Gemeinsam Freizeit verbringen

Veröffentlicht am von Franz Schmahl

Grafik mit emoijis zur Inklusion
Grafik mit emoijis zur Inklusion
Bild: Aktion Mensch

Bonn (kobinet) Kinder mit und ohne Behinderung sollten gemeinsam ihre Freizeit verbringen, meinen 87 Prozent der Eltern in Deutschland. Das zeigen die Ergebnisse einer heute veröffentlichten bevölkerungsrepräsentativen Befragung von YouGov im Auftrag der Aktion Mensch. Die Umfrage belegt, dass die gemeinsame Freizeitgestaltung in Deutschland einen hohen Stellenwert hat.

Auch der inklusive Kita-Besuch findet bei Eltern breite Zustimmung (83 Prozent). Und selbst beim vielfach kritisierten Thema schulische Inklusion überwiegen die Befürworter: Mehr als drei Viertel (76 Prozent) möchten, dass Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam die Schulbank drücken. Einzelne Befragte sehen genau in diesem Punkt jedoch auch Handlungsbedarf, sie sagen: „Nur bei entsprechender Ausstattung der Schule ist das zu stemmen."

Eltern von Kindern mit Behinderung begrüßen ebenfalls Inklusion, sind aber etwas zurückhaltender. Nur 75 Prozent finden es gut, wenn Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam in die Kita gehen. Dagegen halten 85 Prozent der Mütter und Väter von Kindern ohne Behinderung dies für den richtigen Ansatz.

Wunsch und Wirklichkeit gehen weit auseinander

Trotz dem überwiegenden Wunsch nach Inklusion ist sie für die meisten Kinder mit und ohne Behinderung in ihrem Alltag nicht verwirklicht: Nur knapp ein Drittel (32 Prozent) aller Eltern geben in der Umfrage an, dass ihre Kinder ihre Freizeit gemeinsam mit Kindern mit und ohne Behinderung verbringen. Inklusive Bildungseinrichtungen wie Kita oder Schule besuchen die Kinder von lediglich 36 Prozent der befragten Mütter und Väter. Auf die Frage, warum sie inklusive Angebote nicht nutzen, antworten 21 Prozent dieser Eltern, dass sie keine inklusiven Angebote kennen.

„Die Umfrage zeigt erfreulicherweise, dass es eine sehr hohe Zustimmung zu Inklusion im Kindesalter gibt. Aber sie macht auch deutlich, wie sehr Wunsch und Wirklichkeit auseinanderklaffen“, sagt Armin v. Buttlar, Vorstand der Aktion Mensch. „Es liegt weniger an Vorurteilen oder der Entscheidung von Eltern, wenn Kinder mit und ohne Behinderung nicht zusammenkommen. Es liegt vielmehr an mangelnden Angeboten und Möglichkeiten. Dies zu ändern, geht uns alle an. Auch die Aktion Mensch, die sich noch stärker für inklusive Angebote für Kinder und Jugendliche, insbesondere in der Freizeit, engagieren wird.“ Aus diesem Grund wird die Soziallotterie in den kommenden Jahren die Zielgruppe Kinder und Jugendliche stärker in den Fokus rücken.