ABiD fordert: UN-Konvention kraftvoll umsetzen!
Veröffentlicht am von Hartmut Smikac
Bild: Uwe Hoppe
Berlin (kobinet) Der Allgemeiner Behindertenverband in Deutschland „FÜR SELBSTBESTIMMUNG UND WÜRDE“ hat sich zum jüngst von der Bundesregierung verabschiedeten Zwischenbericht zum "Aktionsplan 2.0" mit dem sie die UN-Behindertenrechtskonvention umsetzen will, geäußert. Dazu fordern der Vorsitzende dieses Verbandes Marcus Graubner und der Ehrenvorsitzende des ABiD, Dr. Ilja Seifert, die UN-Konvention kraftvoll umzusetzen und erklären "Nach unserer Beobachtung hat die Behauptung, daß Deutschland auf einem guten Weg zur Inklusion wäre, nichts mit dem Alltagsleben der Betroffenen zu tun".
Was eigentlich gebraucht würde, das wäre der konsequente Menschenrechtsblick auf volle, selbstbestimmte Teilhabeermöglichung ebenso wie ein energisches, finanziell gestütztes Barrierenbeseitigungsprogramm in allen Bereichen, die Überflüssigmachung von (Aus)Sondereinrichtungen sowie die Einkommens- und Vermögensunabhängigkeit von Teilhabeleistungen, die unbürokratische Deckung assistierenden Pflegebedarfs beziehungsweise. pflegenden Assistenzbedarfs und die Ächtung und Bestrafung von Stigmatisierung und Diskriminierung und so weiter.
Was wir vorfinden, stellen Graubner und Seifert im Namen ihres Verbandes fest, ist leider nach wie vor eine fremdbestimmende Sozialhilfelogik, die Teilhabe als eine Art von "Gnadenakt" behandelt. Tatsache sei ebenso, dass selbst bei Neubauten immer mal wieder neue Barrieren entstehen und keinerlei ernsthafte Bestrebungen festzuhalten wären, bestehende Barrieren (im baulichen, kommunikativen und Bewußtseinsbereich) abzubauen. Dazu gehört aus Sicht des ABiD auch der Neu- und Ausbau von Behindertenwerkstätten, Pflegeheimen und sonstigen "Aufbewahrungsanstalten" sowie die Verhinderung von Ansparmöglichkeiten für Jede und Jeden, die/der neben Eingliederungsleistungen auch Leistungen zur Pflege benötigt. zugleich wird auf eine immer bürokratischere "Gewährung" von Pflegeleistungen verwoiesen, was schon bei der Einstufung beginnt.
Allgegenwärtig sei, so der ABiD auch das Ignorieren von Stigmatisierungen und Diskriminierungen in Wort und Tat.
Deshalb fordert der ABiD, die Zurückhaltung bei der konsequenten Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention endlich aufzugeben und aus "Beteiligungs-Spielchen" ernsthafte Mitwirkungs- und Mitentscheidungsrechte für Selbstvertreter-Organisationen einzuführen. "Wir brauchen", so fordert der Verband, "keine neuen Aktionspläne auf geduldigem Papier, sondern kraftvolle Aktivitäten von Seiten der Regierenden m i t uns, den aktiven Regierten".

Von rgr
@TN
Ich stimme ihrer Kritik an der Sonderstellung von Sonderpädagogik zu. Das kann einfach nichts werden, wenn die Lohn- und Gehaltsstufen innerhalb eines Kollegiums derart weit gespreizt werden.
Ich plädiere statt dessen für eine Pflicht jeder Lehrkraft sich auf dem Gebiet der Pädagogik, der Didaktik und der eigenen wissenschaftlichen Disziplin kontinuierlich fortzubilden. Gleichzeitig müssen die Bildungseinrichtungen die Fortbildung ihrer Lehrkräfte durch personelle Planung auch ermöglichen.
Bisher fehlt eine solche Verpflichtung. Aber es gibt Ausnahmen wie die Schule meines Herzens, welche immer ausreichend Bewerber für Praktikum und Lehramt finden.
Von TN
@ TN:
Ich beziehe mich in meinem Kommentar auf diese Kobinet'sche Meldung:
https://kobinet-nachrichten.org/de/1/nachrichten/38993/Zu-wenig-Sonderp%C3%A4dagogen-f%C3%BCr-nordrhein-westf%C3%A4lische-Schulen.htm
Von TN
Die Kobinet-Meldung zu dem Fehlen von Fachkräften für SchülerInnen mit Behinderung ist leider ohne Kommentar-Fenster. Deshalb an dieser Stelle hier mein Kommentar zu der Kobinet'schen Meldung:
Kobinet hat den Begriff "Sonderpädagogen" verwendet und bemängelt, dass (soundsoviele, eine Zahl wurde genannt) "Sonderpädagogen" fehlten.
Frage:
Weshalb wird der "Begriff" Sonderpädagoge verwendet, der geradezu exkludierend, einen Sonderstellung der Schülerin / des Schülers mit Behinderung darstellt und ausfüllt? Auf diese Weise des Verwendens des Begriffes "Sonderpädagoge" macht sich Kobinet die Sprache derer zueigen, denen Inklusion ein rotes Tuch ist und die Inklusion in die 'Tonne klopfen' möchten.
Darüber hinaus ist es für die Bewusstseinsbildung von PädagogInnen (den bereits studierten und denen in Hoffnung, dass sie mal PädagogInnen sind, da von ihnen die Prüfungen im Studium bestanden wurden), die mit SchülerInnen mit Behinderung im Beruf zu tun haben, kontraproduktiv, das Wort "Sonderpädagoge" zu verwenden.
