Beatmungskongress in Bamberg
Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul
Bild: ISL e.V.
Bamberg (kobinet) Einmal im Jahr lädt die Deutsche interdisziplinäre Gesellschaft für außerklinische Beatmung (DIGAB) zu ihrem Jahreskongress ein. Wie breit gefächert das Themenspektrum ist, zeigt das umfangreiche Programm für den Kongress vom 2. - 4. Juni in Bamberg, das Betroffene entscheidend mitgestalten. Von ihnen zu hören, was sie wirklich brauchen, und von ihnen zu erfahren, was besser gemacht werden könnte, ist ein wichtiger Grund, sich zu treffen, Workshops zu besuchen, Vorträge zu hören und mit einander zu kommunizieren, findet Dinah Radtke, die dieses Jahr die Kongresspräsidentschaft mit übernommen hat.
Die KongresspräsidentInnen sind dieses Jahr Dinah Radtke (selbst betroffen), PD Dr. med. habil. Martin Winterholler (Neurologe) und Dr. med. Jens Geiseler (Pneumologe). Das Präsidium zeigte sich besonders froh darüber, dass dieses Mal eine selbst von Beatmung Betroffene auch Präsidentin eines DIGAB-Kongresses ist. Das sei ein Novum in der Geschichte der Deutschen Interdisziplinären Gesellschaft für Außerklinische Beatmung. Dinah Radtke ist im Zentrum für Selbstbestimmtes Leben Behinderter (ZSL) in Erlangen aktiv. Beim ZSL wurden u.a. von der Aktion Mensch unterstützte Projekte durchgeführt wie "SeLeBe - Selbstbestimmt Leben mit Beatmung" und "Froschatmung“.
Beim diesjährigen Kongress werden ein Fünftel aller Sitzungen von Betroffenen selbst gehalten, berichtet Dinah Radtke: "Betroffene referieren über die Themen, die sie direkt betreffen wie zum Beispiel die Finanzierung der Beatmung mit persönlichem Budget oder Assistenz im Krankenhaus, sprechen über ihre Rechte und ein selbstbestimmtes Leben mit Beatmung, über Urlaub und Freizeit, nehmen an Diskussionsrunden teil und stellen selbst entwickelte Hilfsmittel vor. Denn im Mittelpunkt des Kongresses stehen die Menschen, die mit außerklinischer Beatmung leben und die dort vertretenen Betroffenen wollen anderen zeigen, dass man ganz gut damit leben kann."
Darüber hinaus bietet der Kongress vor allem ein Forum für den Austauschs von wissenschaftlichen Erkenntnissen. Doch auch für Therapie und Pflege gibt es viele Angebote im Programm. Die Kongresspräsidenten würden sich freuen, wenn in Zukunft mehr Betroffene die Gelegenheit ergreifen würden, sich aktiv bei der DIGAB und den Kongressen einzubringen, um mit Fachleuten auf Augenhöhe zu diskutieren. Die DIGAB bietet finanzielle Unterstützung für Betroffene zum Besuch des Kongresses an. "Bitte stellen Sie einen formlosen Antrag per E-Mail an den DIGAB Schatzmeister Jörg Brambring an [email protected], schreibt Dinah Radtke.
