ABiD-Vorsitzender bleibt Ilja Seifert
Veröffentlicht am von Franz Schmahl
Bild: Rolf Barthel
Berlin (kobinet) Auf einem Verbandstag des Allgemeinen Behindertenverbandes in Deutschland (ABiD) wurde heute in Berlin Ilja Seifert wiederum zum Vorsitzenden gewählt. Zuvor hatte der 64-Jährige angekündigt, dass er das letzte Mal kandidiere: "Sowohl aus grundsätzlichen Erwägungen – eine demokratische Organisation braucht auch den Wechsel – als auch aus persönlichen: Das AltWerden mit Behinderung ist eben kein rein akademisches Phänomen, sondern es wird für mich zunehmend ein sehr praktisches ..."
In seinem Rechenschaftsbericht kritisierte Seifert die Behindertenpolitik der Bundesregierung, besonders bei dem in Aussicht gestellten Bundesteilhabegesetz. "Zwar veranstaltete die Regierung – nach der Absichtserklärung im Koalitionsvertrag – wieder eine aufwändige Expertenbefragung, an der sich für den ABiD Peter Braun intensiv beteiligte, aber irgendein greifbares Ergebnis ist noch immer nicht in Sicht. Im Gegenteil: Bei jeder Gelegenheit dämpfen die Regierungsbeamten unsere Erwartungen weiter", stellte der ehemalige Bundestagsabgeordnete der Linken fest.
Da das oberste Prinzip nicht die menschenrechtsbasierte Teilhabeermöglichung, sondern die „schwarze Null“ im Bundeshaushalt sei, so Seifert, blieben berechtigte Ansprüche unerfüllt. "Aber mit der UN-Behindertenrechtskonvention halten wir ein verbindliches Dokument in den Händen, das unsere Rechte bekräftigt. Die Staatenprüfung, die im März v.J. stattfand, stärkt unsere Position zusätzlich. Deshalb bleibt der ABiD bei seinen wichtigsten Forderungen. Behindertenpolitik müsse endlich als Menschenrechtspolitik verstanden und aus dem bevormundenden Fürsorgerecht für Arme vollständig herausgelöst werden.

Von Dr. Theben
Lieber Ilja Seifert,
auch von mir Glückwunsch zur Wiederwahl und uns allen einen langen Atem den es ja in der Behindertenpolitik leider braucht.
Solidarische Grüße
Dr. Martin Theben
Von Bir
Sehr geehrter Herr Dr. Seifert,
danke, dass Sie den Vorsitz vom ABiD wieder innehaben.
Eigentlich zeichnet es sich ab: Das Verhindern von Behinderten hat in der Gesellschaft, wie der unsrigen, Vorrang. Wenn von 'Oben' (Merkel und Co.) nix an Ansagen kommt, ...
Das Desinteresse wird also demnach (auf Grund des Waltens von Ignoranz von 'ganz Oben') geschürt.
Dennoch steht das Aufgeben nicht zur Debatte, will ich hoffen.
Mit Schäuble lässt sich beweisen, dass, wer eine Behinderung hat, noch lange nicht zu denjenigen gehören 'muss', die sich mit Ihresgleichen solidarisieren.
Dabei ist dies eine nicht zu unterschätzende Schwäche und ein intellektuelle Unfähigkeit Schäubles, seine massive und permanente Unfähigkeit und seine Willenslosigkeit, sich mit Behinderten zu solidarisieren.