Protesttag am 5. Mai in Berlin

Veröffentlicht am von Franz Schmahl

Berliner Protesttag am 4. Mai 2016
Berliner Protesttag am 4. Mai 2016
Bild: Andi Weiland

Berlin (kobinet) 25 Jahre Europäischer Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung: Der Protestag in Berlin startet am 5. Mai um 14 Uhr vor dem Bundeskanzleramt. Der Protestmarsch führt um 14.30 Uhr über die Scheidemannstraße zum Brandenburger Tor. "Bringt Freunde, Bekannte, Spruchbänder und Plakate oder alles was Lärm macht, mit", heißt es auf der vom Berliner Behindertenverband eingerichteten Webseite für die große Demo und die laute Party. Am Brandenburger Tor findet wieder eine Podiumsdiskussion statt. Aber auch für Unterhaltung wird gesorgt. Im vergangenen Jahr haben 5 000 Menschen am Berliner Protesttag teilgenommen. 

Lesermeinungen zu “Protesttag am 5. Mai in Berlin” (16)

Von Franz Schmahl

@ Rosa
Über die Umsetzung der Idee von Rosa wird kobinet gern berichten. Organisieren kann dies ein ehrenamtlich betriebener Nachrichtendienst nicht.

Von Rosa

@Ernst

Leider gibt es in der Sache noch nichts zu melden.

Gruss
Rosa

Von Ernst

Hallo Rosa,

Wie ist denn der Zwischenstand zum von Ihnen gemachten Vorschlag? Hat sich überhaupt schon jemand gemeldet?

Wäre schon mal interessant, wenn es darum geht Nägel mit Köppn zu machen.

Von Rosa

@Sven Drebes

Wenn sich Menschen finden, die die Sache der Teilnahme an Potestveranstaltungen in die Hand nehmen, bin ich gerne bereit, die genannte Summe zur Verfügung zu stellen.

KOBINET ??

Von Ernst

Sehr geehrter Herr Dr. Drebes,

wir brauchen verbindliche Grundlagen und keine Flickerlteppiche in den Kommunen, denn dort weben die Länder in Ausführung der Kommunen den Teppich, über welchen wir laufen sollen, nach dem Gesangbuch der Lobby und Co. wobei auch in Berlin im Grundgedanken an der Gesamtsache sich nichts verändern wird. Wie A. Vega schon sagte, der Fokus liegt keinesfalls auf den Bedürfnissen des behinderten Menschen, egal wie man die Veranstaltung nennen mag, nur die wenigsten wollen es wahr haben. Die sich seit Jahren gebotenen Möglichkeiten haben wir nicht genutzt um uns einen Platz in der Politik zu verschaffen und wie wir immer wieder erkennen müssen, anscheinend zu oft auf die verkehrten Pferde gesetzt, denn ein Bedauern am jetzigen Ergebnis, kann keine Entschuldigung sein.

Von Sven Drebes

Mein Beitrag gestern richtete sich an Alle, nicht nur an Arnold.
Nehmen wir mal an, es gelingt, 5.000 € zu sammeln. Damit könnten grob geschätzt 20 bis 50 Menschen eine Reise nach Berlin finanzieren. Wer sollte das sein? Mann kann damit aber auch in mehreren Städten das, was man für kleine Aktionen braucht, bezahlen, und damit viel mehr der schon erwähnten Nadelstiche setzen, die dann nicht nur in Berlin, sondern auch in den 15 anderen Landeshauptstädten, in Augsburg, Gera Paderborn, Zweibrücken oder sonst wo wahrgenommen werden. Es müssen nur Leute in die Hand nehmen! Ich weiß nicht, ob Arnold selbst so eine Aktion mit organisieren will bzw. sich in der Lage dazu fühlt. Aber es gibt bestimmt auch in seiner Gegend einige Leute, die es können und wollen, Es ist einfacher, als viele denken. Und selbst organisieren macht viel mehr Spaß als "nur" teilnehmen.

