Behindertenrat zum 5. Mai
Veröffentlicht am von Franz Schmahl
Bild: ROBERT-SCHLESINGER.com
Berlin (kobinet) Mit der Unterzeichnung der UN-Behindertenrechtskonvention hat sich die Bundesrepublik im Jahr 2009 verpflichtet, die politische, wirtschaftliche, soziale und gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderungen zu verwirklichen. "Es geht darum, Menschenrechte umzusetzen. Doch dieses Ziel liegt noch in weiter Ferne", erklärte heute Adolf Bauer, Sprecherratsvorsitzender des Deutschen Behindertenrats (DBR) und Präsident des Sozialverband SoVD, anlässlich des Europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen am 5. Mai.
Der DBR bemängelt insbesondere große Defizite bei der Barrierefreiheit, der Teilhabe an Arbeit und der inklusiven Bildung. Zudem fordert der DBR, die Wahlrechtsausschlüsse für Menschen mit Behinderungen abzuschaffen. "In diesem Jahr muss sich Deutschland erneut der Staatenprüfung durch den UN-Fachausschuss für die Rechte von Menschen mit Behinderungen unterziehen. In dieses Verfahren wird sich der Behindertenrat einschalten und sowohl Fortschritte und Rückschritte aufzeigen", betont Bauer.

Von Behindert_im_System
Zitat:
"In diesem Jahr muss sich Deutschland erneut der Staatenprüfung durch den UN-Fachausschuss für die Rechte von Menschen mit Behinderungen unterziehen. In dieses Verfahren wird sich der Behindertenrat einschalten und sowohl Fortschritte und Rückschritte aufzeigen", betont Bauer.
Na hoffentlich vergisst man nicht die eigenen Fehler bzw. Untätigkeiten selbstkritisch mit zu erwähnen!
Fehler anzuprangern, diese aber erst mit eigener Zustimmung ermöglicht zu haben, sollte auf dem schwer zu beschreitenden Weg nicht immer, als nur die Schuld anderer hervorgehoben werden.
Von Gisela Maubach
Der DBR sollte sich vielleicht auch mal die wesentlich schwerwiegenderen Menschenrechtsverletzungen derjenigen Personen anschauen, die vom Wahlrechtsausschluss tatsächlich betroffen sind:
https://www.kobinet-nachrichten.org/de/1/nachrichten/37967/Handlungsbedarf-in-Nordrhein-Westfalen.htm#comments
Es ist völlig unbegreiflich, dass das Extrempooling der Menschen mit schwerer geistiger Behinderung ohne jegliche Kritik geschluckt wird, obwohl der Ausschluss aus der nichtbehinderten Gesellschaft während des gesamten Tages die größte Menschenrechtsverletzung überhaupt darstellt . . . und dass man eben diesem Personenkreis (mit schwerster geistiger Behinderung) immer nur das Luxusproblem Wahlrecht andichtet.
Wie weit sollen wir uns eigentlich noch von der Lebenswirklichkeit verabschieden?