The Party - ganz aktuell

Veröffentlicht am von Franz Schmahl

Berlinale-Bär
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Bild: ag

Berlin (kobinet) Sally Potter hat mit "The Party" einen grandiosen Film für den Wettbewerb eingereicht. So viel sei vorweggenommen. Witzig, auf den Punkt, ein Film, der uns allen den Spiegel vorhält. Am Ende können wir uns trotzdem noch darin anschauen, weil Sally Potter uns auf eine zärtliche Weise ertappt, aber nicht bloßgestellt hat, berichtet heute kobinet-Korrespondentin Anke Glasmacher von der Berlinale.

Von Anke Glasmacher

Janet (Dame Kristin A. Scott Thomas) ist gerade Gesundheitsministerin geworden. Diesen hart erarbeiteten politischen und persönlichen Erfolg will sie mit ihrem Mann Bill (Timothy Spall) und einigen engen Freundinnen und Freunden feiern (u.a. Bruno Ganz und Patricia Clarkson). Doch die Feier gerät völlig aus dem Ruder. Ein wilder Reigen von gegenseitigen Vorwürfen, Ängsten und Geständnissen folgt. Es scheint, als hätte jede und jeder einzelne auf diesen einen Moment gewartet, sich endlich vom Balast fremder Erwartungen und Versprechungen zu befreien. Und mit einem Mal finden die politischen Prinzipien, für die Janet seit Jahren in ihrer Partei einsteht, ihre ganz konkrete Anwendung im persönlichen Miteinander. Jeder erlebt hier seinen persönlichen Brexit.

Das Motiv des Beziehungsreigens ist nicht neu. Aber schon lange war ein Film nicht mehr so aktuell, passte so treffend ins große wie kleine Weltgeschehen. "The Party" ist ein kurzweiliger, begeisternder Film. In nur 70 Minuten und schwarz-weiß gedreht überzeugt er in allen Bereichen: Umwerfende Dialoge (nach diesem Film ist jede weitere Unterhaltung nur noch ein Zitat, sagt mein Bekannter H.), herausragende Schauspieler*innen, eine genaue Kameraführung, stimmige Filmmusik. Dieser Film hat alles, um Bären zu gewinnen.

"The Party" feiert auf der Berlinale Weltpremiere und läuft im Wettbewerb. Unbedingt sehen!

Lesermeinungen zu “The Party - ganz aktuell” (2)

Von Arnold

Närrische Zeit , tolle Zeit : Eigentlich müssten wir uns ein Schild um hängen :" Wir sind das ganze Jahr bekloppt "! Und was wollt i IHR ,Ihr schafft es nur an Fasching ! Seid IHR dann besser wie Wir Menschen mit Beeinträchtigungen .Es macht doch Spass Bekloppt zu sein ,sonst würdet IHR es nicht machen ,also akzeptiert doch Menschen mit Beeinträchtigungen die ein Leben lang Fasching haben ,oder........?

Von kirsti

By the way: Ich wünsche Aki Kaurismäki und seinem Film „Die andere Seite der Hoffnung“, („Toivon tuolla puolen“) den goldenen Bären! Schließlich hat die Berlinale 64 Jahre auf ihn gewartet… Und hat nicht der Schauspieler Sakari Kuosmanen mit dem Vortrag des urfinnischen Tangos „Siks oon mä suruinen“; „Deshalb bin ich traurig“ eindrucksvoll bewiesen, dass die finnischen Seeleute den Tango nach Argentinien brachten? – Alleine das ist der Preis wert!