Bessere Unterstützung für behinderte Geflüchtete
Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul
Bild: MFFJIV RLP
Kusel (kobinet) Eine Schulung soll Mitarbeitende der Aufnahmeeinrichtungen für Asylbegehrende (AfAs) in Rheinland-Pfalz beim Umgang mit Geflüchteten mit Behinderungen sensibilisieren. Dabei sollen die AfA-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter auch lernen, wie man nicht sichtbare Behinderungen identifiziert. Die Schulung in der AfA Kusel haben das Ministerium für Familie, Frauen, Jugend, Integration und Verbraucherschutz sowie der Landesbeauftragte für die Belange von Menschen mit Behinderungen in Rheinland-Pfalz gemeinsam mit der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Selbsthilfe Behinderter initiiert.
Die rheinland-pfälzische Integrationsministerin Anne Spiegel unterstreicht, dass sich unter den Geflüchteten in Rheinland-Pfalz auch Menschen mit unterschiedlichsten Behinderungen befinden. "Menschen mit Behinderungen gehören gemäß der EU-Aufnahmerichtlinie (2013/33/EU) zu den besonders schutzbedürftigen Personen, weil ihre Aufnahme und Versorgung von spezifischen Bedürfnissen bestimmt wird", so die Ministerin. Beabsichtigt ist, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Schulung ihre Kompetenz im Umgang mit Menschen mit Behinderungen ausbauen. Dazu erhalten sie auch Informationen über Institutionen, Unterstützungsangebote und Selbsthilfestrukturen. In Selbsterfahrungsstationen zu den Themen Sehbehinderung, Hörbehinderung, Mobilitätseinschränkungen und Lernschwierigkeiten können die Mitarbeitenden sich zudem in die Situation von Menschen mit Behinderungen hineinversetzen.
Der Landesbehindertenbeauftragte Matthias Rösch betont: "Menschen mit Behinderungen und Familien mit behinderten Familienmitgliedern müssen oft besondere Schwierigkeiten bei ihrer Flucht erleben. Sie brauchen unsere Aufmerksamkeit für ihre speziellen Bedürfnisse und unsere Unterstützung." "Die Schulung der AfA-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist ein wichtiger Baustein, um die gleichberechtigte Teilhabe behinderter Geflüchteter zu unterstützen und behinderungsbedingte Benachteiligungen von Anfang an zu vermeiden“, erklärt der Geschäftsführer der LAG Selbsthilfe, Johannes Schweizer.
Das rheinland-pfälzische Integrationsministerium setzt sich für eine stärkere Berücksichtigung der Belange behinderter Menschen in den Aufnahmeeinrichtungen des Landes ein. Wie im rheinland-pfälzischen Koalitionsvertrag vorgesehen, soll in dieser Legislaturperiode auch ein Konzept zur Erstaufnahme von Menschen mit Behinderungen in Rheinland-Pfalz vorgelegt werden.
