4,1 Millionen Euro für Bau von Behinderteneinrichtungen

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Manne Lucha
Manne Lucha
Bild: Sozialministerium Baden-Württemberg

Stuttgart (kobinet) Der neue baden-württembergische Sozial- und Integrationsminister Manne Lucha hat rund 4,1 Millionen Euro für den Umbau und die Modernisierung von Behinderteneinrichtungen und den Ausbau gemeindenaher Wohnformen im Land freigegeben. Mit den aus dem Landeshaushalt und der Ausgleichsabgabe stammenden Mitteln können acht Baumaßnahmen umgesetzt werden, heißt es in einer Presseinformation des baden-württembergischen Sozialministeriums.

"Unser Ziel ist es, Menschen mit Behinderungen in Baden-Württemberg die gleiche selbstbestimmte Lebensgestaltung zu ermöglichen wie Menschen ohne Behinderungen. Die nun geförderten Bauvorhaben erleichtern es Menschen mit Behinderungen, ihr Leben unabhängiger führen und besser an der Gesellschaft teilhaben zu können“, sagte Manne Lucha. Die geförderten acht Projekte liegen in den Stadt- und Landkreisen Freudenstadt, Bodenseekreis (2), Ortenaukreis (2), Ulm, Esslingen und Ravensburg. Für die Projekte werden rund 2,7 Millionen Euro aus Landesmitteln und rund 1,4 Millionen Euro aus Ausgleichsabgabemitteln eingesetzt. Ausgleichsabgabemittel sind Abgaben von Betrieben, die mehr als 20 Arbeitsstellen anbieten, aber nicht die gesetzlich vorgeschriebene Zahl schwerbehinderter Menschen (fünf Prozent der Belegschaft) beschäftigen. Die jetzt freigegebenen Mittel bilden die zweite Tranche der diesjährigen Förderung für Behinderteneinrichtungen. Insgesamt stehen nach Informationen des baden-württembergischen Sozialministeriums in diesem Jahr Landes- und Ausgleichsabgabemittel in Höhe von knapp 21 Millionen Euro zur Verfügung.

Link zur Liste der geförderten Einrichtungen und Maßnahmen

Aktionsplan für die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention

Seit Inkrafttreten der UN-Behindertenkonvention im Jahr 2009 liegt der Schwerpunkt der baden-württembergischen Behindertenhilfe auf Selbstbestimmung und Teilhabe. Demnach haben auch Menschen mit Behinderungen ein Wunsch- und Wahlrecht. Im Mittelpunkt stehe die Frage, wie Menschen mit und ohne Behinderungen trotz unterschiedlicher Voraussetzungen und Fähigkeiten gemeinsam in den Städten und Gemeinden in Baden-Württemberg leben, lernen, wohnen, arbeiten und die Freizeit verbringen können. Seit dem Inkrafttreten des Übereinkommens habe das Land dem Sozialministerium zufolge bereits einige weitreichende Schritte zu seiner Umsetzung unternommen. Sie seien eingeflossen in den im Juni 2015 vom Kabinett beschlossenen Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in Baden-Württemberg. Der rund 250 Seiten umfassende Aktionsplan listet 230 Maßnahmenvorschläge in verschiedenen Handlungsfeldern wie Bildung, Gesundheit sowie Arbeit und Beschäftigung auf, mit denen die Landesregierung die Inklusion fördern will, heißt es vonseiten des Sozialministeriums.

 

Lesermeinungen zu “4,1 Millionen Euro für Bau von Behinderteneinrichtungen” (3)

Von Madevihotepa82

Man sollte den zuständigen Politiker/Innen, die ja aberwitzigerweise Volksvertreter sind, oder denken, sie vertreten unsere Interesssen, von all diesen obskuren Vorhaben abziehen und das Teilhabegesetz von Menschen mit Behinderung entsprechend verändern lassen. Das Arbeitsförderungsgeld sollte um satte 500 oder 700 € erhöht werden, das wäre fair und gerecht (!) Und warum? Weil Menschen es verdient haben. Für die diversen Gruppenleiter und jene, die in der Geschäftsstelle tätig sind, hat man doch gleichfalls Geld übrig; und das nicht zu wenig. Ich bin immer wieder ob des allem Anschein nach vorhandenen Lobbyismus schockiert. Es ist evident, das Deutschland sich nicht an geltende Regeln und normative Vorgaben der UN-BEHINDERTENRECHTSKONVENTION hält, doch warum auch sollte man ein System ändern, wovon lediglich nur eine spezielle Gruppe von Menschen profitiert?

Grotesk ohnehin, das sich die Menschen dort nicht mal Gewerkschaftlich organisieren dürfen; da jene nur - man glaubt es kaum: Arbeitnehmer "ähnliche" Wesen sind

Ich bin fassungslos über diese gelebte Arroganz, Intoleranz, Dreistigkeit und verzeihen Sie: Scheiß-Egal-Manier der Bundesregierung bzgl. der Werkstatt-Thematik. Normalerweise gehören die alle wegen Versäumnissen der Politik verklagt! Was die Menschen in den Werkstätten gebrauchen ist Geld und nochmals Geld.

Diese 4.1 Millionen Euros gehören an die Beschäftigten verteilt, und nicht in Strukturen, die ohnehin niemand gebraucht

Von Lesebrille

Selbstbestimmung in Einrichtungen... damit behinderte Menschen genauso leben können, wie nichtbehinderte Menschen... .

Ich weiss nicht, was schlimmer ist, wenn der Mann seinen eigenen Worten glaubt, oder wenn er weiss, dass das übelster Blödsinn ist...!?

Von Ingrid Gerber

klare Fehlinvestition - oder lese ich da irgendwas von inklusiven Einrichtungen??

s. hier: https://www.lebenslangeslernen.net/9548-inklusive-beschaeftigungsmodelle-statt-sonderstrukturen.html