Geschichte nicht vergessen

Veröffentlicht am von Hartmut Smikac

Die schlesische Heil- und Pflegeanstalt Branitz um 1935
Die schlesische Heil- und Pflegeanstalt Branitz um 1935
Bild: Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein

Pirna (kobinet) Wie Menschen mit Behinderungen in früheren Jahren umgegangen wurde, wozu sie missbraucht wurden - das sollte keinesfalls in Vergessenheit geraten. Dieser Aufgabe ist auch ein Vortrag verpflichtet, welcher sich mit dem Thema: „Schlesische Psychiatriepatienten als Opfer der NS-Krankenmorde“ beschäftigt.

Seit April 2016 untersucht die Stiftung Sächsische Gedenkstätten/Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein in einem durch die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ geförderten Projekt die Ermordung schlesischer Anstaltspatienten im Rahmen der NS-„Euthanasie“.

In einem Vortrag wird der Leipziger Historiker Dr. Dietmar Schulze am 1. September 2017 einen Überblick zu den Ergebnissen seiner Recherchen im Rahmen dieses Projektes geben.

Allein in der Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein wurden über 1.500 Menschen umgebracht, die zuvor in psychiatrischen Anstalten Nieder- und Oberschlesiens lebten. Auch nach dem Abbruch der „Aktion T4“ am 24. August 1941 ging das Sterben in den sächsischen Anstalten weiter. Ein Großteil der dorthin verlegten Schlesier starb bereits bis zum Jahresende 1941. Nach 1945 geriet das Schicksal dieser Menschen, begünstigt durch Flucht und Vertreibung, weitgehend in Vergessenheit.

Im kommenden Jahr soll eine zweisprachige Wanderausstellung und eine Publikation die Ergebnisse dieser Projektarbeit vorstellen und daran erinnern.

Alle, die sich schon jetzt darüber informieren möchten sollten am 1. September in die Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein (Seminarraum II; Schlosspark 11 01796 Pirna) fahren. Der Eintritt zu dieser um 18:00 Uhr beginnenden Veranstaltung ist frei. Der Veranstaltungsraum ist mittels Fahrstuhl ebenerdig zugänglich.