Barrierefreie Wohnungen und Arztpraxen
Veröffentlicht am von Franz Schmahl
Bild: VdK NRW
Dortmund (kobinet) Der Sozialverband VdK Nordrhein-Westfalen hat heute gefordert, dass die zuletzt beschlossenen Verbesserungen beim barrierefreien Wohnungsbau auch tatsächlich umgesetzt werden. Zum Abschluss eines Kleinen Landesverbandstags im Dortmunder Kongresszentrum sagte Landesvorsitzender Horst Vöge angesichts der derzeitigen Koalitionsgespräche: "Mit rund 500.000 behinderten- und seniorengerechten Wohnungen, die allein in den nächsten zehn Jahren fehlen könnten, hat NRW hier einen erheblichen Nachholbedarf. Durch die Ende 2016 beschlossene Landesbauordnung sollten endlich mehr Wohnungen für Rollstuhlfahrer und mit Aufzügen gebaut werden. Diese Vorschriften dürfen im Sinne einer inklusiven Teilhabe, wie sie die UN-Behindertenrechtskonvention vorschreibt, durch die künftige Landesregierung nicht in Frage gestellt werden."
Der Sozialverband kritisierte zugleich, dass ein Mangel an Ärzten und barrierefreien Praxen die medizinische Versorgung gefährdet. Um eine gleichwertige, flächendeckende Gesundheitsversorgung sicherzustellen, müsse die neue Landesregierung schnellstmöglich Förderprogramme für strukturschwache Gebiete auf den Weg bringen. Ohne gezielte Anreize fehlten Mediziner gerade dort, "wo sie am meisten gebaucht werden - in Stadtteilen mit vielen ärmeren und älteren Menschen, die statistisch gesehen besonders häufig erkranken." Im bevölkerungsreichsten deutschen Bundesland herrscht ein erheblicher Mangel an barrierefreien Praxen. "Für die rund 640.000 Pflegebedürftigen, davon mehr als 18.500 in Dortmund, kann von freier Arztwahl keine Rede sein", so Vöge. "Solange in der Privatwirtschaft das Prinzip Freiwilligkeit gilt, stellen Treppen, Stufen und Untersuchungsmobiliar weiterhin unüberwindbare Hindernisse für Patienten mit körperlichen Einschränkungen dar."