Von Dr. Theben

@all

so ganz Unrecht hat @Andreas Varga nicht. Ich empfehle daher auch die Teilnahmean der diesjährigen Pride Parade http://www.pride-parade.de/ .Und ergänzend zur Inspiration die Ausgaber der Randschau mit Berichten zum ersten Protesttag 1992 (!) http://archiv-behindertenbewegung.org/ifile/randschau/randschau_1992_07_04_00.pdf


Solidarische Grüße

DR.Martin Theben

Von Annika

...das Anketten fand ich gut - es war eine andere- für die Öffentlichkeit eher unbequeme, sprich unangenehme Form des Protests, Sagen wir mal, etwas, das man eher nicht sehen will. (Alleine der Herr Krauthausen in der "goldenen" Decke...)
Auch die UndercoverAktionen und der WallraffBericht haben Aufmerksamkeit erregt. In Berlin hatte die Demo vielleicht auch anderes Gewicht als in kleineren Orten und ich wollte sie nicht schmälern, mein Gefühl sagt mir aber, dass wir etwas unangenehmer werden müssen.

Von Arnd Hellinger

@ Andreas Vega:

Man kann ja getrost streiten, ob Frau Tack und/oder Herr Schummer im Gesetzgebungsverfahren zum BTHG mehr für "uns" hätten erreichen können - da bin ich ja durchaus bei Dir.

Allerdings sehe ich schon, dass die großen Demos in Berlin und andere Aktionen (Anketten am Spreeufer etc.) durchaus Wirkung hatten. Sie brachten unsere Themen in die breitere öffentliche Debatte und OHNE diese sichtbaren Auftritte verschiedenster Menschen mit Behinderungen sowie deren Angehöriger sähe das BTHG heute weitgehend aus wie der im Januar 2016 vorgelegte "interne" Arbeitsentwurf...

Also: Gerade zur öffentlichen Bewusstseinsbildung sind solche Demos - sowohl zentral in Berlin als auch in den Bundesländern - absolut notwendig: Dafür sollten wir auch Leuten wie @Arnold die Teilnahme ermöglichen, etwa durch Buchung von Zimmerkontingenten und Bussen/Zügen zentral über die veranstaltenden Verbände - auch ein "Topf" zur Finanzierung ggf. nicht vom eigenen PB gedeckter Reiseassistenz sollte erwogen werden.

Von Annika

Die Personalunion von Politkern und Vertretern der Wohlfahrtsverbände wird hier doch deutlich hervorgehoben und ist mit der Grund, dass sich so wenig verändert.
Ich war zwar noch nie in Berlin, kenne aber diese Veranstaltung vor Ort: mit Protesttag hat das wirklich nichts zu tun. Es gibt da Infostände von Wohlfahrtsverbänden und Tanzdarbietungen o.ä. von Menschen mit Behinderungen. Es scheint auch nur eine Pseudoveranstaltung zu sein, womit sich Einrichtungen der Öffentlichekit präsentieren können.
Andere Protestformen sind wirklich notwendig und das sollte man auch zeigen!

Von Ernst

Sehr geehrter Herr Vega,

dies ist doch eine klare Ansage und hoffentlich wird diese auch entsprechend verstanden. Aber kann man wirklich noch von GUT und BÖSE unterscheiden, wenn es darum geht dem Menschen mit Behinderung glaubhaft zu vermitteln, er ist ein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft und nicht nur die Verwaltungsnummer auf der Leistungsakte?

Von Andreas Vega

Letztes Jahr haben wir alle gewusst, es geht um die Wurst. Ich selber habe mit Heinrich Buschmann und anderen einen Haufen Menschen ermöglicht in Berlin teilzunehmen. Dieses Jahr würde ich das nicht mehr tun. Warum?
Im November 2016 gab es letzte Demonstrationen der großen Verbände, vor allem der Lebenshilfe. Ich war dort und habe gesehen zu was Wohlfahrtsmafia imstande ist, wenn sie denn will. Und nach dieser wirklich Riesen-Demo brauchen wir uns nicht mehr auf den Weg machen. Das interessiert keinen mehr! Und was sich die Lebenshilfe alles erlauben kann haben wir ja vor einigen Wochen erlebt.
Wir brauchen neue Protestformen und ich möchte daran erinnern, dass der ursprüngliche Gedanke des europäischen Protesttages für die Rechte von Menschen mit Behinderung ein Tag der Nadelstiche sein soll. Ich sehe in Berlin schon Uwe Schummer und Kerstin Tack mit marschieren. Lasst uns bei uns bleiben, spätestens seit dem Bundesteilhabegesetz wissen wir wo unsere Gegner zu finden sind.

