Katze aus dem Sack
Veröffentlicht am von Franz Schmahl
Bild: Andreas Vega
Berlin (kobinet) Die Katze ist aus dem Sack, meldet kobinet-Korrespondent Andreas Vega: Bei den Inklusionstagen 2015 in Berlin wurde es heute öffentlich verkündet! Teilhabeleistungen in einem neuen Bundesteilhabegesetz werden auch in Zukunft nicht bedingungslos ausgezahlt. Der große Paradigmenwechsel zu einer menschenrechtsorientierten Gesetzgebung bei der Reform der Eingliederungshilfe bleibt somit aus.
Zur Eröffnung der Inklusionstage im Berliner Kongress Center bcc am Alexanderplatz erläuterte die parlamentarische Staatssekretärin Gabriele Lösekrug–Möller vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales die wichtigsten Veränderungen eines Arbeitsentwurfes des neuen Nationalen Aktionsplans zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention NAP 2.0. In diesem Rahmen nahm sie auch Stellung zur wichtigsten behindertenpolitischen Gesetzesänderung dieser Legislaturperiode, des mit Spannung erwarteten neuen Bundesteilhabegesetzes. Darin erläuterte sie die geplanten Veränderungen der Reform der Eingliederungshilfe.
Diese sollen vor allem im SGB neun eingearbeitet werden. Die Belastungen für Familien und Partner von Menschen mit Behinderung werden verkleinert. Eine vollständige Anrechnungsfreiheit von Einkommen und Vermögen bei der Gewährung von Teilhabeleistungen werde es jedoch nicht geben. Die Forderung des Sprechers des Deutschen Behindertenrates Dr. Ilja Seifert in der anschließenden Podiumsrunde nach der Herauslösung von Teilhabeleistungen für Menschen mit Behinderung aus der Sozialhilfelogik wird somit nicht vollzogen.
Die große Hoffnung auf ein gutes Bundesteilhabegesetz vieler Menschen mit Behinderung und einiger Aktivisten und Verantwortlichen von Petitionen erhält somit einen großen Dämpfer.

Von Wolfgang Ritter__deleted__033916
Sehr geehrter Herr Buschmann,
Sie fragen, " Nur - wo ist diese Lobby? " dann schauen Sie doch mal hier nach, wo Sie zumindest einen kleinen Teil vorfinden, aber ob dass immer unsere richtigen Vertreter sind, ich weiß nicht.
Nachrichten | Montag, 30. November 2015 20:30
Kurswechsel überfällig
Ein Kurswechsel ist überfällig - das ist die Programmbotschaft der Veranstaltung des Deutschen Behindertenrats am 3. Dezember in Berlin. Mit Spannung wird die Rede von Andrea Nahles erwartet. Die Bundesministerin für Arbeit und Soziales konnte bei den Inklusionstagen ihres Ministeriums nicht teilnehmen, die kürzlich hier stattfanden. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte am 9. November mit dem Sprecherrat des Aktionsbündnisses deutscher Behindertenverbände ein "sehr inhaltsreiches Gespräch".
Mit Gesprächen kann man auch immer die Zeit totschlagen und vieles bunt ausmalen, nur muss man dann immer auch alles selbst glauben, was man anderen vorsetzt?
Wolfgang Ritter
Von Wolfgang Ritter__deleted__033916
Hallo Herr Dr. Drebes,
wer sucht der findet und dass manchmal aktuell!
So viele Lobbyisten gehen im Bundestag ein und aus!
http://www.focus.de/politik/deutschland/liste-vorgelegt-so-viele-lobbyisten-gehen-im-bundestag-ein-und-aus_id_5122320.html
Den Beitrag kann man heute nachlesen und keiner kann mir erzählen, dass die da alle nur zu Kaffee und Kuchen rum sitzen, egal wer es ist.
Mich würde schon brennend interessieren, wer aus unseren Reihen diese Privilegien genießt und uns hier immer versucht den Hut mit dem Kran aufzusetzen.
