Inklusionstage im Oktober

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

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Berlin (kobinet) Das Bundeskabinett hat am 28. Juni den weiterentwickelten Nationalen Aktionsplan 2.0 (NAP 2.0) der Bundesregierung zur UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) verabschiedet. Die weitere Umsetzung des Aktionsplans und vor allem die Schaffung eines inklusiven Sozialraums stehen auch im Mittelpunkt der diesjährigen Inklusionstage am 13. und 14. Oktober in Berlin, auf die das Bundesministerium für Arbeit und Soziales in einem Terminhinweis aufmerksam macht.

Ziel des NAP 2.0 ist es nach Informationen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales durch rechtliche Änderungen, aber auch durch Förderprogramme, Forschungsprojekte und Veranstaltungen der UN-BRK noch stärker Geltung zu verschaffen und ihre praktische Umsetzung Schritt für Schritt voranzutreiben. Ein wesentlicher Baustein dabei sei die Schaffung eines inklusiven Sozialraums. Denn eine Vielfalt an Wohnformen und wohnortnahen Begegnungs- und Beratungsmöglichkeiten, barrierefreien Kultur- und Freizeiteinrichtungen und ein belastbares Netz unterschiedlicher Fach-, Unterstützungs- und Hilfsangebote sind nach Ansicht des Ministeriums das Lebenselixier einer inklusiven Gesellschaft.

Unter dem Motto "10 Jahre UN-BRK" will das Ministerium mit den TeilnehmerInnen vor allem die verschiedenen Facetten des inklusiven Sozialraums beleuchten und dazu in einen vertieften Austausch bei den Inklusionstagen am 13. und 14. Oktober im bcc Berlin Congress Center kommen.

Link zu Informationen zum Nationalen Aktionsplan NAP 2.0

Lesermeinungen zu “Inklusionstage im Oktober” (5)

Von nurhessen

Eine kleine Randnotiz; auch wenn Frau Bundesministerin Andrea Nahles laut Dr. Sigrid Arnade bzgl. ihres BTHG-Entwurfs das „Problembewusstsein“ fehlt, so ist es doch ganz erstaunlich, wie welcher Akribie und deutscher Gründlichkeit, eben jenes Paragraphenwerk zur UN- BRK gestaltet ist. Da ist etwas Großartiges und analytisch Durchdachtes aus dem Hause des BMAS abgeliefert worden, um das uns die übrigen Länder sicher beneiden werden, etwas was man eigentlich nur hierzulande findet. Exemplarisch sei der § 102 des Gesamtwerks genannt. Auch ohne das Wissen, dass unter dem euphemistischen Titel der „Teilhabe am Arbeitsleben“ hauptsächlich die Werkstätten für behinderte Menschen, kurz WfbM genannt, gemeint sind, fragt man sich außerhalb der Kreise unserer wohlstrukturierten Denkungsart sicherlich auch, wieso oder weshalb dieses Kriterium neben den anderen wie "Teilhabe an Medizinischer Rehabilitation“ oder „Teilhabe an Bildung“ die „Teilhabe an sozialen Maßnahmen“ ausschließen sollen. Jeder, der tagsüber hart arbeitet, um seinen Unterhalt für den Feierabend zu verdienen, jeder, der sich in Schule, Hochschule oder in Stätten der Erwachsenenbildung fort- und weiterbildet, soll in Zukunft durch Gesetz daran gehindert werden, abends und am Feierabend am sozialen Leben teilzunehmen? Oder, andersherum wie ist dieser Paragraph in seiner Auslegung unter Würdigung der Gesamtzusammenhänge der Jurisprudenz auch unter Einbeziehung geschichtlichen Denkens in seiner Logik zu verstehen. – Ganz ehrlich: ich verstehe ihn nicht.

Von Gisela Maubach

Der Begriff Inklusion entwickelt sich zunehmend zum größten Lügenwort der Politik.

Nicht nur die momentanen Gesetzentwürfe steuern darauf hin, dass Menschen mit geistiger Schwerstbehinderung unter sich bleiben sollen, sondern auch diejenigen Beratungsstellen, die eigentlich über Alternativen aufklären sollten, steuern in diese Richtung.

Gestern bekam ich einen Anruf von einer Mutter, deren Sohn geistig so schwer behindert ist, dass er sich nicht mitteilen kann. Gleichzeitig sitzt er im Rollstuhl und muss Stoma-versorgt werden.
Nach langer Krankheit des Sohnes hat die Mutter bei der KoKoBe (der Lebenshilfe) gefragt, ob er für den Tagesablauf ein Persönliches Budget bekommen könnte.
Der Mutter wurde seitens der KoKoBe geantwortet, dass ein Persönliches Budget nur dann möglich ist, wenn die WfbM bescheinigt, dass man dort nicht in der Lage ist, ihn zu betreuen und zu pflegen.
Die Werkstatt (ebenfalls Lebenshilfe) hat jedoch bereits signalisiert, dass man sich durchaus in der Lage sehen würde, die notwendige Versorgung zu leisten.
Ebenso wurde der Mutter seitens der KoKoBe erklärt, dass das Persönliche Budget ohnehin kaum durchsetzbar wäre, weil die geforderte Mitwirkungspflicht extrem umständlich sei und die Bearbeitung sehr lange dauern würde.

Der inklusive Sozialraum und die Realität scheinen sich auf zwei unterschiedlichen Ebenen zu befinden, welche sich noch nicht mal im Unendlichen berühren . . .

Von Susanne v.E

"Ein wesentlicher Baustein dabei sei die Schaffung eines inklusiven Sozialraums. Denn eine Vielfalt an Wohnformen und wohnortnahen Begegnungs- und Beratungsmöglichkeiten, barrierefreien Kultur- und Freizeiteinrichtungen und ein belastbares Netz unterschiedlicher Fach-, Unterstützungs- und Hilfsangebote sind nach Ansicht des Ministeriums das Lebenselixier einer inklusiven Gesellschaft. "

Was für ein Hohn!

Da erzählt das BMAS von Inklusion durch eine "Vielfalt" von Wohnformen.
Gleichzeitig will das gleiche BMAS genau diese Vielfalt verhindern, in dem im Kabinettsentwurf des PSG III vorsieht, dass behinderte Menschen in WGs nur eine Pflegepauschale von 266€ anstatt der Pflegesachleistung in Höhe von 1995€ erhalten:

"Die Aufwendungen
der Pflegekasse dürfen im Einzelfall je Kalendermonat 266 Euro nicht überschreiten.
Die Sätze 1 und 2 gelten auch für Pflegebedürftige der Pflegegrade 2 bis 5 in
Räumlichkeiten im Sinne des § 71 Absatz 4 Nummer 3, die Leistungen der
Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderungen nach Teil 2 des Neunten Buches
erhalten."

Das bedeutet für Menschen mit schwerer Behinderung und hoher Pflegestufe:

Einbahnstraße Heim!!!

Das ist eine Unverschämtheit und Betrug an den betroffenen Menschen.

Von Walloschek

hoffentlich wird das gestreamt!? dürfte bei den beiden unzureichenden Gesetzen GG und BTHG einigen Gesprächsbedarf geben...

Von Uwe Heineker

Angesichts des schlechten vorgelegten Bundesteilhabegesetzes - #nichtmeingesetz - diese Veranstaltung ein Hohn und Verdummung der Öffentlichkeit!