Fachtreffen zur Barrierefreiheit in Großschutzgebieten

Veröffentlicht am von Hartmut Smikac

Beim Simulieren einer 90-prozentige Sehbehinderung
Beim Simulieren einer 90-prozentige Sehbehinderung
Bild: M. Weisgerber/Nationalparkverwaltung Eifel

Schleiden-Gemünd (kobinet) Etwa 40 Leiterinnen und Leiter von Infozentren in Großschutzgebieten aus der ganzen Bundesrepublik besuchten anlässlich ihrer Jahrestagung die neu eröffnete Erlebnisausstellung „Wildnis(t)räume“ im Nationalpark Eifel. Zentrales Tagungsthema war die Barrierefreiheit in Ausstellungen und Infozentren.

Einmal im Jahr treffen sich die Experten unter dem Dachverband EUROPARC Deutschland e.V. zu einem bundesweiten Austauschforum. Vom Darß (Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft) im äußersten Norden Deutschlands bis zu den Berchtesgadener Alpen reichte das geographische Spektrum der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, aber auch der Pfälzer Wald, der Harz, die Insel Rügen, der Schwarzwald, die Schwäbische Alb, die Mittelelbe und die Rhön waren mit ihren Infozentren vertreten.

Sie alle beschäftigten sich mit den Ansprüchen zur barrierefreien Gestaltung von Naturerlebnissen und Informationen in den Infozentren. Dazu gehörte auch eine Spezialbesichtigung mit Selbsterfahrungsübungen. Sie führte ganz konkret vor Augen, wie sich unterschiedliche Einschränkungen auf die Wahrnehmung auswirken. So erlebten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit praktischer Erfahrung selbst, dass für sehbehinderte oder blinde Gäste nicht nur spezielle Orientierungshilfen nötig sind, sondern auch die Informationen der Ausstellung entsprechend aufbereitet werden müssen, um von diesen Gästen wahrgenommen zu werden. Ganz andere Hilfen sind, auch das wurde ausprobiert, für hörgeschädigte Gäste oder Menschen mit kognitiven Einschränkungen notwendig.

Der Leiter des Naturschutzzentrums Südschwarzwald und stellvertretender Sprecher der EUROPARC-AG, Dr. Stefan Büchner, würdigte das besondere Engagement im Nationalpark Eifel und stellte fest: „Im Nationalpark-Zentrum Eifel wird wirklich in vorbildlicher Weise auf die Bedürfnisse von behinderten Gästen eingegangen. Dies ist eine wertvolle Hilfe und Vorbild für die Arbeit in allen Infozentren Deutschlands.“

Unter dem Motto „Natur für Alle“ wird Barrierefreiheit nicht nur im neuen Zentrum, sondern seit der Gründung von Nordrhein-Westfalens einzigem Nationalpark im Jahr 2004 in den verschiedenen Einrichtungen und Angeboten des Nationalparks Eifel konsequent umgesetzt.

Neben dem Thema Barrierefreiheit stand ein Blick über die Grenzen auf dem Programm der Jahrestagung: In Fachvorträgen wurden die Situation von Schutzgebieten und Infozentren in den Niederlanden und den USA vorgestellt und mit der Herangehensweise in Deutschland verglichen. Informationen zu technischen Ausstellungsangeboten wie etwa WLAN-basierten Audioguides und zu einem neuen Besucherzentrum im „Wildnisgebiet“ „Lieberose“ in Brandenburg ergänzten die Themenpalette.