Wolfgang Ritter
Von Wolfgang Ritter__deleted__033916
Guten Abend Herr Dr. Drebes,
Zitat:
„Wir brauchen eine stärkere Interessenvertretung gegenüber Regierung und Parlament! Dazu braucht es nicht viel Geld. Viel wichtiger ist ein anderer Kommunikationsstil, weg vom Schimpfen und Jammern, hin zu differenzierter und sachlicher Kritik.“
Greifen wir es an ich wäre dabei, dann müssten wir aber auf den einen oder anderen so tollen Freund verzichten, ob uns dass aber gelingt, ist fraglich. Glauben Sie mir, die Idee ist nicht schlecht von Ihnen, aber sie würde so manchem vielleicht eine Geldquelle verschließen und da sehe ich einen gewissen Gegenwind, denn wer auch in unseren Reihen, lässt sich so gern die Butter vom Brot nehmen?
Schönen ersten Advent und erholsames Wochenende!
Wolfgang Ritter
Von Sven Drebes
Noch mal Hallo, Herr Ritter,
es ist überhaupt nichts Ehrenrühriges daran, dass sich Abgeordnete auf das Urteil ihrer Kollegen verlassen, die auf das jeweilige Thema spezialisiert sind.
Schauen Sie sich mal auf www.bundestag.de einige Tagesordnungen des Plenums an. Da finden sich pro Woche 40-60 Gesetze, Anträge, Berichte u.a. zu allen möglichen Themen von Autobahnbau über Baukultur, Datensicherheit, Lebensmittelkennzeichnung, Milchquoten, Pflegeversicherung, und Wasserqualität bis zu Zollbestimmungen. Ein paar Themen sind Schwergewichte, vieles ist aber kleinteilig oder so komplex, dass man Tage oder Wochen braucht, um überhaupt zu verstehen, worum es geht. Da hilft nur, den Spezialisten in den Fraktionen zu vertrauen.
Ich sage nicht, dass der Bundestag aus 630 Helden besteht, es sind aber auch nicht 630 Hohlköpfe oder Faulpelze.
Von Sven Drebes
Lieber Herr Ritter,
ich denke, Heinrich Buschmann meint mit "Lobby" etwas anderes als Sie. Können Sie mit seinem Kommentar mehr anfangen, wenn dort statt "Lobby" "Interessenvertretung" stünde?
Und jetzr wiederhole ich mich, obwohl ich weiß, dass ich dafür von einigen wieder Prügel kriege: Wir brauchen eine stärkere Interessenvertretung gegenüber Regierung und Parlament! Dazu braucht es nicht viel Geld. Viel wichtiger ist ein anderer Kommunikationsstil, weg vom Schimpfen und Jammern, hin zu differenzierter und sachlicher Kritik. Sachlichkeit schließt dabei Härte nicht aus, die Kritik muss sich aber auf das beziehen, was (nicht) getan oder gesagt wird. "Differenziert" heißt, sich auf das aktuelle Thema zu konzentrieren und nicht immer die ganze Schlechtigkeit der Welt anzuprangern. Und "differenziert" heißt auch, dass man Dinge, die in unserem Sinne sind, lobt. Das alles erhöht das Gewicht der Kritik.
Einige tun das übrigens schon.
Schönes Wochenende
Sven Drebes
Von Wolfgang Ritter__deleted__033916
Sehr geehrter Herr Buschmann,
Man könnte hier Personen namentlich aufzählen, welche in ihren Nebenbeschäftigungen besser das System kennen was wir als Lobby bezeichnen und in welchen sie führende Tätigkeiten ausüben. Daher wäre ich mal mit der Lobby sehr vorsichtig und deren guten Absichten zu unserem wohle. Keiner sägt sich selbst den Ast ab auf dem er sicher sitzt.
Wolfgang Ritter
Von Heinrich Buschmann
Lieber Herr Ritter,
ich glaube sehr wohl, das für viele MdBs der Satz: "Denn sie wissen nicht was sie tun".....steht. Gesetze werden in den Arbeitskreisen ausgehandelt - die anschließende Abstimmung ändert daran nichts mehr. Nicht jeder Abgeordnete ist in jedem Thema fit, wie auch? Nicht umsonst ist die Lobby-Arbeit so wichtig.
Nur - wo ist diese Lobby? Wir haben 13 Millionen Menschen mit Behinderung, aber wir haben längsten über 30 Millionen von Behinderung betroffener Menschen - wenn wir die alle aktivieren könnten, wären wir dem Ziel einer Inklusiven Gesellschaft einen großen Schritt näher. Leider - wirklich leider, bilden wir Betroffene keine Einheit! Was können wir dennoch tun?