Von rgr
Wir kriegen einen sehr strengen Winter
Ich fürchte das dann noch mehr Eiszapfen unterwegs sein werden. Schnell müssen dann U-Bahnhöfe hier in Berlin und anderswo Nächtens geöffnet werden. Die logistischen Herausforderungen und die Herausforderungen an den Service und an Rettungsdienste sind nicht zu unterschätzen.
Plätze zum Ausruhen fehlen gerade in Innenstädten, wo jeder Sitzplatz zum Ausruhen mit einem Verzehr verbunden wird. Auf einer Bank an einem Klapptisch im Freien mit einer Tasse Glühwein wird oft die preiswerteste Alternative sein. Warum also nicht öffentlichen Raum als Aufwärm und Service Zone okkupieren und so gleichzeitig gegen den Mangel an barrierefreier Infrastruktur protestieren?
Wenn dann Passanten über Kohlenstofffreisetzung und Feinstaub belehren wollen, dann ist wieder Öffentlichkeit.
Von TN
Die Leserbrieffunktion ist deaktiviert, siehe https://kobinet-nachrichten.org/de/1/nachrichten/38978/ISL-in-Berlins-Mitte-angekommen.htm
Wie hoch ist die monatliche Miete des ISL-LobbyistInnen-Hauptstadtbüros je Quadratmeter angemieteter Bürofläche?
Wieviele Quadratmeter groß ist das ISL-LobbyistInnen-Hauptstadtbüro?
Was ist ein (siehe Eigenaussage ISL e.V.) "... weitgehend barrierefreies Büro ..."?
Der Begriff 'weitgehend' ist, soweit mir bekannt, kein rechtsfester Begriff, ist also keiner Rechtsnorm und deren Einhaltung unterworfen und kann dementsprechend ausgelegt werden.
Wer ist von der Barrieregerechtigkeit (gemäß der ISL-Meldung) auf Dauer von der Nutzung der ISL-LobbyistInnen-Hauptstadtbüro aus physischen, psychischen und aus anderen, vorgeschobenen Gründen ausgeschlossen?
Fragen über Fragen.
Von rgr
In zwei, drei Wochen dürften größere Mengen ausgemusterter Tannenbäume und Adventskränze im Angebot sein. Ich frag mich welchen Duft die wohl verströmen, wenn man die kontrolliert niederbrennt. Etwas was an Erzgebirgische Räuchermännchen erinnert wäre schön. -> http://tinyurl.com/y7wgpf9j
Von rgr
@kirsti
"Auf die Straße gehen, mit Rollstühlen bei der feuchten Kälte, sehe ich bei der Jahreszeit als Problem: In Rollstühlen, ohne Bewegung ist man schnell ein Eiszapfen."
Das stimmt. Beschichtete Rettungsfolien und Kohlenstoff sollten mitgeführt werden. Um belebte öffentliche Plätze finden sich aber auch Paletten und sonstiges Heizmaterial in ausreichenden Mengen. Spendendosen für ein Hilfswerk bereit halten. Einfach zugreifen!
Von kirsti
Lieber Dirk Hentschel!
Es stimmt, aber wir müssen zweigleisig fahren; damit wir als Behinderte oder Angehörige ins Bewusstsein der Öffentlichkeit reinkommen und gehört werden. Bis jetzt habe ich in den entscheidenden Nachrichten nie etwas über Behinderte gehört oder gesehen oder gelesen. Wer den „Aktionsplan 2.0", mit dem die Bundesregierung angeblich Inklusion „und wir sind auf einem guten Weg“ gelesen hat, den überkommt zwangsläufig das kalte Grausen. Der Aktionsplan hat nichts mit der UN- BRK zu tun; er streut den Betroffenen nur Sand in die Augen, hält sie für ein Weichen still!
Also: Auf die Straße gehen, und schriftlich – eben am Schreibtisch protestieren -, und zwar mit Power und Argumenten auf das GG Art. 3, Abs. 3, Satz 2 und die UN- BRK die Medien usw. stets und ständig hinweisen! E gibt den blöden Spruch: „Die Hoffnung stirbt zuletzt“, vielleicht trifft er ja irgendwann zu. Oder auch: Steter Tropfen höhlt den Stein. Das muss gelingen, wenn man dranbleibt.
Auf die Straße gehen, mit Rollstühlen bei der feuchten Kälte, sehe ich bei der Jahreszeit als Problem: In Rollstühlen, ohne Bewegung ist man schnell ein Eiszapfen. Das muss schon bei geeignetem Wetter stattfinden – oder in Schichten gehen, abwechselnd, aber das muss dann gut organisiert sein… Und das Wichtigste: nicht auseinanderdividieren lassen in gute und schlechte Behinderte. Das ist die Gefahr, die von den offiziellen Behindertenverbänden und Politikern ausgeschlachtet wird.
Von Dirk Hentschel
Dies Einschätzungen und Vorderungen des ABiD unterstütze ich!
Jedoch lieber ABiD setzt sich in mir die Erkenntnis durch, das all diese "tollen" Kritiken am etablierten Behindertensystem nebst der verantwortlichen Politik (Politiker) nutzlos sind!
Man könnte auch sagen "der Löwe hat mal wieder gut gebrüllt" ....
Was kommt jetzt lieber ABiD? Wieder 2 Jahre nichts und dann ein weiteres "brüllen"? Usw. Usw.
Oder darf ich endlich die Hoffnung hegen das Taten folgen - z.B. massive Protestbewegungen auf der Strasse?
Am Schreibtisch scheint nichts erreicht zu werden - ausser Partikularinteressen?!
Dirk Hentschel