Selbstbestimmt mit Assistenz
Veröffentlicht am von Franz Schmahl
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Berlin (kobinet) Die von Ability Watch im zu Ende gehenden Jahr gestartete Petition für die von Behördenwillkür bedrohte Freiheit von Markus Igel haben bereits an die 15 000 Menschen unterschrieben. Erfolgreich angelaufen ist zugleich eine Spendenaktion. So konnte der 31-Jährige Zuversicht auf ein selbstbestimmtes Leben mit Assistenz in der eigenen Wohnung schöpfen. Bei den Aktionen für ein gutes Teilhabe-Gesetz hatte Matthias Grombach davor gewarnt, dass Unklarheiten in diesem Gesetz gegen behinderte Menschen ausgenutzt werden könnten.
Wie Grombach befürchten auf Assistenz Angewiesene, ihr Wunsch- und Wahlrecht werde beim Pooling von Leistungen massiv beschnitten. "Uns wurden Verbesserungen versprochen, aber genau das Gegenteil ist vorgesehen", sagte der Mann der nie mehr in den Knast (Heim) will, in einem kobinet-Interview. "Wenn Pooling von Leistungen, dann nur mit ausdrücklicher Zustimmung des Leistungsbeziehers. Ansonsten werden wir in diesem Punkt quasi entmündigt. Das ist alles andere als im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention, die eigentlich umgesetzt werden sollte."
Eines der wichtigsten Anliegen hat die Behindertenbewegung bis jetzt nicht durchsetzen können. Der Gesetzgeber weigert sich, klar und deutlich zu bestimmen, dass jeder Mensch in der Wohnform leben darf, in der er leben möchte und nicht ins Heim gezwungen werden darf. Die hierfür notwendige Assistenz ist gemäß der UN-Behindertenrechtskonvention zu gewährleisten.
Im kommenden Jahr muss weiter darum gekämpft werden, dass Menschen die notwendige Assistenz für ein eigenständiges Leben nicht verwehrt wird und ihnen der zwangsweise Gang ins Heim mitsamt der Zerstörung ihrer gesamten Existenz droht. Der Deutsche Behindertenrat, in dem die Interessenvertretung Selbstbestimmtes Leben 2019 den Vorsitz führt, hat viele Baustelllen anzugehen. Bei den anstehenden und dringend notwendigen Nachbesserungen des Bundesteilhabegesetzes müssen Zwangseinweisungen behinderter Menschen ins Heim ausgeschlossen werden.

Von TN
Ich beziehe mich auf das Interview mit Herrn Igel, siehe https://kobinet-nachrichten.org/de/1/nachrichten/39343/Markus-Igel-Billigpflegekr%C3%A4fte-oder-zur%C3%BCck-ins-Heim.htm
Höchst kriminell handelnde BehördenmitarbeiterInnen!
Bevorzugen von AnstaltsbetreiberInnen.
Von kirsti
Solange Zwangseinweisungen in Heime und „Pooling“ nicht ausdrücklich im Bundesteilhabegesetz ausgeschlossen werden, sind die schönsten Jubelmeldungen über 10-jährige rheinland-pfälzische Aktionspläne aus Anlass der 10-jährigen UN-BRK „auch auf kommunaler Ebene … in den Städten und Gemeinden... Im Rahmen des Projektes ‚Unsere Kommune für Alle – altersgerecht, barrierefrei und inklusiv‘ …Makulatur und Selbstdarstellung der Verantwortlichen. Aktionen wie diese mögen die Bewohner erfreuen, aber sie bleiben sinnleer, wenn betroffenen Behinderten weiterhin systematisch Assistenz verweigert wird. [mit Bezug auf Nachricht vom 4. Januar 2019, 05:22 „Vorstellung von kommunalen Aktionsplänen“ – ohne Leserbrieffunktion]