Aufklärung - Bewusstseinsbildung wäre ein Weg!
Die modernen Medien machen es möglich! Facebook, Twitter, Kobinet - motivieren wir doch alle Betroffenen dazu über ihr Leben und Leid zu berichten, es öffentlich zu machen.
Mich würde es sehr interessieren, wie meine MdBs zu diesen Themen stehen - aber dazu müssen wir sie aufklären, Ihnen die Bedeutung und die aus der aktuellen Gesetzgebung entstehenden Nachteile erklären. Wir veranstalten ab und zu Treffen unter dem Motto "Behinderung konfrontiert Politik!"
Mein MdB meinte hinterher: Das kann ich alles gar nicht glauben, da haben wir in Berlin ja wochenlang am Leben vorbei diskutiert! !!STIMMT!!, war meine Antwort! Heute weiß er es und er ist sich im Klaren darüber, dass er gegen Menschenrecht und Grundgesetz verstößt, wenn er die Anrechnung von Einkommen und Vermögen zulässt - sich damit klar und eindeutig angreifbar, nein - sogar strafbar macht.
Ich bin gespannt, wie viele MdBs sich das wagen werden!
Mfg
Heinrich Buschmann
Von Wolfgang Ritter__deleted__033916
Sehr geehrter Herr Hellinger,
Zitat:
„Was ich gestern sagen wollte, ist dies: Viele Bundestagsabgeordnete lesen (schon aus Zeitgründen) nicht alle BT-Drucksachen, über die sie abstimmen sollen, sondern verlassen sich auf das, was ihnen ihre jeweiligen Fachkollegen in Fraktion, Ausschüssen und/oder Arbeitskreisen zuarbeiten und stimmen dann "instinktiv" entsprechend dem Fraktionsbeschluss ab. So werden bei der Schlussabstimmung auch zum BThG die wenigsten MdB's genau wissen, worum es geht.“
Wenn man Sie also richtig versteht, dann kennen die wenigsten Abgeordneten des Deutschen Bundestages die Inhalte genauer, über die sie abstimmen sollen? Sie wissen aber schon was Sie hier schreiben und auch behaupten?
Hätten Sie denn konkrete Beispiele, wo in derartiger Verfahrensweise verfahren wurde, wenn man dem Bürger immer das Gegenteil erzählt?
Wolfgang Ritter
Von Arnd Hellinger
Sehr geehrte Frau "nurhessen",
mein Hinweis bezog sich auch auf den Umstand, dass sich MdB's in der jetzigen Vorweihnachtszeit häufiger zwecks Empfängen, Weihnachtsfeiern oder Bürgerabenden in ihren Wahlkreisen aufhalten. Daraus ergibt sich für "Nicht-Berliner" eher die Möglichkeit, sie mit ihrem Anliegen zu konfrontieren.
Und ja: Persönliche Begegnungen mit Abgeordneten schaffen durchaus Bewusstsein auf beiden Seiten. Verabschieden Sie sich doch einfach einmal von der Vorstellung, MdB's seien grundsätzlich allwissend oder seelenlose "Abstimmungsroboter"; sie sind zunächst Menschen wie Sie und ich, die eben auch nicht jedes Problem in gebotener Tiefe "auf dem Schirm" haben können. Da hilft direktes Kennenlernen in der Regel gut weiter.
Zudem schließt das ja öffentlichkeitswirksame Aktionen im größeren Kreis keineswegs aus - es kommt auf die richtige Mischung an.
Herzliche Grüße
Arnd Hellinger, Berlin
Von Arnd Hellinger
Sehr geehrter Herr Ritter,
da gibt es keinen "Dienstweg" und Kreis- oder Bezirkstagsabgeordnete haben damit überhaupt nichts zu tun. Das wissen Sie - so denke ich - aber auch selbst gut genug, oder?
Was ich gestern sagen wollte, ist dies: Viele Bundestagsabgeordnete lesen (schon aus Zeitgründen) nicht alle BT-Drucksachen, über die sie abstimmen sollen, sondern verlassen sich auf das, was ihnen ihre jeweiligen Fachkollegen in Fraktion, Ausschüssen und/oder Arbeitskreisen zuarbeiten und stimmen dann "instinktiv" entsprechend dem Fraktionsbeschluss ab. So werden bei der Schlussabstimmung auch zum BThG die wenigsten MdB's genau wissen, worum es geht.
