Neue Berlin App im Test
Veröffentlicht am von Jens Wegener
Bild: Jens Wegener
Berlin (kobinet) Während der diesjährigen Internationalen Tourismusbörse - ITB hatte das Berlin-Portal "visitBerlin" eine neue App für Smartphone vorgestellt, welche es in ihrer Mobilität eingeschränkten Berlin-Besuchern leichter machen soll, die Hauptstadt ohne Barrieren zu erkunden. Wir hatten die Möglichkeit, Hartmut Smikac, den Projektleiter des Portals "Barrierefreier Tourismus Info" und Rollstuhlnutzer auf seinem Rundgang durch die Stadt zu begleiten, bei dem er diese neue App Testen wollte.
Entlang mehrerer Routen werden die Besucher zu Attraktionen und Sehenswürdigkeiten mit einem barrierefreien Zugang geführt. Dies wird nach den Routenvorschlägen geordnet und auf einer Karte angezeigt. Eine Filterfunktion ermöglicht darüber hinaus die gezielte Suche nach Hotels, Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten. Zu allen Punkten sind detaillierte Angaben zur Barrierefreiheit erhältlich, die nach den Kriterien von "Reisen für Alle" aufgelistet sind. Auf der Karte werden Haltestellen, Fahrstühle und auch Toiletten angezeigt - ist ein Fahrstuhl defekt, dann wird auch das gezeigt.
Unser gemeinsamer Rundgang verzögerte sich etwas - Hartmut Smikac hatte beim Lösen der Tageskarte Probleme, denn seine Absicht, mit Geldkarte zu zahlen, fand nicht die Zustimmung des Automaten. Dieser akzeptierte zwar die Karte, zeigt auch die Aufforderung an, nun die PIN einzugeben, ließ sich dann jedoch nicht zu weiteren Schritten überreden. Also den ganzen Prozess noch einmal neu und mit Geld bezahlen - da war die S-Bahn in die Stadt abgefahren.
Bei unserem Treffen am Hauptbahnhof hatten wir uns schnell für die Fahrt mit dem Bus über die Fischerinsel, durch Friedrichshain-Kreuzberg und Mitte zum Ostbahnhof entschlossen. Dies ließ sich gut mit einem Bummel entlang der East Side-Gallery verbinden. Von dort aus ging es dann mit der S-Bahn zum Hauptbahnhof zurück. Dem schloss sich ein Spaziergang vom Bundeskanzleramt durch den Tiergarten zum Kemperplatz, Sony-Center und Potsdamer Platz an und ließen uns Berlin als Großstadt und großer Parkanlage erleben.
Den Abschluss unseres Test-Rundganges bildeten Abstecher in die Bahnhöfe "Potsdamer Platz" und "Südkreuz". Nach einer Fahrt mit S-Bahn, U-Bahn und Bus auf den Wegen, die uns die App "accessBerlin" wies konnte Hartmut Smikac resümieren:"Es hat alles geklappt. Die App erweist sich als wirksame Hilfe für alle mobilitätseingeschränkte Besucher Berlins".
Neben den Routenvorschlägen gibt es zu Sehenswürdigkeiten und Gaststätten geprüfte Angaben zur Barrierefreiheit, mit der Karte kann man sich schnell orientieren sowie Bahnhöfe und Haltestellen sowie Fahrstühle und Toiletten schnell finden", so Smikac.
Bei der S-Bahn trafen wir Bahnsteige und S-Bahn-Wagen an, die einen Ein- und Ausstieg aus fast gleicher Höhe ermöglichte. Bei Bus und U-Bahn sollte man stets vorn einsteigen. Zum Ein- und Ausstieg sind hier mobile Schrägen notwendig, die Fahrer hatten uns jedoch stets freundlich geholfen. Ratsam ist auch, sich schon vor der Anreise über eventuelle Störungen bei Fahrstühlen zu informieren. Die Schwierigkeiten können dennoch kommen. Bei uns war es ein Fahrkartenautomat sowie die Tatsache, dass es auf größeren Bahnhöfen nicht ganz einfach ist stets den richtigen Fahrstuhl zum Gleis für den nächsten Anschluss zu finden.
Wer Berlin besucht und sich von dieser App helfen lassen möchte, kann sie über die allgemein bekannten Möglichkeiten für Smartphone (Google Play und Microsoft Store sowie für IOS-Geräte via ITunes im AppStore) kostenfrei herunter laden.
Hartmut Smikac war bei seinem Testrundgang gut zurecht gekommen. Die App hatte sich für ihn als hilfreich erwiesen. Das muss ja auf andere Berlin-Besucher nicht unbedingt zutreffen, welche die Stadt mit ihrem Rollstuhl besuchen. "visitBerlin" weiß das und ist für alle weiteren Hinweise von Nutzerinnen und Nutzern dieser App dankbar. Individuelle hinweise können per E-Mail an "visitBerlin" geschickt werden.
