Inkontinenzversorgung in Brandenburg

Veröffentlicht am von Franz Schmahl

Thomas Knieling
Thomas Knieling
Bild: VDAB-Pressebild

Berlin (kobinet) AOK kündigt Rahmenvertrag zur Inkontinenzversorgung in Brandenburg. Der Verband Deutscher Alten- und Behindertenhilfe e.V. kritsiert das als eine Zumutung für Einrichtungen und Pflegebedürftige. Mit der Kündigung des Rahmenvertrags zur Inkontinenzversorgung mit den stationären Einrichtungen in Brandenburg zum Jahresende, überlässt die AOK-Nordost die Bewohner ihrem Schicksal und erhöht ohne Not den Aufwand der Einrichtungen, so der Verband heute in einer Pressemitteilung. Denn während bisher viele Einrichtungen für die passende Inkontinenzversorgung ihrer betroffenen Bewohner sorgten und dafür pauschal vergütet wurden, soll dies zukünftig nicht mehr der Fall sein. Ein Rahmenvertrag möchte die Kasse nur noch mit einem Lieferanten von Inkontinenzmaterialien schließen. Dies erschwere eine individuell und aktuell angemessene Versorgung, da der Versicherte auf das Einheitsprodukt festgelegt ist.

Thomas Knieling, Bundesgeschäftsführer des VDAB: „Wir haben uns mit der dringenden Bitte an den Patientenbeauftragten des Bundes Karl-Josef Laumann und die Brandenburgische Sozialministerin Diana Golze gewandt, ihren Einfluss in dieser Sache geltend zu machen. Denn es stellt sich die Frage, wie sich die Versorgung der Bewohner mit Inkontinenzmaterial vor Ort zukünftig fachlich und in gewohnt hoher Qualität umsetzen lässt. Die AOK ist völlig uneinsichtig und verweist auf die getroffene Vereinbarung mit den Lieferanten. Diese hat aber offensichtlich praktische Grenzen".

Haben beispielsweise bisher die Einrichtungen das bestmögliche Inkontinenzmaterial für ihre jeweiligen Bewohner ausgesucht, scheitert dieses individuelle Verfahren zukünftig an den Rahmenverträgen der Kasse mit einem speziellen Lieferanten. „Die AOK diktiert zukünftig das Produkt, mit dem die Inkontinenzversorgung in den Einrichtungen stattfinden soll. Der fachliche Blick und die Erfahrungen der professionell Pflegenden werden schlichtweg ignoriert, während sie die Nachteile einer unpassenden Inkontinenzversorgung aber zu tragen haben. Die bisherige Sparpolitik der AOK lässt befürchten, dass sie die Rahmenverträge eben nicht mit Anbietern mit den besten, sondern den billigsten Produkten abschließen wird. Das ist keine schöne Situation für die Bewohner und demotiviert die Mitarbeiter. Eben das können wir uns in Brandenburg mit Blick auf den dort akuten Fachkräftemangel aber nicht leisten", so Knieling.