Das lässt sich ändern, indem Betroffene direkt in den Wahlkreisbüros auftauchen und den/die lokale/n MdB persönlich mit ihrer Situation konfrontieren. Daraus entwickelt sich bei Abgeordneten - die sind auch "nur" Menschen - ein nachhaltigeres Verständnis für unsere Bedarfs. Namen und Adressen der Wahlkreis-MdB's finden sich unter Bundestag.de.
Einfach Termine vereinbaren und Klartext reden...
Herzliche Grüße
Arnd Hellinger, Berlin
Von Wolfgang Ritter__deleted__033916
Hallo nurHessen,
betrachten wir mal die Jahreszeit, dann hat vielleicht Herr Hellinger gemeint, dass wenn wir sowieso als Sternsinger verkleidet wieder in die Spur geschickt werden, dann könnte man ja am Rande mal anfragen ob nicht außer Geld für die Lobby etc. nicht auch ein gutes Wort des Gemeinderates möglich wäre? Dieser könnte dann über den Dienstweg seinen Kreisabgeordneten höflichst ersuchen, beim Bezirksabgeordneten vorsprechen zu dürfen, dieser aber erst wieder mit dem Landtagsabgeordneten die Sache abstimmen müsste. Und ob der Landtagsabgeordnete wirklich so an der Thematik interessiert ist, mag ich mal bezweifeln, also verbleibt vielleicht der formelle Dienstweg mit der üblichen bekannten Bearbeitungszeit von Jahren immer wiederkehrender Ideen, welche doch auch nicht so schlecht sind, wenn wir etwas Humor und Ablenkung haben, wobei für mich gelegentliche Themen wirklich zu ernst sind, als dass man sie mit derartigen Vorschlägen noch unnütz strapaziert. Wir sehen dass vielleicht doch vereinzelte bereits erkennen, begangene Fehler kann man nicht korrigieren, wenn man weiterhin auf falsche Theorien und Taktik setzt.
Der Bundesrat, hatte 2008 die BRK einstimmig nach 2 min. die Sache für erledigt erklärt, was man heute nach den ganzen Jahren für ein Geschrei vernimmt, sollte uns doch endlich mal die Augen öffnen und nicht immer denen vertrauen, welche mit ihrem Geschrei uns die gebratenen Tauben einfordern, oder zumindest so tun, jeder sei am Gabentisch gern gesehen.
Selbstessen macht anscheinend dick, nicht die gerechte Verteilung, wo auch der Schwache seine Suppe zum leben erhält.
Wolfgang Ritter
Von nurhessen
Gegenfrage an Herr Arnd Hellinger
(Mittwoch, 25. November 2015 17:35) zur These:
„Jetzt hat JEDER hier die Möglichkeit, seine/ihre Abgeordneten in den Wahlkreisbüros zu besuchen und ihnen seine/ihre Forderungen zum BThG persönlich nahe zu bringen. Das bringt mehr, als sich über Thesenpapiere der Ministerialbürokratie zu echauffieren...“
Ist und war diese oben von Ihnen beschriebene „Möglichkeit, … seine/ihre Forderungen zum BThG“ in den Wahlkreisbüros den eigenen Abgeordneten nahe zu bringen, d.h. jeder für sich und Gott für uns alle zu bitten und zu betteln, für JEDEN nicht schon immer gegeben, und theoretisch möglich?- Wozu braucht man dann eine groß angelegte Kampagne zum Bundesteilhabegesetz? Kämpft dann nicht JEDER, wie gehabt, für sich selbst, einzeln, einsam und alleine? Wo ist da noch eine Spur von Gemeinsamkeit, geschweige denn „Behindertenbewegung“ zu erkennen? Geben wir uns da nicht alle selbst auf? Die Abgeordneten in den Wahlkreisen werden es nach unserem „Besuch“ bei ihnen (mit Kaffee und Kuchen?) schon richten??