Von Ernst

@ Von Sven Drebes
„Mit dem Geld, das zwei oder drei Personen für die Reise nach Berlin brauchen, kann man auch Flyer drucken, Material für Transparente und Plakate kaufen und Gebärdensprachdolmetscher bezahlen. Eine kleine Demo kann man übrigens schon zu fünft organisieren. Also, wie wäre es, wenn am 5. Mai zur gleichen Zeit 100 Aktionen steigen?“

Sehr geehrter Herr Dr. Drebes,

Teilnahme und Organisation sind doch zwei paar unterschiedliche Dinge und man kann doch nun wirklich nicht übersehen, was das eigentliche Problem, welches Arnold schildert ein anderes ist. Er möchte nur dabei sein und nicht auch hier wieder ausgegrenzt werden, wie er es vielleicht öfter schon erlebt hat, aber bestimmt nicht immer das Geld der Grund war!
Wenn man schon nicht das Geld für die Fahrt und die Übernachtung hat, wie will man dann Flyer und anderes organisieren?
Vielleicht lesen einige Organisatoren für die Reise mit ihrer Gruppe nach Berlin am 05.05.2017 diese Zeilen und es wäre Arnold zu ermöglichen, an der Demo in Berlin teilzunehmen, aber dazu müsste erstmal bekannt sein, in welcher Gegend der Arnold lebt, damit vielleicht eine Möglichkeit organisiert werden könnte?
Vor kurzem war hier ein Aufruf zu einer Spende von 5,00 für ein neues Projekt welches dann auch gelöst wurde, wie es hieß. Nun sollte es doch auch möglich sein, dem Arnold wenn eine Mitreisegelegenheit sich bieten sollte, die Kosten zu ermöglichen.

Von Sven Drebes

Lieber Arnold und Alle,

vorab, ich bin nicht an der Organisation dieser Demo beteiligt, habe aber schon andere mit organisiert.

Ja, Reisekosten sind ein Hindernis. Vielleicht finden sich Verbände, die Gruppenfahrten organisieren und bezuschussen.
Ich persönlich finde es aber besser, wenn nicht nur in Berlin eine große Demo mit 3.000, 5.000 oder 10.000 Leuten stattfindet, sondern in vielen Städten und Dörfern kleine und große Demos organisiert werden. Mit dem Geld, das zwei oder drei Personen für die Reise nach Berlin brauchen, kann man auch Flyer drucken, Material für Transparente und Plakate kaufen und Gebärdensprachdolmetscher bezahlen. So können mit viel weniger Geld viel mehr Menschen an Demos teilnehmen, was viel mehr Eindruck macht.
Eine kleine Demo kann man übrigens schon zu fünft organisieren.
Also, wie wäre es, wenn am 5. Mai zur gleichen Zeit 100 Aktionen steigen?!

Von Arnold

Eine tolle Aktion nur wenn Menschen mit Beeinträchtigungen aus Berlin und mit Geld daran teilnehmen können finde ich nicht Gut .Menschen mit Beeinträchtigungen leben in ganz Deutschland und haben keine Chnce Ihr Leid einmal auf die Strasse zu tragen damit es endlich einmal aufhört das jeder sozusagende " Normalo " mit den Finger auf uns zeigt und uns Menschen nicht beachtet ,was ist da Integration in Deutschland . Macht Euch mal Gedanken .Schönen Sonntag allen Mitbetroffenen .

Von Arnold

Zuerst einmal einen schönen Sonntag Euch allen .Ich finde die Aktionen und den Tag Super .Nur eins muss man doch auch bedenken :Wieviele Leidensgenossen würden gerne daran teilnehmen nur mit diesen Einkünften in WfbM s und unterstützung vom Staat kann 3/4 der Menschen mit Beeinträchtigungen in Deutschland sich die Anreise nach Berlin und viele die zu Übernachtungen gezwungen wären nicht leisten können . Das ist doch das Problem :Nichts ohne uns nur mit uns ! und es wird dafür gesort das man gar keine Möglichkeit und Chance hat ,man wird gezwungener Maßen von allem Fern gehalten .Findet Ihr eine Lösung und was sagt Ihr dazu ?