Inklusion auf der Theaterbühne

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

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Bild: Aktion Mensch

Kaufbeuren (kobinet) Inklusion auf der Theaterbühne? Für die Lebenshilfe Ostallgäu und die Kulturwerkstatt Kaufbeuren ist das schon längst ganz normal. Dass junge Menschen mit und ohne Behinderung hier zusammen Theaterspielen, ist aber erst der Anfang, wie die Aktion Mensch in ihrem neuesten Newsletter berichtet.

Link zum Beitrag der Aktion Mensch

Lesermeinungen zu “Inklusion auf der Theaterbühne” (7)

Von Gisela Maubach

Die Frage, ob das als Inklusion im Sinne der UN-BRK verstanden werden kann, könnte man ganz leicht beantworten, wenn man die Anzahl derer, die ihre Tage in der Sondereinrichtung WfbM verbringen, mit derjenigen Anzahl vergleicht, die an so einem Projekt teilnehmen (können) . . .

Von Behindert_im_System

Kleine Korrektur:

Frau Rieger von der Kulturwerkstatt Kaufbeuren ist keine Inklusionsbotschafterin, sondern Inklusionsberaterin und die Anlaufstelle für kulturelle Teilhabe und Inklusion etc. was ich bitte zu entschuldigen, in meiner Unwissenheit. Es ändert aber nichts daran dass gefördert wird und die Lebenshilfe in der Kulturwerkstatt ein Büro hat.

Von Behindert_im_System

Hierbei handelt es sich um eine Kooperation zwischen der Lebenshilfe und der Kunstwerkstatt Kaufbeuren. Die Inklusionsbotschafterin Hannah Rieger der Kunstwerkstatt ist die Koordinationsperson zur Lebenshilfe und wenn man einem Bericht der Allgäuer Zeitung glauben kann, handelt es sich um eine Stelle welche auf 3 Jahre vorerst befristet ist und anscheinend mit diesem Betrag gefördert wird, was momentan aber nur vermutet werden kann, denn die Förderung wird in dem Artikel nicht erwähnt, vielleicht auch bewusst nicht, oder diese war zum Zeitpunkt noch nicht relevant, was man auch bezweifeln darf.

https://kulturwerkstatt.kaufbeuren.de/Portaldata/11/Resources/presse/2017-11 16_Allgaeuer_Zeitung_Kaufbeuren_Der_ganz_normale_Ausnahmezustand.pdf

Frage:
Wenn sich eine allein erziehende Mutter bei der Aktion Mensch als Inklusionsbotschafter vorstellen oder bewerben würde, könnte die dann auch für z.B. 3 Jahre Fördermittel in Höhe von 123,500,00 € erhalten, oder endet dann bereits an der Haustür im Einzelfall, generell die Voraussetzung? Die ganzen Botschafter für Inklusion muss doch jemand auswählen, nur wer macht dass?
Fragen über Fragen nur keine Antworten. Ist dies Inklusion wie sie aus der BRK verstanden werden soll, oder sind es Botschaften, welche in guter Hoffnung die Wahrheit verschleiern könnten?

Von Gisela Maubach

Unter Lebenshilfe Ostallgäu in Kaufbeuren findet man unmittelbar die WfbM:

http://www.wertachtal.de/

Inklusion schon längst ganz normal?

Von Gisela Maubach

Die Aktion Mensch unterstützt das Projekt mit 123.500 €.
Warum wird nicht erwähnt, welche Art von "Kosten" damit gedeckt werden?
Ist die Lebenshilfe, die sich hier das Wort "Inklusion" auf die Fahne schreibt, nicht auch gleichzeitig Träger der WfbM, in der die Menschen mit Behinderung tagsüber für sooo wenig Lohn arbeiten, dass sie gezwungen sind, Grundsicherung zu beziehen?

Die Scheinheiligkeit bei der Verwendung des Begriffes Inklusion kennt wirklich keine Grenzen.

Was würde eigentlich passieren, wenn sich einer dieser Menschen weigern würde, tagsüber für einen Hungerlohn zwischen 100 und 200 € pro Monat in der Sondereinrichtung WfbM zu arbeiten?

Ab 1.1.2018 sagt § 200 SGB IX, dass "einem schwerbehinderten Menschen, der einen zumutbaren Arbeitsplatz ohne berechtigten Grund zurückweist oder aufgibt", die "besonderen Hilfen für schwerbehinderte Menschen" zeitweilig entzogen werden können.

Da passt es doch richtig gut, wenn die Träger der Werkstätten auch noch Fördergelder abgreifen können, um sich damit "Inklusion" auf die Fahnen schreiben zu können . . .

Von TN

Ungerechtigkeit wird beim 'Wir machen was zusammen und haben uns alle liiiieb' unter den Teppich gekehrt.

Von TN

Nun, es wird wieder verwässert und gar nicht zur Sprache gebracht, dass die SchauspielerInnen der Lebenshilfe bedeutend weniger an monatlichen Einnahmen durch von ihnen geleistete Arbeit in der Behindertenwerkstatt erzielen, als die Nichtbehinderten. die sich in dem Theaterprojekt als MitspielerInnen betätigen. Deren Lohn / Gehalt dürfte um Einiges höher liegen, als das in der Behindertenwerkstatt erzielte Taschengeld.

Das ist auch eine der Merkel'schen Taschenspielertricks, der hier zum Tragen kommt. Alle haben sich liiiieb und machen was Schönes zusammen - und niemand protestiert mehr.