Rheinland-Pfalz startet Initiative zur Telemedizin-Assistenz
Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul
Bild: MSAGD
Mainz (kobinet) Hausarztpraxen in Rheinland-Pfalz sollen dabei unterstützt werden, ihre Patientinnen und Patienten künftig bei Hausbesuchen noch intensiver betreuen zu können. Dafür sollen speziell ausgebildete Telemedizin-Assistentinnen und -Assistenten (TMA) und modernste Technik zum Einsatz kommen. Die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler sowie Vertreterinnen und Vertreter der Ärzteschaft, der Krankenkassen, der Patientenorganisationen und der Versorgungsassistentinnen in der Hausarztpraxis (VERAH) wollen hierzu gemeinsam ein Pilotprojekt auf den Weg bringen.
"Mit dem Projekt Telemedizin-Assistenz wollen wir die Versorgung der Patientinnen und Patienten weiter verbessern, Ärztinnen und Ärzte entlasten sowie die Arbeit von Praxis-Assistenzkräften erheblich aufwerten“, so Gesundheitsministerin Bätzing-Lichtenthäler. "Wir wollen die Möglichkeiten und Chancen nutzen, die die Telemedizin mittlerweile den Ärztinnen und Ärzten, den Patientinnen und Patienten und den Telemedizin-Assistentinnen und -Assistenten bietet. Patientinnen und Patienten werden zuhause oder in einer Alten- und Pflegeeinrichtung aufgesucht und von fachkundigem Personal im persönlichen Kontakt versorgt. Wege in die Praxen werden eingespart und die Wartezimmer entlastet“, so die Ministerin.
Hierfür werden die TMA im geplanten Pilotprojekt bei Hausbesuchen ein digitales Technik-Paket mitführen, das es ermöglicht, beim Hausbesuch Gesundheitswerte digital zu erfassen. Diese werden vor Ort aufbereitet und an die Praxis übermittelt. Außerdem soll es möglich sein, Kontakt mit der Ärztin bzw. dem Arzt, der die TMA entsendet hat, in der Praxis aufzunehmen oder ein Videotelefonat zwischen Patientin oder Patient und Ärztin bzw. Arzt durchzuführen. Die Ärztin bzw. der Arzt können die aufbereiteten Daten oder auch von der TMA übersandtes Bildmaterial in ihrer Praxissoftware sichten und über das weitere Vorgehen entscheiden.
Die Meldung aus Rheinland-Pfalz passt zu einem Bericht der Inklusionsbotschafterin Diana Hömmen aus Löningen im ländlichen Niedersachsen. Sie engagiert sich u.a. für die Überwindung des Ärztemangels im ländlichen Bereich. Vor kurzem fand dort eine Veranstaltung zum Thema Hausärztemangel mit über 200 Teilnehmer*innen statt, was zeigt, wie groß der Druck der Menschen gerade im ländlichen Bereich ist und wie wichtig es ist, die Ansiedlung und Entlastung von Ärzt*innen dort zu unterstützen.