Herzliche und kein bisschen zynische Grüße aus Hessen
Von Arnd Hellinger
Ich bin immer wieder erschüttert, wie schnell hier Manche irgendwelche "Arbeitspapiere" - das Ding ist noch nicht einmal der Referentenentwurf, der später zur Grundlage eines Kabinettsbeschlusses mutieren soll - mit dem gleichsetzen, was am Ende im Bundesgesetzblatt stehen wird. Das ist es nämlich mitnichten. Solche Papiere stellen "nur" den jeweiligen Stand der Meinungsbildung in der Exekutive dar.
Jetzt hat JEDER hier die Möglichkeit, seine/ihre Abgeordneten in den Wahlkreisbüros zu besuchen und ihnen seine/ihre Forderungen zum BThG persönlich nahe zu bringen. Das bringt mehr, als sich über Thesenpapiere der Ministerialbürokratie zu echauffieren...
Herzliche Grüße
Arnd Hellinger, Berlin
Von Dauli
zweiter TeilDie Regierung hat derzeit vielleicht noch keine richtigen Vorstellungen von ihren Handlungsspielräumen. Behinderte Menschen mit Assistenzbedarf sind in Deutschland sehr oft in absoluten Notlagen. Die Kostenträger sind zu jeder Zeit über die Situation informiert. Dennoch wird oft auf Zeit gespielt, es wird genötigt, manchmal sogar betrogen. Dies ist einem Land wie Deutschland unwürdig. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, diesem Desaster ein Ende zu bereiten. Diejenigen, wo immer sie auch sitzen, diejenigen, die meinen, uns behinderten Menschen in unser Leben hineinsteuern zu können, verletzen unsere Menschenrechte. Sie nehmen uns unsere Freiheit. Heute noch.
Von Dauli
Waren wir etwa besoffen? Nein, daher können wir uns auch die Ernüchterung schenken. Wieder hat die Regierung einen Versuchsballon losgelassen und betrachtet nun staunend, wie gelassen die betroffenen Menschen die Verweigerung ihrer Rechte hinnehmen. Schon schreibt Andreas Vega, dass das schon die Katze ist, die den Sack verlassen hätte ...
Das kann es nicht gewesen sein. Schaut euch die Artikel 4 und 5 der Behindertenrechtskonvention an. Der Artikel 5 ist selbstvollziehend. Er bindet, ebenso wie der Artikel 3 unseres Grundgesetzes die gesamte Staatsgewalt.
Und mit ihrer Unterschrift unter die BRK hat sich unsere Regierung in Artikel vier verpflichtet, bestehende Gesetze anzupassen und neue Gesetze nur dann in Kraft zu setzen, wenn diese BRK-konform sind. Wieso nehmen wir also an, dass unsere Regierung ihre Versprechen nicht einhält? Dass unsere Regierung nicht verfassungstreu ist?
Warum sind wir so kleingläubig? Die Regierung hat versprochen, jetzt einen Gesetzentwurf vorzulegen. Kein Mensch hat damit gerechnet, dass der Entwurf bereits bei der ersten Vorlage perfekt ist. Vermutlich gibt es noch einige Verständnisproblem zu beseitigen. Aber am Ende der Legislatur wird ein faires Teilhabegesetz vorliegen. ForseA hat auf seiner Startseite www.forsea.de ein Papier veröffentlich, das den unbedingten Handlungsbedarf aufzeigt.
Die Regierung hat derzeit vielleicht noch keine richtigen Vorstellungen von ihren Handlungsspielräumen. Behinderte Menschen mit Assistenzbedarf sind in Deutschland sehr oft in absoluten Notlagen. Die Kostenträger sind zu jeder Zeit über die Situation informiert. Dennoch wird oft auf Zeit gespielt, es wird genötigt, manchmal sogar betrogen. Dies ist einem Land wie Deutschland unwürdig. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, diesem Desaster ein Ende zu bereiten. Diejenigen, wo immer sie auch sitzen, diejenigen,
Von Gisela Maubach
@ ockis
In dem Zitat, wo es um die Wahlmöglichkeit geht, liegt die Betonung auf dem Wort "arbeiten" - also "Menschen, die dauerhaft voll erwerbsgemindert sind und heute in Werkstätten für behinderte Menschen arbeiten, . . . "
Wer behinderungsbedingt nicht arbeitsfähig ist, hat (zumindest in NRW) kaum eine Chance, für seine Tagesstruktur einen anderen Anbieter als die Werkstatt zu finden.
