Bessere Anerkennung von Assistenzhunden
Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul
Bild: domain public
Hannover (kobinet) Hunde können für viele Menschen von Nutzen sein. Besonders profitieren zunehmend Menschen mit Behinderungen von tierischer Unterstützung, die mit Assistenzhunden selbstbestimmter leben können. Für Blindenführhunde gibt es bereits gesetzliche Regelungen, die bisher noch nicht durchgehend für andere Assistenzhunde gelten. Im niedersächsischen Landtag wurde nun ein Beschluss für die Gleichstellung verschiedener Assistenzhunde verabschiedet.
Assistenzhunde können im Alltag bei sogenannten "Lebenspraktischen Fähigkeiten" unterstützen. Sie heben einen Schlüssel auf, können eine Türklinke bedienen oder anders helfen. Bei einigen Erkrankungen wie Diabetes, Epilepsie und Asthma werden auch Warn- oder Signalhunde zur Assistenz eingesetzt. Sie warnen vor Unterzuckerung oder holen Hilfe. "Durch die Festlegung in der UN-Behindertenrechtskonvention ist die Festschreibung des Anerkennens der Notwendigkeit der rechtlichen Gleichstellung verschiedener Assistenzhunde erforderlich", hatte die niedersächsische Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderungen, Petra Wontorra, bei der Anhörung zum "Antrag zur Gleichstellung verschiedener Assistenzhunde" im Landtag eingefordert. Da bisher einige Regelungen ausschließlich für Blindenführhunde gelten, begrüßt Petra Wontorra, dass die Landesregierung durch den diese Woche gefassten Beschluss im Landtag aufgefordert wird, sich auf Landesebene wie auf Bundesebene für die rechtliche Gleichstellung unterschiedlicher Assistenzhunde einzusetzen. So soll beim Mitführen von Assistenzhunden der Zugang zu allen Gebäuden sowie Einrichtungen, die der Öffentlichkeit offen stehen, ermöglicht werden. Es wird zudem empfohlen, sich dafür einzusetzen, dass Assistenzhunde wie Blindenführhunde in die Hilfsmittelverzeichnisse der Kostenträger aufgenommen werden.
Petra Wontorra wird außerdem weiter darauf hinwirken, dass ergänzend das niedersächsische Gesetz über den Wald und die Landschaftsordnung (NWaldLG) bei den Regelungen zum Leinenzwang von Hunden angepasst wird. Künftig soll sichergestellt werden, dass neben Blindenführhunden auch weitere Assistenzhunde, die Menschen mit Behinderungen unterstützen, auch während der Brut-, Setz und Aufzuchtzeit Waldwege ohne Leine nutzen können. Angeregt wird in diesem Verfahren, die Neuregelung grundsätzlich für alle Hunde zu lockern.

Von JR
Mein Hund ist mein Leben!
ich bin schwerbehinderter Diabetiker mit versteifter Lendenwirbelsäule. Meine Frau leidet an Fibromyalgie und Depression.
Wir haben zwei Jack Russell Terrier, die uns in unserem Leben unterstützen. Einer unserer Hunde ist total auf meine Frau fixiert und gibt ihr die Unterstützung aufzustehen und auch raus zu gehen, was ohne ihn nicht funktionieren würde. Auch kann ich nur wegen der Hunde meine Frau tagsüber alleine lassen und zur Arbeit gehen.
Der zweite Hund ist auf mich fixiert und begleitet mich in meiner Freizeit immer und schläft auch bei mir. Dieser Hund bemerkt sofort wenn es mir mal nicht gut geht und weckt mich wenn ich im Unterzucker bin und macht mich auch sonst immer darauf aufmerksam wenn das der Fall ist. Auch kann er mir heruntergefallene Dinge aufheben, was mir ansonsten schwer fällt. Aber am wichtigsten ist, dass uns unsere Hunde bewegen. Ohne die beiden würde man nicht heraus gehen und laufen. Aber durch die Verantwortung für sie bleibt man in Bewegung trotz furchtbarer Schmerzen oder depressiver Phasen. Ohne sie würde ich schon lange nicht mehr arbeiten, und ich weiß auch nicht ob ich meinem Leben noch etwas gutes abgewinnen könnte.
Totz all dem gibt es in unserer Gemeinde noch nicht einmal eine Befreiung von der Hundesteuer für Schwerbehinderte. Und oft ist es auch schwierig, dass uns unsere Hunde nicht überall im Alltag begleiten dürfen.
Ich würde mir doch sehr wünschen, dass diese wichtige therapeutische Funktion unsere Hunde für uns Behinderte in der Gesellschaft besser anerkannt würde.
Gruß JR
Von Ina
Ich kämpfe auch Deutschlandweit mit bisher 65.308 Unterschriften zur Gleichstellung und erstem Gerichtsverfahren
Ich freue mich gerade so sehr.......
Ich kämpfe auch schon seit September 2013 um die Gleichstellung von Assistenzhunden mit Blindenführhunden, da ich auf eine Autismus- und Traumabegleithündin angewiesen bin, wo die Krankenkasse keinen Cent bezahlt.
Auf meiner Petition haben bisher 65.308 Menschen unterschrieben - das ist ein Hammer, und am 27.07.2015 gab es das erste Gerichtsverfahren in Freiburg zur Gleichstellung von Assistenzhunden mit Blindenführhunden.
https://www.change.org/p/an-meine-krankenkasse-ohne-meinen-autismus-begleithund-kann-ich-nicht-leben
Es gibt auch bereits viele Fernseh- und Zeitungsbeiträge unter Ina Wilhelm und Abayomi und Rosalie - und ich bete so, so sehr, dass die Krankenkassen endlich die Assistenzhunde gleichstellen mit den Blindenführhunden.
Danke, liebe Frau Wontorra, dass Sie auch dafür kämpfen....
GEMEINSAM SCHAFFEN WIR ES........