eine gelungene barrierefreie Umsetzung oder andere inklusive Initiativen kennen, teilen Sie uns dies bitte mit", schreibt Gracia Schade vom Organisationsbüro. Kontakt: ZsL Mainz, Gracia Schade, Rheinallee 79-81, Tel. 06131-14674 415, Mail [email protected]

 

Lesermeinungen zu “Gute Beispiele für Inklusionsmesse gesucht” (1)

Von nurhessen

Zu dem immer wieder hervorgehobenen und als besonders lobenswert dargestellten Inklusionsgebaren im Bundesland Rheinland-Pfalz einige kritische Anmerkungen; falls dies [noch] gestattet ist und man nicht als „Querulant“ aus den Lesermeinungen in „kobinet“ „geschmissen“ wird.
Meine Erfahrungen zur Inklusion/Integration in RLP stammen aus einem ununterbrochenen Zeitraum von vor ca. zwanzig (20) Jahren bis heute. Ich behaupte von mir, dass ich zu den ersten Integrationsdenkern in RLP gehörte; zu den Leuten um Annette Sch. (Mainz), der Familie F. (Trier) u.a., die versuchten in RLP gegen alle Widerstände „Integration“ zu installieren. Es gab damals Treffen im Erbacher Hof in Mainz mit dem einzigen Ergebnis, dass es bei dem Standortgedanken/Standorten für Schulen, damals: Mainz, Trier, später auch Kaiserslautern geblieben ist. Ich persönlich versuchte im Raum Koblenz/Neuwied etwas zu bewegen. Mit dem Ergebnis einer persönlichen Niederlage und „Flucht“ vor dem Neuwieder Sonderschulsystem in Engers, wer sich im Bundesland Rheinland-Pfalz auskennt, weiß um das Ballungsgebiet der Sonderschulen dort und der Verflechtung mit der JG-Gruppe im Neuwieder Stadtteil Heimbach-Weis. Es herrschte dort kein besonders „inklusionsförderliches“ Klima. Die führte u.a. zu unserer persönlichen Flucht nach Hessen: In RLP war es noch nicht einmal möglich, Kindergärten für Integration/Inklusion zu finden.

Und heute: Nach unserer privaten/persönlichen Erfahrung ist alles geblieben wie es Jahren und Jahrzehnten war. Inklusion ist im Bundesland Rheinland-Pfalz weder etabliert noch erwünscht. Die Schwerpunktschulen mögen sich um einige vermehrt haben, einige „Inklusionsspiele“ oder „Inklusionssportveranstaltungen“ mögen hinzugekommen sein. Der Stadtteil Neuwied-Engers mit seinem Sonderschulsystem ist geblieben und aus dem BBW in Heimbach-Weis wandert man auch nach erfolgreicher „Ausbildung“ in die Werkstätten der JG- Gruppe nach Neuwied-Engers. Aber mehr auch nicht! Nichts für ungut!