Die Rahmenverträge, die die Sozialhilfeträger gemäß § 79 SGB XII mit den Trägern der Einrichtungen schließen, sind so gestaltet, dass außerhalb von Werkstätten für diesen Personenkreis entsprechende Angebote unmöglich gemacht werden, indem feste Pauschalpreise festgesetzt werden. Und es ist nachvollziehbar, dass mögliche Anbieter bei einem unverhandelbaren Festbetrag vorzugsweise Menschen mit leichteren Behinderungen Angebote einer Tagesstruktur unterbreiten.
Und das Budget für Arbeit ist für arbeitsunfähige Menschen nun mal nicht gemacht.
Von Wolfgang Ritter__deleted__033916
Katze aus dem Sack!
Stelle mir gerade die Frage, war jemals die Katze schon im Sack, oder nur ein großer Teil Betroffener, von sich zu sehr überzeugt?
Keine Angst, Schadenfreude ist nicht dass was hier vereinzelte brauchen, aber generell sollten die, welche mit Pauken und Trompeten loszogen die nächsten Monate behutsamer mit vielem umgehen, um nicht den eventuellen Scherbenhaufen zu vergrößern. Gleichheit vor dem Gesetz, wenn man für eine solche sich stark macht, sieht halt anders aus als was manche Forderung uns so verdeutlichte.
Noch ist nichts verloren und mit Verstand und nicht nur mit Geschrei, kann man so manches noch retten, aber man muss auch dazu bereit sein.
Wolfgang Ritter
Von ockis
Seite 24:
…“wird im Rahmen der Überlegungen zur Schaffung eines Bundesteilhabegesetzes erwogen, für Menschen, die dauerhaft voll erwerbsgemindert sind und heute in Werkstätten für behinderte Menschen arbeiten, Wahlmöglichkeiten zu eröffnen. Sie können in einer Werkstatt für behinderte Menschen verbleiben, zu einem anderen geeigneten Leistungsanbieter wechseln oder eine Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt aufnehmen.
In diese Überlegungen werden Erfahrungen mit dem „Budget für Arbeit“ einbezogen:“….
http://www.gemeinsam-einfach-machen.de/SharedDocs/Downloads/DE/StdS/UN_BRK/NAP2015_PDF.pdf?__blob=publicationFile
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Wo findet man die Wahlmöglichkeiten für die schwerstbehinderten Menschen, wie zB in dem unten aufgeführten Urteil ???
…“Dem Kläger fehlt die erforderliche Werkstattfähigkeit, so dass der zwischen den Parteien bestehende Werkstattvertrag fristlos beendet werden konnte.“…
…“Dabei verkennt die Kammer nicht die besondere Situation insbesondere auch des Vaters des Klägers, der nunmehr erheblich belastet ist. Dies ist jedoch kein arbeitsrechtlich zu lösendes Problem und im Wesentlichen dadurch begründet, dass das Land Nordrhein-Westfalen keine Einrichtungen nach § 136 Abs. 3 SGB XI geschaffen hat.“….
Komplettes Urteil
https://openjur.de/u/670920.html
Von Dagmar B
http://www.gemeinsam-einfach-machen.de/SharedDocs/Downloads/DE/StdS/UN_BRK/NAP2015_PDF.pdf?__blob=publicationFile
Zitat:
Voll erwerbsgeminderte Menschen können derzeit in der Regel nur in Werkstätten für behinderte
Menschen (WfbM) am Arbeitsleben teilhaben. Das derzeitige Fördersystem eröffnet leistungsstärkeren
Menschen mit Behinderung keine adäquate Beschäftigungsalternative, die sich in einer WfbM
nicht angemessen gefördert sehen bzw. die sich unterfordert fühlen.
Ziel der Bundesregierung ist es deshalb, entsprechend dem Wunsch und dem Leistungsvermögen der leistungsberechtigten Menschen mit Behinderung
neue berufliche Perspektiven mit Wahlmöglichkeiten zu eröffnen, insbesondere auf dem allgemeinen
Arbeitsmarkt.
Zitat Ende
Also ausschließlich Inklusion für leistungsstarke Behinderte mit dem Budget für Arbeit.