Vorbereitungen für NITSA-Tagung laufen auf Hochtouren
Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul
Bild: NITSA
Berlin (kobinet) Am 22. und 23. Juni lädt das Netzwerk für Inklusion, Teilhabe, Selbstbestimmung und Assistenz (NITSA) nach Berlin zu einer Bildungs- und Informationsveranstaltung zum Thema "Das Bundesteilhabegesetz und die Zukunft der Assistenz“ ein. kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul sprach mit NITSA Vorstandsmitglied Thomas Schulze zur Wiesch über die Veranstaltung und den aktuellen Stand der Vorbereitungen.
kobinet-nachrichten: Das Bundesteilhabegesetz ist beschlossene Sache. Warum jetzt eine Bildungs- und Informationsveranstaltung zum Bundesteilhabegesetz?
Thomas Schulze zur Wiesch: Das Bundesteilhabegesetz definiert die neue gesetzliche Grundlage für Assistenz. Aus unserer Sicht ist vieles lückenhaft und interpretationswürdig formuliert. Es gibt viel Unsicherheit darüber, wie Kostenträger das Gesetz auslegen. Da gibt es viel Diskussionspotential und das Ziel unserer Veranstaltung ist es, Betroffenen mit unserer Tagung ein solides Wissensfundament und die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch zu geben.
kobinet-nachrichten: Mit Herrn Nellen (BMAS), Herrn Münning (BAGüS) oder z.B. Herrn Dr. Fuchs (Abteilungsdirektor a.D.) konnten Sie hochkarätige Referenten gewinnen. War das schwierig?
Thomas Schulze zur Wiesch: Nein, das war nicht schwierig. Das Interesse an einem Austausch besteht von allen Seiten. Uns ist wichtig, dass bei der Tagung auch Positionen, die uns vielleicht nicht so gefallen, Raum bekommen. Nur so kann es zu Diskussionen und Austausch kommen.
kobinet-nachrichten: Ein Tagungsbeitrag von 65 Euro ist nicht unüblich und dennoch keine Kleinigkeit. Was bekommen die BesucherInnen hierfür geboten?
Thomas Schulze zur Wiesch: Neben der Raummiete, Gebärdensprachdolmetschern und den Reisekosten für Referenten, sorgen wir an zwei Tagen für Essen und Trinken (wobei die Assistenten nicht extra zahlen müssen). Alleine das Catering ist beispielsweise schon teurer als der Teilnehmerbeitrag. Wir halten die Veranstaltung für extrem wichtig, um Assistenznehmer über das Bundesteilhabegesetz zu informieren und gemeinsam zu überlegen, wie wir damit umgehen. Deshalb sind wir bereit, hier eine Veranstaltung anzubieten, die sich finanziell definitiv nicht rechnen wird.
kobinet-nachrichten: Wie viele Anmeldungen habt ihr schon? Gibt es überhaupt die Möglichkeit, sich noch anzumelden?
Thomas Schulze zur Wiesch: Bislang haben sich etwas mehr als 50 Personen für die Tagung angemeldet. Das sind ungefähr so viele wie bei unserer letzten Fachtagung zum Bundesteilhabegesetz vor zwei Jahren. Ein bisschen Platz ist aber noch und wir freuen uns über weitere Anmeldungen: http://nitsa-ev.de/service/veranstaltungen/bthg-infoveranstaltung-2017/
kobinet-nachrichten: Welche Erwartung haben Sie selbst an die Veranstaltung?
Thomas Schulze zur Wiesch: Ich erhoffe mir einen offenen, kontroversen und lebhaften Dialog mit allen Referenten. Neben vielen Informationen und Erfahrungsberichten, bin ich gespannt auf die TeilnehmerInnen der Tagung und freue mich darauf, engagierte Leute kennen zu lernen, die Lust darauf haben, die Zukunft von Assistenz in Deutschland mitzugestalten.
kobinet-nachrichten: Vielen Dank für das Interview.
