Alle profitieren von Prävention, Gesundheitsförderung und Inklusion

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Petra Wontorra
Petra Wontorra
Bild: Tom Figiel

Hannover (kobinet) "Alle Menschen profitieren von Prävention, Gesundheitsförderung und Inklusion", darauf wies die niedersächsische Landesbehindertenbeauftragte Petra Wontorra hin und fragt: "Müssen nicht jede ärztliche und therapeutische Praxis sowie alle Angebote für präventive und gesundheitsfördernde Maßnahmen barrierefrei und nutzbar sein, damit jeder Mensch – ob mit oder ohne Behinderungen – an Vorsorgeuntersuchungen und Gesundheitskursen teilnehmen kann?"

Anlässlich eines Fachtages am 31. Mai machte Petra Wontorra deutlich: "Gesundheits- und Präventionsprogramme für alle Menschen brauchen wir überall: im Ort, im Kindergarten, in der Schule, in Einrichtungen der Behindertenhilfe sowie in Betrieben und in Werkstätten für behinderte Menschen." Bewegungsmangel könne auch bei Menschen mit Behinderungen zu Folgeerkrankungen führen, wenn sie dem nicht aktiv entgegenwirken. Beispiele seien Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Menschen mit Trisomie 21 aufgrund von Übergewicht oder Hautdruckstellen (Dekubitus) bei Menschen, die einen Rollstuhl nutzen.

Prävention und Gesundheitsförderung seien wichtig, um Folgeschäden oder auch Krankheitsrückfälle zu verhindern und um größtmögliche Gesundheit aufrechtzuerhalten. "Es geht aber um noch viel mehr: Es geht um Teilhabe, um Selbstbestimmung, um Empowerment, also um die Stärkung der Person, und um Inklusion und nicht zuletzt um den Spaß, gemeinsam mit anderen etwas für die eigene Gesundheit zu tun", so Petra Wontorra.
Die Ottawa-Charta zur Gesundheitsförderung erklärt Gesundheit für alle sowie gesundheitliche Chancengleichheit als Leitziele. Empowerment wird als Schlüsselkategorie von Gesundheitsförderung angesehen. Die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) bestärkt das Recht von Menschen mit Behinderungen auf den Genuss des erreichbaren Höchstmaßes an Gesundheit ohne Diskriminierung aufgrund von Behinderung.

Der berufsgruppenübergreifende Fachtag unter dem Motto "Inklusion, Prävention und Gesundheitsförderung mit Menschen mit Behinderungen – Wie kann es gelingen? wurde u.a. vom niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, der Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderungen sowie von der  Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin ausgerichtet.